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Männertag, Kino, Komödie

Der Titel lässt schon erahnen, wo die Vorbilder für diese derbe Komödie aus heimischer Produktion liegen – bei amerikanischen Blockbustern wie „Hangover“. Diese Inspirationsquellen nennt Drehbuchautor und Produzent Ilja Haller selbst und legt damit die Latte, an der sein Werk gemessen werden will, sehr hoch.

Antreten lässt Haller vier gestandene Mannsbilder, allesamt Schuldfreunde, die zugleich unterschiedlicher nicht sein könnten: Stevie (Milan Peschel) ist mittlerweile selbst Lehrer geworden, Chris (Tom Beck) ist ein erfolgreicher TV-Serien-Schauspieler, Peter (Oliver Wnuk) arbeitet als Fitnesstrainer und Klaus-Maria (Axel Stein) schreibt an seinem ersten Roman. Lange haben sie nichts voneinander gehört, jeder ist mit seinem eigenen Leben voll ausgelastet. Der tragische Tod von Dieter (Kida Khodr Ramadan), der ebenfalls zur Schulclique gehörte, bringt die vier wieder zusammen. Denn Dieters Beerdigung findet ausgerechnet am Männertag statt, und er hat seinen Freunden auch gleich noch etwas hinterlassen: Bereit steht ein selbst gebautes Bier-Bike, mit dem laut Vermächtnis die verbliebenen vier zu dem See ihrer Jugend fahren sollen, um dort Dieters Asche zu verstreuen. So einen letzten Gefallen kann man natürlich einem verstorbenen Freund nicht ausschlagen und so radelt das Männer-Quartett gut gelaunt in Richtung Gewässer. Außerdem mit dabei ist mit Andrea (Lavinia Wilson) die einzige Frau, die den kokainsüchtigen Chris nach dem Männertags-Abenteuer in eine Entzugsklinik verfrachten soll und deshalb nicht von seiner Seite weicht. Und Stevies Teenager-Sohn Paul (Chris Tall), der es naturgemäß eher peinlich findet, seinen Vater und dessen Freunde begleiten zu müssen.

Männertag, Kino, Komödie

Männer allein im Wald. Keine Gute Idee. © Universum Film

Paradoxerweise erlebt der Film seine stärksten Momente, wenn er sich von all den Albernheiten und dem Klamauk ab- und seinen Figuren zuwendet. Die sind zwar allesamt schwer klischeebeladen, doch hinter dem männlichen Gehabe stecken durchaus sensible Seelen, was zu einigen amüsant-charmanten Szenen führt. Diese gibt es leider zu selten, es überwiegt dann doch der Hang zur Witzigkeit, der jedoch oftmals eher ein Zwang ist. Denn herzhafte Lacher sind nur spärlich gesät, während die Handlung zugleich mit zu vielen Plattitüden gespickt wurde. Hinzu kommt, dass Regisseur Holger Haase das Komödien-Timing nicht sonderlich gut beherrscht, einen Gag auf den Punkt hin zu inszenieren fällt ihm schwer. So schleicht sich zum Ende hin sogar ein wenig Leerlauf in diesen harmlosen Männer-sind-auch-nur-Menschen-Spaß ein. Dafür ist den Machern aber das Kunststück gelungen, dass die stärkste Figur dieser Männerkomödie ausgerechnet die einzige Frauenrolle ist. Und die wird von der wie immer souveränen Lavina Wilson mit der nötigen Hemdsärmligkeit verkörpert. Entsprechend reicht dieser komödiantische Fahrradausflug an solch gut gemachten Blödsinn wie „Hangover“ nicht heran, doch man muss auch nicht zwingend in bierseliger Männertagslaune sein, um diesem schrägen Spaß etwas abzugewinnen.

Männertag
Länge: 91 Minuten
Regie: Holger Haase
DarstellerInnen: Axel Stein, Chris Tall, Lavinia Wilson, Milan Peschel, Tom Beck
Kinostart am 08.09.16