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Kino goes Glotzen |
Wie Du Filme streamst und dennoch deinem Kiezkino hilfst

Kino goes Glotzen. Im Grunde ist es nichts Neues auf dem Sofa vor sich hinzugammeln und online, Dank zahlreicher großer und kleiner Streamingportale, Serien, Filme oder Dokumentationen zu suchten. Was bleibt einem im #stayhome Modus auch anderes übrig. LOL.

Aktuell kommt es allerdings zu recht schrägen Kombinationen. Kinos, in Corona Zeiten als Ort der Zusammenkunft mit geschlossenen Pforten und Eisenkette versehen, suchen gerade andere Wege um ihr Publikum zu finden. Und da kommt es dann eben auch zu Kooperatioen mit dem vermeintlichen Feind: den Streamingportalen.

Die Werbung ist eh am Geilsten!

Mit der Aktion #HILFDEINEMKINO geht es genau darum: Werbung so richtig genießen. Ohne lästigen Film im Anschluss. Soll heißen: Auf der Seite hilfdeinemkino.de kannst du dein Lieblingskino aussuchen, anklicken und schon erscheinen Werbetrailer. Die Aktion ist von dem Unternehmen Weischer.Cinema ins Leben gerufen worden, die natürlich auch ihren Profit aus der ganzen Geschichte schlagen. Denn als die deutsche Nummer 1 für Kinowerbung und als führender Kinovermarkter, der rund 80 % aller nationalen Kinokampagnen betreut, geht es logischerweise auch um ihre Existenz. Niemand ist aktuell sicher.

Independent über Alles!

Bei Grandfilm geht es weniger um Werbung, sondern um den Support des Independent-Kinos. Kurz Filme, die es eh schon schwer genug haben und ohne Kinoauswertung ins Bodenlose fallen. Mal abgesehen von Pulp Fiction, dem es als ersten Independentfilm gelang die 100.000.000$ Marke zu überspringen. Davon ist Grandfilm als unabhängiger Filmverleih- und Produktionsbetrieb natürlich weit enfernt. Hier gibt es für eine Gebühr Filme auf deren Vimeo-Kanal als Stream. Der Gewinn wird 50/50 mit den Kinos geteilt. Und für diejenigen, bei denen es zur Zeit etwas knapp mit dem Geld ist, denn auch Konsumenten haben es aktuell nicht so dicke, bietet die Plattform jede Woche einen Film zum „Sonder-Appetizer-Preis“ von 0,99€ an. Kann man nicht meckern. Sollte man eh nicht.

Streame lieber außergewöhnlich

Ähnlich ist es mit eksystent. Der Verleih bietet außergewöhnliche Filme, welche Mangels großer kommerzieller Chancen von der größeren Konkurrenz gerne ignoriert werden. Da aber, große noch kleine Filme, auf absehbare Zeit eine Chance auf die große Leinwand haben, gilt es unkonventiell zu handeln, um wenig etwas an Einnahmen zu generieren. Aus diesem Grund zieht eksystent den Kinostart des aktuellen Locarno Filmfestival Gewinners „ISADORAS KINDER“ vor, bzw. veröffentlicht diesen auf der Plattform Kino on Demand. Die Plattform verteilt die Einnahmen an alle teilnehmenden Kinos gleichermaßen, was in etwa dem Umsatz eines regulären Kinotickets entspricht. Welches Kino den entsprechenden Anteil seines ‚Tickets‘ erhält, entscheidet der Käufer beim Kaufprozess. Gute Sache!

Solidarität JETZT! Unsichere Zukunft bleibt!

Trotz all der solidarischen Maßnahmen ist nicht klar, wie sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Film- und Kinolandschaft am Ende auswirken werden. Klar ist, Streaming-Plattformen waren vor der Corona-Krise für Kinos eine existenzielle Bedrohung. Und auch wenn Not aktuell erfinderisch macht, solche Initiativen aktuell hilfreich und verständlich sind, ist trotzdem zu bedenken, dass auf diese Weise auch neue Wege und Geschäftsmodelle kreiert werden, die dem Kino auf lange Sicht mehr Schaden zufügen könnten, als zu nützen. Wir leben bereits in einer Zeit, in der neue Filme von Anfang ohne Kinoauswertung – maximal erfolgt diese um Chancen auf Auszeichnungen zu erhalten – über Streamingportale vertrieben werden. Und wir reden nicht nicht von Direct-to-DVD Produktionen mit Jean Claude van Damme oder Nicolas Cage (was ein Abstieg). Siehe ‚The Irishmen‘ auf Netflix.

Optimismus is King!

Dennoch, wie anhand der hier aufgeführten Beispiele, von denen keines auch nur in die Nähe der großen Dienste kommt, besteht die Hoffnung, dass es auch in Zukunft, abseits des Ausnahmezustandes solche Hand in Hand Lösungen geben wird. Dann alle zusammen. Im Kino mit Freunden was Streamen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. 

 

#rettetdaskino

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ist in Tempelhof geboren und ging auf die gleiche Schule wie Bushido. Emotionen, Posthumanismus und spekulative Fiktion faszinieren sie. Und am schönsten ist es immer noch auf dem Rücken der Pferde.