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Fahrrad, 030 Magazin, Markt

Seit der Verabschiedung des Klimapaketes der Bundesregierung ist bei Verkehrsplanern im Bereich des Radverkehrs eine regelrechte Goldgräberstimmung aufgekommen. Wird Berlin jetzt zur Radmetropole?

Berlin ist bekannt als eine der größten und schillerndsten Metropolen Europas. Nirgendwo sonst in der Bundesrepublik bieten sich den Bewohnern einer Großstadt derart viele Unterhaltungsmöglichkeiten, entstehen jeden Tag neue Aufregende Dinge und können die Bewohner sich so schnell von A nach B bewegen. Berlin hat eines der besten U-Bahnsysteme, relativ gut aufeinander abgestimmte Busverbindungen und ein sehr dichtes Straßensystem. Was Berlin bislang allerdings nicht wirklich in ausreichendem Maße hat sind Radwege. Wer als Fahrradfahrer versuchen möchte schnell und ohne großen Zeitverlust relativ risikofrei durch Berlin zu fahren ist auf verlorenen Posten. Da hat sogar online bessere Chancen an Automatenspiele oder andere Slots zu kommen, die einem eine reellere Chance auf einen Jackpot einräumen. Bitter, aber im Berliner Straßenverkehr riskiert der Fahrradfahrer nicht weniger wie seine Gesundheit und sein Leben.

Die Probleme für den Radverkehr in Berlin

Das diese Situation dringend geändert werden muss ist auch für den Berliner Senat schon lange ein Faktum. Leider ist allerdings auch traurige Tatsache das Berlin mit zu den an den höchsten verschuldeten Städten bzw. Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland gehört. In diesem Zusammenhang große Sprünge bei der Verkehrsregelung zu machen war schlichtweg gesagt unmöglich. Zudem muss man berücksichtigen das Fahrradfahren – und somit Radwege – Jahrzehnte lang nicht auf der Agenda der Städteplaner zu finden war. Radwege wurden meisten eher stiefmütterlich behandelt und nur dort gebaut wo sie unbedingt nötig waren. Die Folge ist das Berlin zwar ein sehr dichtes Straßennetz hat aber im Vergleich dazu kaum über entsprechende Radwege verfügt. Zudem hat Berlin, wie fast jede Großstadt ein Platzproblem und bis vor ein oder zwei Jahren wurden ehr Parkstreifen oder Grünanlagen angelegt anstelle dem Radverkehr gesicherte Wege zu bieten.

Berlin Bicycle Week 2016, 030 Magazin

Fahrräder sind in Berlin ein großes Thema. – Foto: © Berlin Bicycle Week.

Klimaveränderung und eine veränderte Politik bieten neue Chancen

Wohl kaum jemandem – sofern er nicht völlig Realitätsfremd ist – dürfte der fortschreitende Klimawandel entgangen sein. Auch die Bundesregierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und ein großangelegtes Klimapaket verabschiedet um Deutschland möglichst schnell auf ein klimaneutrales Niveau zu bringen. Von den vielen Milliarden, die in diesem Paket stecken, soll auch ein gehöriger Teil in den Ausbau des Radverkehrs fließen. Für die in finanziellen Belangen relativ klammen Stadt Berlin ist dieser Umstand ein Segen der ihr neue Gelder für die Umgestaltung und den Ausbau des Radverkehrs bietet. Das Klimapaket zeigt aber auch in wie weit sich die generelle Politik der Bundesregierung verändert hat. So sollen jetzt die Vorschriften bei der Gestaltung neuer Radwege zusätzlich vereinfacht werden, damit Städteplaner es leichter haben neue Radwege zu realisieren. Für die Stadtplaner bietet sich somit bei allen vorherrschenden Problemen durchaus neue und interessante Möglichkeiten. Projekte die vorher als unrealistisch eingestuft wurden und jahrelang in Archiven verstaubten werden nun wieder hervorgeholt und auf Machbarkeit überprüft. Eines der bekanntesten dieser Projekte ist mit Sicherheit die Idee eines Radweges bzw. Radschnellweges durch das Brandenburger Tor. Generell ist die langfristige Idee der Städteplaner Berlin mit einem Netz aus Radschnellwegen zu durchziehen und mit diesen dann Berlin mit dem nahen Umland zu verbinden.

Zukünftige Probleme bei der Realisierung

Das eine derartige Durchführung nicht einfach werden wird dürfte auf der Hand liegen aufgrund der dichten und hohen Bebauung ist es in Berlin extrem schwierig zusätzlichen Platz für Radwege zu schaffen. Als Folge davon werden die Autofahrer wohl in ihrer Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkt werden. Man wird sehen müssen wohin das führt denn immerhin ist Berlin eine der größten Städte die direkt an einer internationalen Durchgangs-Autobahn liegen und durch den Berliner Ring vollständig von Autobahnen umschlossen ist. Diesem Autoverkehr Bewegungsspielraum zu nehmen kann schnell zu regelrechten Verkehrsinfarkten führen wobei hier auch die oft angesprochenen Park+Ride Möglichkeiten wohl nicht so einfach realisiert werden können. Aber vielleicht löst sich das Problem ja in dem Moment, wenn die Radschnellwege realisiert werden und Pendler aus dem Umland mit dem Fahrrad in die Stadt fahren. Dann würde Berlin tatsächlich zu einer echten Fahrradmetropole.