303, Film, Hans Weingartner
Foto: © Alamode Filmverleih

Der [030] Wochenrückblick vom 16. – 20. Juli 2018

in Stadtleben/Wochenrückblick

Mit unseren Musik- und Kulturtipps seid ihr eh schon immer gut informiert. Damit ihr aber auch nicht verpasst, was es sonst noch Wichtiges in Berlin gab, liefern wir euch unseren Wochenrückblick.

Immobilien von Berliner Clan-Familie beschlagnahmt

Es liest sich ungefähr genauso spannend wie der Plot von „4 Blocks“. In der Drama-Serie geht es um die kriminellen Familiengeschäfte eines Clans in Neukölln, dem die Polizei ständig auf den Fersen ist. In Berlin wurde diese Woche ein ganz realer Clan in die Mangel genommen. Genauer gesagt wurden insgesamt 77 Immobilien, die Mitgliedern der Clan-Familie R. zugewiesen werden, beschlagnahmt. Sie sollen einen Wert von ca. 10 Millionen Euro haben. Damit greifen Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt nach längeren Ermittlungen hart durch, die mutmaßlichen Verbrechen des Clans sind spektakulär. Neben Geldwäsche wird den Mitgliedern unter anderem ein Bankraub mit einer Beute von fast 10 Millionen Euro, die bis heute nicht gefunden werden konnten, und der Raub einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze vorgeworfen. Ihr Wert beträgt mehr als drei Millionen Euro und zeigt die Dimensionen der Kriminalität beispielhaft. Es bleibt noch abzuwarten, inwieweit Ermittlungen und Anklagen gegen Mitglieder des Clans eingeleitet werden und ob sie erfolgreich sind. Mehr zu den Ermittlungen könnt ihr beim rbb nachlesen.

Rechte Bürgerwehr in S-Bahn

Die rechtsextreme Partei NPD hat in einem Video dazu aufgerufen, in der Berliner S-Bahn eine Art Bürgerwehr einzurichten, um so Schutzzonen für Deutsche zu schaffen. Das Video wurde im Internet verbreitet und ist mehr als drei Minuten lang. Dort sind Mitglieder der NPD zu sehen, die sich rote Warnwesten überziehen und sich in eine S-Bahn begeben, um dort zu patrouillieren. Dass so etwas kompletter Schwachsinn ist, braucht man kaum hinzuzufügen, dass sich Rechte hier zu einer Art Ersatz für die Staatsgewalt sehen, ist zudem gefährlich. Das Video ist schon länger auf YouTube zu sehen und hat beinahe 10.000 Klicks gesammelt. Mittlerweile hat auch die Polizei Berlin auf Twitter reagiert und klargestellt, dass sie bürgerwehrartige Strukturen ablehnt. Über Vorfälle mit Mitgliedern dieser Bürgerwehr gibt es noch keine Meldungen.

Kiffer dürfen nicht zur Polizei

Das Verwaltungsgericht in Berlin hat entschieden, dass Bewerber bei der Polizei Berlin nicht innerhalb des letzten Jahres gekifft haben dürfen. Im vorliegenden Fall wurden Abbauprodukte von Cannabis im Blut eines Bewerbers gefunden, der daraufhin abgelehnt wurde. Das Gericht hat diese Ablehnung bestätigt, da Cannabis Auswirkungen auf beispielsweise die Fahrtüchtigkeit habe. In anderen Ländern wurde Cannabis bis zu bestimmtem Mengen bereits legalisiert, in Deutschland sind in diese Richtung eher schleppende Schritte unternommen worden. Falls der Tag der Legalisierung doch einmal kommt, werden solche Regelungen mit großer Wahrscheinlichkeit gelockert. Mäßiger Alkoholkonsum ist bei der Polizei mit Sicherheit erlaubt, auch der schränkt bekanntermaßen die Fahrtüchtigkeit ein, ist aber ohne Folgen bei einer Bewerbung.

Keine AfD beim CSD

Die Jugendorganisation der AfD, Junge Alternative, wollte beim diesjährigen CSD einen eigenen Stand haben. Der wurde allerdings von den Veranstaltern abgelehnt, was zu einer wütenden Videoreaktion des Landesvorsitzenden der Jungen Alternative, David Eckert, führte. Dort versucht er zu argumentieren, dass es einen großen Teil an Homosexuellen gäbe, die sich mit den konservativen Werten der AfD identifizieren würden und für die die Junge Alternative sprechen würde. Die Sprecher des CSD sehen das anders, weisen auf die Hetze der AfD und die genutzten Stereotype der Partei hin. Wie sie dem rbb mitteilten, wäre die Anmeldung eines Standes sowieso zu spät gekommen. Auch in den Kommentaren zum Video auf der Facebookseite weisen Viele auf die ausgrenzende Politik der AfD hin. Gut, dass die Darstellung der Jungen Alternative nicht unwidersprochen bleibt, beim CSD braucht man sie erst recht nicht.

Neuer Feiertag für Berlin

Berlin diskutiert über einen neuen Feiertag. Denn die Stadt hat einen zu wenig und braucht nun ein Datum, an dem die Berliner frei bekommen. Der Oberbürgermeister Müller spricht sich für den 18. März aus, wir hätten da noch ein paar Alternativvorschläge.

Bis nächsten Freitag !

Eure [030] Redaktion

Foto: 303 © Alamode Filmverleih

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