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Retrogott & Hulk Hodn, SO36, Sezession, 030 Magazin, live

Retrogott & Hulk Hodn hießen früher anders, aber sind immer noch die maßgebliche Referenz, wenn es um Rap jenseits Klischee überfrachteter Selbstinszenierungen geht. [030] Autor Christopher Ratter war auf ihrem Konzert in einem prallgefüllten SO36. 

Retrogott & Hulk Hodn haben ein neues Hip-Hop Album gemacht. Das an sich ist schon einmal weniger selbstverständlich, als es vielleicht klingen mag. Seit ihrem letzten Langspieler „fresh und umbenannt“ (2013) bespielten beide ein für Rapfans eher ungewohntes Terrain: Vor allem Hulk Hodn machte sich unter dem Pseudonym Hodini als DJ und Produzent jazzgetriebener Deephouse Tracks einen Namen und auch der Retrogott veröffentlichte eine disco-affine Platte irgendwo im tanzbaren BPM-Bereich. Nun also wieder Rap im altehrwürdigen DJ und MC-Gespann. Für  ihre Platte „Sezession“ verzichteten die beiden Kölner in gewohnter Manier auf allzu viel Promotion. Diesmal gehen sie in ihrem Ansatz aber noch einen Schritt weiter und verkaufen ihre LP ausschließlich auf den Konzerten ihrer Tour. Entsprechend hoch war der Andrang an einem Abend unter der Woche im SO36. Ein anfangs noch etwas eingerostet wirkender Retrogott zeigte sich im Umgang mit dem Publikum bald als herausragender Unterhalter und unterfütterte den Auftritt immer wieder mit eingestreuten Freestyle-Einlagen. Die Songs der neuen Platte wurden bald mit bekanntem Material ergänzt. Mit Humor durchsetzte Gesellschaftskritik immer wieder durch treffsicheren Punchlines aufgelockert. Wer die beiden für ihre Art, klassischen, geradlinigen Rap auf hohem Niveau zu zelebrieren schätzen gelernt hat, wurde alles andere als enttäuscht. 

 

Foto ©: Christopher Ratter / [030] Magazin

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