Literatur

Jüdische Positionen: Über Anwesende spricht man nicht in der dritten Person! | Festival Jüdischer Literatur

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Das Festival Jüdischer Literaturen feiert an drei Tagen jüdische Literatur. Insgesamt stellen 30 Autor*innen und Künstler*innen ihre Werke vor. Über Anwesende spricht man nicht in der dritten Person Viele nicht-jüdische Deutsche beurteilen viel und gerne die israelische Politik. Gleichzeitig haben sie doch wenig Ahnung von jüdischem Leben im Allgemeinen. Ein eigenartiges Phänomen. Die nicht-jüdischen Deutschen

Entschuldigung! Wo ist mein Heimatland? | Buchpremiere mit Johannes Nichelmann

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Johannes Nichelmann beleuchtet mit seinem neuen Buch „„Nachwendekinder. Die DDR, unsere Eltern und das große Schweigen“ den blinden Fleck in der Geschichte vieler Ostdeutscher Familien. Einwanderer ohne Heimatland Die Mauer fiel und plötzlich standen die ehemaligen DDR-Bürger*innen ohne Land da. Das sozialistische System war gescheitert. Viele von ihnen fühlten sich wie Einwanderer, deren Land nicht

“Lasst uns mit den Toten tanzen”! | Buchpremiere mit Aktivistin Pia Klemp

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Die Aktivistin Pia Klemp war seit 2017 Kapitänin des Rettungsschiffs „Iuventa“ mit ihrer Crew versuchte sie tausende Menschenleben zu retten. Bis sie alle wegen „Beihilfe zur illegalen Einwanderung“ beschuldigt wurden. In ihrem Buch erzählt sie von dem Kampf für Gerechtigkeit und Menschenrechte.   Europas gefährlichster Grenzübergang Europa macht dicht. Dank Abschottungs-Politik ist das Mittelmeer die

“Das neue Wir. Warum Migration dazugehört” | Buchbesprechung

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In seinem neuen Buch “Das neue Wir. Warum Migration dazugehört” zeigt der Historiker Jan Plamper, dass Migration schon immer wesentlicher Teil der Gesellschaft war und nicht dessen Untergang bedeutet. In der Buchbesprechung wird den Fragen nachgegangen was man dieser „weiß-christlich-europäischen Identitätspolitik“ entgegensetzten kann. Ist denn schon wieder 1933? Der Rechtsschwung der letzten Jahre dürfte keinem

Überfremdungsrhetoriken stinken nach Scheisse | Lesung: «Daughters and Sons of Gastarbeiters»

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Daughters and Sons of Gastarbeiters, Vielfalt, Migration

Unter dem Titel “Daughters and Sons of Gastarbeiters” erzählen Autoren*innen die Geschichten ihrer Eltern und deren Migration nach Deutschland. Ein wichtiger Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte, an den hiermit erinnert werden soll.  Applaus für Vernunftabstinenz Hallo Deutschland! Hast du den Verstand verloren? Politiker ziehen fragwürdige Vergleiche zwischen Migranten*innen und Stickoxid. Und behaupten dabei frecherweise, die gesellschaftliche Mitte

Der große Kontinent. | «African Book Festival» im Babylon

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Jessica Horn, Yewande Omotoso, African Book Festival, Ben Okri, Babylon, Autoren, Buch, Festival,

Zum zweiten Mal kommt Afrika nach Berlin. Oder besser: seine Autoren. Das «African Book Festival» versammelt die bekanntesten Autor*innen des Kontinents. Im Babylon treffen sie sich. Ein kurzer Ausblick.  Stereo oder typisch? Hört man von Afrika, denkt man an “Migration”. Oder an “Wirtschaftsflüchtlinge”. Nein? Dann gehörst Du wohl zu einer Minderheit. Denn der europäische Blick

«Ich schreibe, damit die Leute kotzen» | Diskussion über Werk von Georges Bataille

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Georges Bataille, Schriftsteller, Autor, Berlin, Lesung, Literatur, 030, CREDIT thierry ehrmann:flickr

Intellektueller und dazu noch Franzose:  Georges Bataille war sowas wie der Bukowski der 1930er. Er hat ein paar krasse Sätze rausgehauen. Am Donnerstag gibt es eine Lesung und dazu eine Diskussion, die das Heute reflektiert.  Blau des Himmels Was für ein Satz: “Ich schreibe, damit die Leute kotzen”. Jetzt müsste man noch wissen, wie der

David Sedaris über das Schreiben: «Das hat mich Jahre meines Lebens gekostet, du Arschloch!»

