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Wie kam man 1927 auf sowas? Krass. Foto: © «Metropolis»/Youtube

Vision für die Ewigkeit: «Metropolis»
im Kino Babylon

in Film/Stadtleben

Das Haus nähert sich einem babylonischen Alter: im Jahr 1929 eröffnete das «Kino Babylon». Zufällig das Jahr, in dem auch die Serie »Babylon Berlin« spielt. Gibt’s nicht. Zum Geburtstag läuft der Meilenstein “Metropolis”. 

Es geht nicht um die Serie. Ausnahmsweise mal nicht, obwohl “Babylon” sofort Assoziationen weckt, die in den Köpfen der Streaming-Generation anders aussehen, als in denen der DVD- und VHS-Fraktion. Bevor das Internet erfunden wurde und mit ihm die Streaming-Plattformen, da gab es: das Kino. Großer Tusch! Es ist vielleicht eine Ironie, dass das Kino Babylon zu genau der Zeit eröffnet wurde, in der die Serie «Babylon Berlin» spielt. Am 11. April 1929 gingen die Türen das erste Mal auf. Das heißt im folgerichtig: Das Kino wird in diesem Jahr 90 Jahre alt. Zwar erst im Frühling, aber gefeiert wird schon jetzt. Mit einem besonderen Programm.

Utopie von gestern

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Das Babylon. In einem Gemälde von Claude-Max Lochu. Foto: © Wikimedia

100 Jahre alter Science-Fiction

So langsam nähert sich das ehrwürdige Haus also dem babylonischen Alter. Und fängt an, seinem Namen alle Ehre zu machen. Das Kino hat sich selbst schon ein Geschenk gemacht: und ein eigenes Orchester ins Leben gerufen. Das «Babylon Orchester Berlin». Es gibt vom 4. bis 6. Januar unter der Begleitung des neuen Orchesters den Film-Klassiker «Metropolis» von Fritz Lang zu sehen. Wie kein anderes Werk prägte der Film die Zeit des Stummfilms, ein Genre, dessen Zentrum damals in Berlin und Babelsberg war. «Metropolis» ist eine Utopie und zugleich eine Dystopie, ein Blick in die Zukunft – aus der Perspektive der Vergangenheit. Ein bald 100 Jahre alter Science-Fiction. Die Stadt als futuristisches Babel: Wolkenkratzer, fliegende Vehikel, leuchtende Fassaden. Premiere hatte der deutsche Science-Fiction übrigens 1927 und ist damit zwei Jahre älter als das Babylon Kino. Aber auf dieser Strecke fast kein Unterschied.

Noch ein kurzer Abriss zur Geschichte: Das Kino am Rosa-Luxemburg-Platz gegenüber der Volksbühne hat turbulente Jahre hinter sich. Das Gebäude wurde 1928 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet. Zu DDR-Zeiten war das Babylon ein Spartenkino. Nach der Wende musste der Saal wegen Einsturzgefahr geschlossen werden, später wurde er saniert und rekonstruiert. Seit 2001 wird das Babylon wieder als Kino genutzt, vor allem als Programmkino. Die Berlinale und andere Kulturveranstaltungen nutzen es.

Film-Klassiker «Metropolis»
mit Babylon Orchester Berlin
4.-6. Januar im Kino Babylon
Rosa-Luxemburg-Straße 30
10178 Berlin

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Foto: Promo

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