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»Abliefern und die Bude rocken«: Oliver Deutschmann im Interview | 23.8. im KitKat Club

in Interview/Musik

Aus Abenteuerlust zog Oliver Deutschmann Ende der 90er Jahre aus dem Schwarzwald nach Berlin. Hier wurde der DJ und Produzent durch das frühe Ostgut und Berghain musiksozialisiert. Mitte der Nuller-Jahre lernte er auf einer Party zur Fête de la Musique seinen späteren Vidab-Label-Partner Stephan Hill kennen. Einen Plan B neben der elektronischen Musik gibt es für Oliver Deutschmann nicht, genauso wenig das perfekte DJ-Set. 

Wer kauft heute eigentlich noch Alben?

Es gibt immer noch eine Menge Leute, für die Musik mehr ist, als nur ein mp3-File von Downloadportalen wie itunes oder Beatport. Musikliebhaber, denen es wichtig ist, ein fertiges Produkt in ihren Händen zu halten. Im besten Fall ist ein Album ein in sich geschlossenes Konzept aus Artwork, Musik und Tonträger und damit mehr als nur eine Track-Ansammlung.

Was ist der Stellenwert eines Debüt-Albums?

Ein Album zu produzieren stellt generell eine Herausforderung dar. Es ist relativ simpel, EPs mit zwei oder drei Tracks zu produzieren. Mein Debüt-Album ist für mich ein großer Schritt nach vorne. Mit den vielen EPs, die ich produziert habe, habe ich bisher fast ausschließlich DJs angesprochen. Mit dem Album möchte ich als Techno- und House-Produzent auch ein bisschen ausbrechen aus diesen ‘Fesseln’. Ich trage diese Idee ja schon seit einiger Zeit mit mir herum. Und mit der Fertigstellung unseres neuen Studios konnte ich die ganzen Ideen auch endlich mal ungestört in die Tat umsetzen.

Dein zusammen mit Stephan Hill betriebenes Label Vidab ist laut Eigendefinition eine Plattform für »Timeless Club Music« Was ist damit gemeint?

Ein guter Track ist für mich erst dann ein guter Track, wenn man ihm das Entstehungsdatum nicht anhört. Zeitlose Club-Musik ist abgekoppelt von Trends und Hypes, die das Gift unserer Szene sind. Für mein Debüt-Album habe ich eine Menge Hardware benutzt. Die rhythmischen Elemente stammen fast alle aus der Roland 707, die Synthie-Sounds aus dem Roland JP8000. Ich liebe die Durchsetzungskraft dieser Maschinen. Man kann das natürlich alles auch mit Plug-Ins erreichen. Der haptische Aspekt ist mir aber extrem wichtig. So klingt alles ein wenig rauer und schmutziger.

Was ist für dich das Besondere der Berliner Club- und Musikszene?

Sie wirkt extrem anziehend und attraktiv, deswegen ziehen ja auch so viele Musiker, DJs, und die es werden wollen, hierher. Viele Clubs, endlose Partys, Menschen aus aller Welt mit all ihren Einflüssen und Ideen. Das ist zurzeit definitiv einmalig – weltweit.

Oliver Deutschmann spielt am 23.8.19 @ FourPlay im KitKat Club.
Hier geht es zur Veranstaltung.

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