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Tasse, Becher, einweg

Ein Bier beim Fußballspiel, ein schneller Kaffee unterwegs oder ein Cocktail auf dem Konzert – das Ausschenken von Getränken zum Mitnehmen gehört auf Großveranstaltungen und im Alltag einfach dazu. Während die praktischen Einwegbecher die Verletzungsgefahr im Vergleich zu Gläsern deutlich reduzieren, stehen sie wegen mangelnder Nachhaltigkeit immer wieder in der Kritik. Mehrweg- oder Bio-Becher sollen da Abhilfe schaffen.

Mehrwegbecher die bessere Alternative?

Geschirr muss beim Bierausschank auf Großveranstaltungen einiges aushalten können. Sicherheit, Hygiene und Nachhaltigkeit sind die Hauptkriterien, die Becher möglichst erfüllen sollten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vertrat bisher die Auffassung, dass Mehrwegbecher aus Plastik der Einweg-Alternative in Sachen Nachhaltigkeit deutlich überlegen seien. Diese Annahme beruhte auf einer Untersuchung der Carbotech AG sowie des Österreichischen Ökologie-Instituts, des Öko-Instituts e.V. Deutschland aus dem Jahr 2008, welche die Ökobilanz von Einweg- und Mehrwegbechersystemen beim Getränkeausschank verglich. Damals kamen die Organisationen zu dem Ergebnis, dass Mehrwegbecher aus ökologischer Sicht sinnvoller seien als Einweg-Lösungen, selbst wenn letztere aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt waren.

Bio-Einwegbecher doch nachhaltiger

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Foto: Pixabay

Aktuelle Rechnungen zeigen jedoch, dass die Zahlen der DUH in der Praxis nicht zu 100 Prozent aufgehen. Müssen die Becher häufig ersetzt werden, oder werden beschädigte Exemplare nicht sachgemäß entsorgt, fällt ihre Umweltbilanz deutlich schlechter aus als die der Bio-Einwegmodelle. Aus diesem Grund setzen immer mehr Betriebe darauf, nachhaltige Einwegbecher zu verwenden. Die Bio-Becher zeichnen sich dadurch aus, dass sie ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und so nachhaltig Ressourcen schonen. Weiterhin sind sie zu 100 Prozent kompostierbar und können problemlos in der Biotonne entsorgt werden. Laut DIN 13432 können die umweltfreundlichen Einweg-Becher in einer industriellen Kompostierungsanlage schon nach maximal drei Monaten zu über 90 % in ihre ursprünglichen Stoffe aufgelöst werden. Vor allem Bio Kaffee-Becher sind außerdem nicht nur ausgesprochen umweltfreundlich, sondern auch schadstofffrei und vegan.

Die richtige Trennung

Einen Haken hat die Öko-Alternative allerdings: die Einwegbecher haben nur dann eine bessere Umweltbilanz als Mehrweg-Modelle, wenn die richtig entsorgt werden. Damit sie vollständig kompostiert werden können, ist es notwendig, dass die Becher sortenrein getrennt und entsorgt werden. Vorreiter in diesem Bereich ist unter anderem der Fußballverein Borussia Dortmund, welcher auf Veranstaltungen und im Stadium ausschließlich mit PLA Einmalbechern arbeitet, welche nach der Benutzung in einer Biogasanlage verwertet werden. Auch in der Allianz-Arena in München werden Getränke in umweltfreundlichen Bechern serviert, bevor sie gesammelt und recycelt werden. Tatsächlich ist selbst die Umweltbilanz von Einmal-Kaffeebechern aus PP oder PET besser als die der hochgelobten Mehrwegbecher – wenn die Einwegmodelle sortenrein gesammelt und recycelt werden.

Titelfoto: Pixabay