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Dank Berlinale blickt alle Filmwelt auf die Hauptstadt. | Internationale Filmfestspiele Berlin

Die Berlinale zählt neben den Festspielen in Cannes und Venedig zu den bedeutendsten Filmfestspielen der Welt. Vom 20. Februar bis 1. März 2020 feiert sie ihr 70. jähriges Bestehen. Wir geben euch einen kurzen Überblick über die einzelnen Sektionen und haben schon ein paar Filmtips für euch zusammengesammelt.

Es ist Berlinale, Baby

Jedes Jahr im Februar versammelt sich die internationale Filmbranche in unserer Hauptstadt. Vor dem Berlinale Palast liegen rote Teppiche und stehen hysterisch kreischende Fans, um Stars und Sternchen zu frönen. Für die einen ist es das Ereignis des Jahres. Für die anderen, die einfach nur gute Filme gucken wollen, eine unangenehme Begleiterscheinung. Aber so läuft das eben. Denn die Berlinale ist mit knapp einer halben Million Besucher das größte Publikumsfestival der Welt. Jährlich werden hier um die 400 Filme präsentiert und das in allen Genres, Längen und Formaten. Damit man nicht den Überblick verliert gliedert sich das Festival in dreizehn Sektionen. Das Herzstück dabei ist die Sektion „Wettbewerb“. Hier gibt es die Filme zu sehen, über die die Welt reden wird.  Jährlich stehen in etwa zwanzig Filme im Wettbewerb. Wer gewinnt, entscheidet eine internationale Jury aus Filmexpert*innen. Im Folgenden erwartet euch eine kleine Auflistung der Sektionen inklusive erster Filmtips.

Place to be. Foto: Richard Hübner © Berlinale 2014

Stars, Sternchen & Serienjunkies

Die Sektion Berlinale Specials beleuchtet und diskutiert aktuelle Themen der Gesellschaft, würdigt außergewöhnliche Werke und Persönlichkeiten. Ferner werden hier die großen internationalen Premieren gezeigt. Wobei auch die Stars zugegen sind. In diesem Jahr wird hier unter anderem das vielversprechende Werk „Persian Lessons“ von Vadim Perelman zu sehen sein. Welcher die Geschichte eines Juden erzählt, der behauptet ein Perser zu sein. Um so sein Überleben im Holocaust zu sichern. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten. Für alle Serien-Junkies sind die Berlinale Series unerlässlich. In diesem Jahr sind acht Serienpremieren angekündigt. Dabei richtet sich der Blick gehäuft auf gesellschaftliche Heterogenität und sexuelle Identität. Sowie auf die Fragen wie sich politische Entwicklungen oder humanitärer Katastrophen auf eine globalisierte Welt auswirken. Vielversprechend ist hier die Australische Serie „Stateless“ unter anderem von und mit Cate Blanchett. Sie thematisiert das Leben auf der Flucht. 

Unbedingt angucken! Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger in Persian Lessions von Vadim Peredman. Foto: © Hype Films

Am Puls der Zeit

Außerdem begehrt: die Sektion Panorama. Wenn filmische Revolutionen stattfinden, dann hier. Denn in politisch kämpferischer Manier widmen sie sich den Themen der Zeit: Migration, die Ausbeutung unserer Natur und  queeren Identitäten. So erzählt der Film „Mogul Mowgli“ von Bassam Tariq die Geschichte eines jungen, britischen Rappers namens Zed. Und seinem Kampf sich selbst zwischen Musikkarriere und seinem konservativen pakistanischen Elternhaus zu verorten. Ferner interessant für das junge Publikum: die Sektion Generation. Sie weiß, was die jungen Leute von heute bewegt. Der Eröffnungsfilm „Kokon“ von Leonie Krippendorff erzählt vom Kampf um die eigene Identität. Für die Fans des deutschsprachigen Films ist die Sektion Perspektive Deutsches Kino Pflicht. Sie zeigt die Werke deutscher Nachwuchskünstler*innen. So wird unter anderem der Film „Walchensee Forever“ von Janna Ji Wonders sich dem Erforschen unseres Familiengedächtnisses widmen. Folglich wird die Frage gestellt wie es sich fort schreibt und das Handeln einer jeden nachfolgenden Genration beeinflusst. 

Zwischen Traum und Familie. Riz Ahmed in Mogul Mowgli. Foto: © Mogul Mowgli/ BBC Films

Zwischen Klassikern und Zukunftsträumen

Während sich die vorherigen Sektionen am Puls der Zeit entlang hangeln, werfen die Sektionen Retrospektive, Hommage und Berlinale Classics einen Blick in die vergangene Filmgeschichte. Man könnte sie auch Sektionen des Erinnerns, Würdigens und Wiederentdeckens nennen. Hier stehen die großen Klassiker im Mittelpunkt und erfahren eine Renaissance. Im Gegensatz dazu stehen die Sektionen Encounters und Berlinale Shorts häufig im Zeichen der Zukunft. Bei Ersterem versuchen sich unabhängige Filmemacher an neuen Formen filmischen Erzählens. Und für die Shorts gilt: Der Kurzfilm funktioniert am besten abseits der Normen und gängigen Sehgewohnheiten. Eher theoretisch geht es hingegen in der Sektion Forum und Forum Expanded  zu. Hier wird über das Medium Film an sich diskutiert. Wobei auch Installationen, Musik oder Performances dazu beitragen sollen die Grenzen neu auszuloten. 

Das ist Kunst. Tord och Tord vin Niki Lindroth von Bahr. Foto:© Niki Lindroth von Bahr

Was man sonst noch wissen muss

Aus dem Anlass heraus, dass die Berlinale ihr 70. jähriges Jubiläum feiert, wurde eigens dafür das Sonderprogramm On Transmission entwickelt. Es entstand aus dem Wusch heraus, die wichtigsten Filme der Geschichte nicht nur zu zeigen, sondern auch ihre Verbindung zu neueren Werken zu untersuchen. So kommt es, dass sich hier Regisseur*innen zusammenfinden um genau darüber zu sprechen. Das vollständige Programm findet ihr ab dem 11. Februar auf der Webseite der Berlinale. Hier erfahrt ihr auch, welche Filme im Wettbewerb stehen. Der Ticketverkauf startet am 17. Februar um 10 Uhr. Die könnt ihr an den Ticket-Countern, Vorverkaufsstellen und Online kaufen. Aber Obacht: seid schnell! Der Onlineverkauf startet immer morgens um 10 Uhr – sorgt für eine stabile Internetverbindung. Zahlen könnt ihr per Kreditkarte oder Sofortüberweisung. Infos zu den Ticket-Countern und Vorverkaufsstellen findet ihr neben der Berlinale Webseite auch hier. 

Berlinale | Internationale Filmfestspiele
20. Februar bis 02. März 2020 | täglich
Programm, Zeiten und Orte.
Foto © Internationale Filmfestspiele Berlin / State – Agentur für Design, Berlin

ist Berlinerin (ja, Köpenick gehört auch noch zu Berlin). Sie wollte mal Artistin werden. Das Einrad verstaubt im Keller. Nun schreibt Sie. Immer am Suchen, Lernen und Hinterfragen, aber bitte mit Humor. Zitat: „Den erhobenen Zeigefinger lass zu Hause. Lass mal cool sein jetzt.“