Poststadion: Wo Bäume den größten Gästeblock bilden

in Fussball/Stadtleben

Im Poststadion an der Lehrter Straße schauten einst 55.000 Menschen Fußballspiele, heute prägt die Natur den Charakter des Runds.   

Nur wenige Jahre war das Stadion des Post SV Berlin wichtiger, als der 1936 eröffnete Steinklotz in Charlottenburg. Davor fanden im Poststadion genannten Rund Finalspiele um Deutsche Meisterschaft und Fußball-Pokal statt, zu denen sich bis zu 45.000 Zuschauerinnen und Zuschauer einfanden. Der FC Schalke feierte hier 1934 seine erste Deutsche Meisterschaft, zwei Jahre später errang der FC Nürnberg an selber Stelle seinen sechsten Titel. Der Besucherrekord soll beim Olympiadespiel im August 1936 zwischen Norwegen und dem Deutschen Reich, welches die Skandinavier mit 2:0 für sich entschieden, erreicht worden sein. Das Stadion versprüht den Geist historischer Begegnungen. Wenn man heute durch die Lehrter Straße geht, muss man genau hingucken, um hinter einer schmalen Einfahrt und einigen vernagelten Kassenhäuschen das Poststadion zu erahnen.

Poststadion_BlickVonBaumseite

Trotz durchgehender Nutzung als Spielstätte nach dem Zweiten Weltkrieg, verfiel das Stadion, wurde zurückgebaut und vegetierte vor sich hin. Die Stehtraversen wuchsen immer mehr zu, große Bäume stehen heute hinter den Wellenbrechern, und geben dem Poststadion seinen ganz eigenen Charme. Seit einigen Jahren ist der Sportplatz die Heimstätte des in der Regionalliga (4. Liga) spielenden Berliner AK. Seitdem geht es auch mit dem Zustand der Anlage stetig voran, die Haupttribüne erstrahlt in neuem Glanz. Den vorläufigen Höhepunkt der jüngeren Fußballgeschichte sah das Stadion am 18.08.2012, als der Berliner AK im DFB-Pokal die TSG Hoffenheim mit 4:0 vom Platz fegte. Vor 1.480 Zuschauern und mindestens ebenso vielen Bäumen. 

Adresse:  

Poststadion, Lehrter Straße 59, 10557 Berlin

Text & Fotos: Johannes Brattke

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