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Berlin ist auf dem Weg, eine smarte Stadt zu werden. Doch ein Blick auf die Straßen zeigt, dass wir in Sachen Infrastruktur noch sehr viel aus dem letzten Jahrtausend haben. Verstopfte Straßen, in denen sich Autos, Fahrräder unter ÖPNV gegenseitig Platz wegnehmen. Wird das in Zukunft anders sein? Die Mobilität wandelt sich. Welche Fortbewegungsmöglichkeiten weisen in die Zukunft? Ein E-Auto an der Stromtankstelle – das Bild prägt mehr und mehr Berlins Alltag.

Zukunftsforscher sind sich einig: weniger Staus, weniger Umweltbelastung, saubere Luft sind im Kommen

Berufsbedingt ist Prof. Dr. Stefan Rammler, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin stets mit offenen Augen in punkto Mobilität der Zukunft auf und unter Berlins Straßen unterwegs. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie die Verkehrswende in Zukunft für weniger Staus, weniger Umweltbelastung und eine verbesserte Luftqualität sorgen kann. Wenn er morgens aus dem Berliner Westen in die Innenstadt fährt, ist er zuerst mit einem Elektroauto, danach mit der S-Bahn und dann zu Fuß unterwegs. Ihm fallen immer mehr Menschen auf, die auf leise dahingleiten Motorrollern sitzen, die auf einem Fahrrad mit wenig Mühe hohe Geschwindigkeiten erzielen oder die in Bussen fahren, die mit Schriftzügen „Wir sind Neuweltbürger“ plakatiert sind. In Berlin-Schöneberg wurde die Idee entwickelt, Straßenlaternen umzufunktionieren, nämlich zu Ladesäulen für Elektro-Fahrzeuge. Diese Idee hat es inzwischen über den großen Teich bis nach New York geschafft und wird auch in London verfolgt. Die BVG testet aktuell selbstfahrender Elektrobusse und der normale ÖPNV per Bus soll innerhalb der nächsten zehn Jahre komplett auf Elektroantriebe umgestellt werden. Viele Unternehmen wollen teilhaben, sei es aus dem Bereich der Mobilität oder der Elektrizität.

Elektroautos und Car-Sharing-Modelle

Mitte 2019 gab es über 1500-Autos auf Berlins Straßen. Bereitgestellt von VW im Car-Sharing-Konzept „We Share“. Das Ziel des Unternehmens ist es, über 2000 Elektrofahrzeuge auf die Berliner Straßen zu bringen. Öffentliche Ladestation sind dazu geeignet, die Fahrzeuge aufzuladen. Elektrischer Golfs, kurz E-Golf genannt, und auch E-Ups sollen nicht nur auf öffentlichen Parkplätzen mit Energie aufgeladen werden können, sondern auch auf Parkplätzen von Supermärkten oder Shoppingcentern. Mit diesen Akteuren geht der Autokonzern spezielle Partnerschaften ein. Ziel ist die bereitstehende Ladeinfrastruktur miteinander zu vernetzen und den Kunden zugänglich zu machen. Das soll die elektrische Mobilität flexibler machen.

E-Mobilität boomt

Neben VW gibt es weitere Anbieter, die ebenfalls Elektromobile im Car-Sharing-System oder anderen Geschäftsmodellen anbieten. In Berlin gibt es weitere Carsharing-Firmen wie Cambio, Share now, Stadtmobil und Flinkster, die den unabhängigen Autoverkehr ermöglichen, ohne dass Nutzer an eigenes Fahrzeug besitzen müssen. Die Vielfalt der Modelle ist breit und es findet sich wohl für jeden Geldbeutel das passende. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und es ist praktisch, dass ein Auto an nahezu jedem Ort abgestellt werden kann. So können Nachtschwärmer mit einem Pkw zum nächsten Poesiefestival oder zu einer anderen Veranstaltung fahren, um dort einen unvergesslichen Abend zu erleben. Sie lassen den Wagen später stehen und nehmen in der Nacht ein Taxi zurück nach Hause. Teilen statt zu besitzen ist ein Trend, der in Berlin gut funktioniert. Und das gilt nicht nur für Autos. Immer mehr entscheiden sich für einen E-Scooter. Die praktischen Zweiräder sorgen für unkomplizierte Fortbewegung und erreichen insbesondere in Innenstädten schnell ihr Ziel.

