Es gibt Orte in Berlin, die funktionieren einfach. Nicht, weil sie perfekt sind, sondern weil sie genau das Gegenteil davon verkörpern. Das Tempelhofer Feld ist so ein Ort. Weite, Wind, Beton. Und zweimal im Jahr wird daraus plötzlich eine Rennstrecke. Am 2. und 3. Mai 2026 kehrt die ABB FIA Formula E World Championship zurück – und bringt genau diesen Moment mit, in dem man merkt: Hier passiert gerade etwas, das größer ist als ein Rennwochenende.
Beton statt Hochglanz
Tempelhof ist kein klassischer Kurs. Keine Postkartenidylle, kein Highspeed-Glanz. Stattdessen fährt man hier über alte Betonplatten, über Narben einer anderen Zeit. Die Strecke ist kurz, eng, technisch. Wer hier fährt, kämpft nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern gegen den Untergrund. Grip ist Glückssache, Präzision Pflicht. Fehler werden sofort bestraft. Und genau deshalb liefert Berlin jedes Jahr Rennen, die sich eher nach Straßenkampf anfühlen als nach durchinszeniertem Motorsport.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Formel E nirgendwo so gut funktioniert wie hier. Berlin war von Anfang an dabei, als die Serie noch belächelt wurde. Heute ist sie ein globales Aushängeschild für Elektromobilität – und Tempelhof ihr widerspenstigstes Kapitel. Während andere Strecken versuchen, perfekt zu sein, bleibt Berlin ungeschliffen. Und genau darin liegt die Magie.
Rückblick: Elektro-Drama auf Berliner Beton

Wer letztes Jahr da war, weiß, wovon die Rede ist. Unser Rückblick „Volle Ladung Elektro-Drama“ hat das ganz gut eingefangen: Regen, Chaos, Strategie-Wahnsinn. Autos, die quer stehen. Fahrer, die alles riskieren. Entscheidungen, die erst in der letzten Runde fallen. Es war kein sauberes Rennen. Es war ein Erlebnis. Eines, das hängen bleibt, weil es sich nicht kontrollieren lässt. Und genau dieses Versprechen liegt auch 2026 wieder in der Luft.
Näher dran geht nicht
Dazu kommt dieses besondere Berliner Gefühl, wenn die Stadt plötzlich Bühne wird. Nicht geschniegelt, sondern roh. Die Tribünen sind nah dran, die Geräusche anders als gewohnt. Kein kreischender Verbrenner, sondern ein Surren, das sich mit Wind und Stimmen mischt. Anfangs ungewohnt, dann hypnotisch. Man hört mehr, sieht mehr, ist näher dran. Motorsport, der nicht auf Distanz funktioniert, sondern mittendrin.
Mehr als ein Rennen
Und mittendrin ist auch das, was rund um die Strecke passiert. Die Formel E hat längst verstanden, dass ein Rennen heute mehr sein muss als 45 Minuten Vollgas. Das Fan Village ist kein Beiwerk, sondern Teil des Ganzen. Musik, Gespräche, Technik, Gaming. Menschen, die sonst nie zu einem Motorsport-Event gehen würden, stehen plötzlich neben eingefleischten Fans und diskutieren über Strategie, Batteriemanagement oder einfach darüber, wer hier gerade die Nerven verliert. Es ist ein bisschen Festival, ein bisschen Messe, ein bisschen Zukunft zum Anfassen.
Dass ausgerechnet Berlin dafür der perfekte Ort ist, überrascht nicht. Diese Stadt lebt von Brüchen. Vom Unfertigen, vom Übergang. Tempelhof selbst ist das beste Beispiel: Flughafen, dann Stillstand, dann Freiraum. Und jetzt wieder Rennstrecke. Für ein Wochenende wird hier sichtbar, wie sich Dinge verändern können, wenn man sie einfach anders denkt.
Heimspiel unter Hochspannung
Auf der Strecke selbst verdichtet sich das alles zu einem echten Heimspiel. Fahrer wie Pascal Wehrlein stehen unter besonderer Beobachtung. Berlin ist kein neutraler Boden. Hier geht es nicht nur um Punkte, sondern auch um Haltung. Um die Frage, wer mit dem Druck umgehen kann, wenn die eigene Stadt zuschaut. Teams wie Porsche nutzen genau diesen Moment, um zu zeigen, wo sie stehen. Nicht in der Theorie, sondern im direkten Duell auf einem der schwierigsten Kurse im Kalender.
Zukunft zum Anfassen

Und dann ist da noch dieser unterschwellige Gedanke, der sich durch das ganze Wochenende zieht. Dass es hier nicht nur um Motorsport geht. Sondern um eine Idee davon, wie Mobilität aussehen kann. Leiser, effizienter, direkter. Ohne Pathos, ohne moralischen Zeigefinger. Einfach, weil es funktioniert. Während draußen noch diskutiert wird, fährt sie hier längst ihre Runden.
Ohne den passenden Sound, kein richtiges Rennerlebnis
Und genau deshalb endet das Erlebnis nicht an der Streckenbegrenzung. Berlin wäre nicht Berlin, wenn das Ganze nicht auch einen eigenen Soundtrack hätte. Am ersten Tag steht Max Giesinger auf der Bühne und liefert diesen Moment zwischen Pop und Gänsehaut, der perfekt in die Weite des Tempelhofer Feldes passt. Am zweiten Tag übernimmt Zah1de– jünger, digitaler, direkter. Zwei Acts, die zeigen, dass es hier nicht nur um Rundenzeiten geht, sondern um ein Gesamtgefühl aus Stadt, Sound und Bewegung.
Vielleicht ist das der größte Unterschied zu allem, was man aus klassischen Rennserien kennt. Die Formel E will nicht nur unterhalten. Sie will zeigen, was möglich ist. Und Berlin ist der Ort, an dem das am glaubwürdigsten passiert. Weil hier nichts geschniegelt wird. Weil hier Dinge auch mal schiefgehen dürfen. Weil genau daraus die besten Momente entstehen.
Dieses eine Gefühl am Ende des Tages
Wenn man am Ende des Tages über das Feld läuft, wenn die Sonne langsam runtergeht und der Wind über die Betonfläche zieht, bleibt oft dieses Gefühl zurück, das schwer zu greifen ist. Irgendwo zwischen Adrenalin und Nachdenken. Zwischen Lärm und Stille. Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Genau das ist Formel E in Berlin. Und genau deshalb lohnt es sich, dabei zu sein. Nicht nur wegen der Rennen. Sondern wegen dieses einen Moments, in dem man merkt, dass man Teil von etwas ist, das gerade erst anfängt.
Gewinnspiel: Rein ins Wochenende
Wir verlosen 3×2 Tickets für den 2. Formel-E-Renntag am 3. Mai 2026 auf dem Tempelhofer Feld.
Schreibe eine E-Mail mit dem Betreff: “Formel E” an: verlosung@berlin030.de und vielleicht bist Du dabei.*
*Ohne Gewähr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.