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Es war etwas ruhiger um Julia Jentsch in den letzten Jahren. Um so schöner, dass sie auf der diesjährigen Berlinale gleich in zwei Filmen zu sehen ist. „Auf einmal“ (Panorama Special) und dem deutschen Beitrag zum Wettbewerb „24 Wochen“.

Diese Zeitangabe, so wird es dem Zuschauer schnell klar, bezieht sich auf die Schwangerschaftsdauer der Kabarettistin Astrid Lorenz. Im Beruf erfolgreich, privat mit Freund und einem gemeinsamen Kind zufrieden. Das zweite Kind soll das Glück perfekt machen. Doch dann die unerwartete Diagnose: der Sohn wird zu 98% mit Down-Syndrom zur Welt kommen. Was nun? Alles gerät ins Wanken. Zwei Fragen beherrschen plötzlich das Leben von Astrid und Markus: wollen wir das, trauen wir uns das zu? Das Paar trifft seine Entscheidung – aber es kommt noch dicker. Reibereien mit der Babysitterin der Erstgeborenen, Streits innerhalb der Familie, berufliche Herausforderungen und ein weiterer Befund.

Still aus dem Spielfilm

In der Hauptrolle: Julia Jentsch als Astrid

Das Filmthema mag kein Neues sein, die Intensität in der erzählt wird, schon. Man ist so nah dran an diesem Paar und seiner Hin und Hergerissenheit, so nah an dieser Mutter, der man den emotionalen Zwiespalt mit jedem Wimpernaufschlag ansieht. Es sind Gedanken wie „in deren Situation möchte ich nicht sein“ oder „diese Entscheidung möchte ich nicht treffen“ im ausgebuchten Kinosaal erahnbar. „24 Wochen“ ist geht so tief, ist so unerbittlich erzählt, dass es weh tut. Ein Film, der an die Schmerzgrenze geht. Aber auch ein Film, der einen so schnell nicht wieder los lässt. Einer, der einen näher zu sich selbst bringt – zu der Antwort nämlich, wie man selbst sich in dieser Situation entschieden hätte. Ein Film, der das Thema Down-Syndrom weise und offen behandelt. Ein Film, der erzählt werden musste.

24 Wochen

Deutschland 2016

Länge: 102 Minuten

Regie: Anne Zohra Berrached

DarstellerInnen:

Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Johanna Gastdorf, Emilia Pieske, Maria Dragus

Wettbewerb

Foto ©: Berlinale

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