Auf dem Zweirad durch Berlin

Mietbare elektrische Motorroller von Bosch sind in Berlins Straßenbild ebenfalls oft zu sehen. Der Konkurrent Emmy zieht mit seinen Elektrorollern nach, so das inzwischen weit über 1000 Elektroroller unterwegs sind. Das Interesse daran ist groß, doch erfordert das Führen der elektrischen Motorroller einen Führerschein. Flexibler hingegen sind E-Scooter – wie die Cityroller von micro zeigen, gibt es sie in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlicher Ausstattung. So gibt es für jedes Bewegungsprofil das passende Modell. Roller für Erwachsene sind ein stylisches Fortbewegungsmittel, aber ein Kinderspielzeug stellen sie dennoch nicht dar. Sie sind enorm praktisch und flexibel, ideal für die urbane Mobilität. Teens lieben E-Scooter ebenfalls, sie nutzen sie in der City, gehen damit auf Shoppingtour oder cruisen damit über die Radwege quer durch die Stadt. Auch die Kleinsten können sich früh üben und auf einem nicht elektrifizierten Kinderroller ihre ersten Fahrwege zurücklegen. Der Umstieg auf einen waschechten E-Scooter dürfte mit 14 Jahren dann unkompliziert erfolgen.

Berlin nimmt auch E-Roller mit

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Man kann auch ohne vier Räder cruisen. – Foto: © pixabay.com moovi_escooter (CC0 Creative Commons)

In Berlins Bussen und Bahnen werden E-Scooter wie ein Fahrrad behandelt. Das bedeutet, dass die Beförderung von E-Scootern durch die BVG kostenpflichtig ist und ein eigener Fahrschein gelöst werden muss. Der Scooter darf die maximalen Abmessungen des Hubmoduls ist nicht überschreiten und ist am Rollstuhlstellplatz längs der Fahrtrichtung unterzubringen.

E-Scooter

E-Scooter in Berlin sind inzwischen so häufig zu sehen, dass ein kurzer Abriss über die Regeln dabei helfen soll, das praktische Fortbewegungsmittel im Straßenverkehr angemessen zu nutzen. Die wichtigsten Infos im Überblick:

  • Um auf der Straße mit einem E-Scooter zu fahren, muss das Zweirad vom Hersteller mit Papieren ausgeliefert werden. Wer einen E-Scooter fahren will, muss mindestens 14 Jahre alt sein.
  • Nur eine Person darf auf dem Roller fahren
  • Anhänger sind verboten.
  • Ein E-Scooter muss versichert werden, das kostet rund 40 € im Jahr.
  • Die Fahrzeugpapiere müssen Fahrzeugführer nicht bei sich tragen, aber an einen sicheren Ort aufbewahren. Darin stehen die Genehmigungsnummer und die Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Ein E-Roller muss mit einem Schild ausgestattet sein, das die Daten anzeigt.
  • Das Gesetz sieht eine neue Fahrzeugkategorie für Elektrokleinstfahrzeuge vor. Der Geschwindigkeitsbereich liegt zwischen 12 und 20 km/h.
  • E-Scooter dürfen nicht auf Gehwegen benutzt werden. Auch Fußgängerzonen sind tabu.
  • Scooter dürfen über Radwege und auf Radfahrstreifen befahren werden. Sind diese nicht vorhanden, darf der E-Scooter auf der Fahrbahn gefahren werden.
  • E-Scooter dürfen bislang am Straßenrand, auf Bürgersteigen und Grünstreifen sowie in Fußgängerzonen abgestellt werden. Sie dürfen aber anderen Verkehrsteilnehmern nicht hinderlich sein. Ein E-Scooter darf keine Rettungswege blockieren, auch dürfen sie die Sicht an Kreuzungen nicht einschränken.

Fazit: E-Mobilität ist ein Megatrend

E-Mobilität auf vier oder zwei Rädern ist nicht nur eine Modeerscheinung, sondern ein Trend, der unser Verhalten langfristig verändern wird. Dass dazu neue Gesetze erlassen werden müssen liegt in der Natur der innovativen Technologie. Die sich wandelnde Mobilität wird sich rasant weiterentwickeln und nicht nur die nächsten Jahren sichtbar prägen.

 Titelfoto: © pixabay.com akrebs60 (CC0 Creative Commons)