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David Sedaris, Autor, USA

David Sedaris ist spät dran – sein vorheriger Termin zieht sich. Ich warte in der exzessiv lachsfarbenen Lobby des Regent Hotel am Gendarmenmarkt und starre abwechselnd auf den Lilienstrauß, der so groß ist wie eine Hundehütte und den Karpfen aus Meissner Porzellan. Nach zehn Minuten fange ich an, mich unwohl zu fühlen. Ich habe ich

Slam-Catchen mit Worten: »Sex on the Beach« für Sprach-Fetischisten beim Poetry Slam

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Poetry Slam, Berlin, Strandbad, Jungfernheide, 030, Magazin, Poesie, Literatur, Open-Air, See

Es gibt sie wie Sand am Meer, die Poetry Slams. Aber in diesem Fall stimmt der Spruch. Der nach eigenen Angaben »beste Poetry Slam der Welt«. Er steigt im Strandbad Jungfernheide. Ok, das Meer ist in diesem Fall ein See. Aber Sand gibt’s genug und natürlich richtig gute Slammer.  Matthias »Reim« kommt nicht Kleiner Witz

Buchkritik: “Der Mann ohne Piano” – Ein sozialer Krüppel startet durch

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030 Magazin, Buch, Literatur, Roman, Kritik, Rezension

Die Handlung ist so aufregend, wie der Titel. Nicht schlimm. Hinter einer belanglosen Geschichte lauert das Absurde. „Der Mann ohne Piano“ weckt wenig Erwartungen. Und das ist seine Stärke. Wer an den Klassiker „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil denkt, liegt richtig. Es gibt Parallelen. Und Differenzen.  Charme und Wahn Es geht um einen

Weltreisende Waltraud Hable: «Das Leben ist zu kurz, um sich mit Dingen, die einem keinen Spaß machen, zu beschäftigen»

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Leben, Waltraud, Reise, Hable, Weltreise

Fünfzehn Jahre hat es gedauert, bis die Österreicherin Waltraud Hable ihren Traum von der Weltreise endlich in die Tat umsetzte. Das Sparkonto war gut gefüllt, der Job als Chefredakteurin eines Magazins gekündigt, das ‘Round the World Ticket’ gebucht, die Reiseziele festgelegt, das Auto verkauft und die heimischen Fixkosten auf ein Minimum reduziert. Zeit den inneren

Autor Uwe Wilhelm über den (gescheiterten) interaktiven Leseabend zu “Die sieben Farben des Blutes” mit Katja Riemann

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Uwe, Wilhelm, Die sieben Farbes des Blutes

Weltpremiere stand auf der Einladung. Einzigartig. Etwas noch nie da gewesenes. Thrillerautor Uwe Wilhelm, in früheren Tagen Drehbuchautor namhafter Filme wie “Bandits” (zusammen mit Katja von Garnier), und aktuell mit seinem Roman “Die sieben Farben des Blutes” an vorderster Front der deutschen Serienmörderjagd zu finden, lud vergangenen Dienstag zur interaktiven Lesereise nach Charlottenburg. Die kleine

Julia Zange: Die Reifeprüfung

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Im Herbst 2016 veröffentlichte die Autorin, Redakteurin und Schauspielerin Julia Zange ihren zweiten Roman „Realitätsgewitter“, gegen den ihre Eltern eine einstweilige Verfügung einreichten. Sie glaubten, sich im Roman wiederzuerkennen. Wir saßen mit Julia bei Bier, Kaffee und Brioche. Beide Deiner Romane spielen in Berlin. Warum ist es diese Stadt, über der sich die ›Realitätsgewitter‹ entladen? Das hat

$ick: »Mich mussten sie immer erst verhaften, damit ich nachdenke.«

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$ick, Shore Stein Papier, sqnce

„Shore, Stein, Papier“ – Das sind Straßennamen für Heroin, Koks und Geld. Außerdem ist es der Titel der jüngsten Buchveröffentlichung von $ick, dem ehemaligen Heroinabhängigen, der auf dem YouTube-Kanal „sqnce“ mit seiner Geschichte Hunderttausende Zuhörer fand – und eine Aufarbeitung, die ihm half, clean zu bleiben. Jetzt steht er auf Platz 11 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Wir

Lesung: Heinz Strunk – Der goldene Handschuh

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Heinz Strunk, der goldene Handschuh, Fleisch ist mein Gemüse, Studio Braun. Rocko Schamoni, Jacques Palminger, Fraktur, Lesung, Roman, 030, Magazin, Berlin

Ein Abend mit Heinz Strunk auf dem Hamburger Berg: Am 29. Oktober nimmt der Schriftsteller im Theater und Komödie am Kurfürstendamm in den Goldenen Handschuh mit. Heinz Strunk. Allein der Name verspricht verschrobene Komik. Sein Humor: Verzerrung pur. Seine Geschichten: So traurig wie unterhaltsam. Strunk verfügt über die Fähigkeiten eines Massenunterhalters, sieht sich selber aber als Schriftsteller. Mit

Michael Nast: »Dit muss knallen.«

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Michael Nast, Generation Beziehungsunfähig, Ist das Liebe oder kann das weg, Udk; Lesung, Tour, Hörbuch, Berlin, 030, Interview

Wer hätte gedacht, dass ein Blog-Eintrag namens „Generation Beziehungsunfähig" wie eine Bombe einschlägt? Michael Nast nicht – sagt er zumindest. Seit der Berliner den Text auf im gegenteil veröffentlicht hat, folgten ein Buch, eine ausverkaufte Lesetour und ein Hörbuch. Am Freitag kommt er damit in den Konzertsaal der UdK Berlin. Drei Stunden liest er über