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Von A nach B. Auf zwei kleinen Rollen. Foto: CC0/Elvert Barnes

E-Scooter: Hilfe oder Plage?
| Neue Mobilität

in Mobilität/Stadtleben

Mit Leihrädern haben Städte schlechte Erfahrungen gemacht. Millionen von ihnen überrollten uns. Jetzt rollt der nächste Trend auf uns zu: die E-Scooter. Das hat der Bundesrat beschlossen. Werden sie uns helfen oder nerven?

Innovation geht so: man nimmt ein Vehikel wie den Tretroller. Und pusht ihn mit neuer Technik, etwa einem Elektromotor. Elektro ist im besten Fall sauber und modern, man kann damit also alten Technologien zu neuem Glanz verhelfen, ohne sich wirklich neue Ideen auszudenken. Tretroller mit Elektromotor, auch E-Scooter sind jetzt offiziell beschlossen: der Bundesrat, also die Vertretung der Bundesländer, hat den Weg für die kleinen Dinger auf Rollen frei gemacht.  E-Tretroller haben -wie Fahrräder auch- das Potenzial, Mobilität in der Stadt zu verändern. Voraussetzung ist, dass unsere Politik endlich die Abkehr vom Auto einleiten würde. Damit würde der Raum frei werden für neue und umweltfreundliche Alternativen wie Rad und Roller, die als Zubringer zum Nahverkehrsnetz dienen würden.

Nicht nur ein Spielzeug

E-Scooter gelten weltweit als Milliardengeschäft. Mit exponentiellem Wachstum und enormen wirtschaftlichen Potenzial. Zwei Berliner Start-ups haben das erkannt, in anderen Ländern sind in sie längst erfolgreich. Die Firmen Tier Mobility und Wind Mobility haben 20 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Die Flotten sind teuer, nicht nur die Anschaffung, sondern Wartung und das Aufladen. Nachts sammeln Techniker die Roller ein und bringen sie in die Ladestationen.

Die Autoindustrie mischt mit

E-Roller sind gut für Strecken, für die sich kein Fahrrad und kein Auto lohnt. Der Weg zur U-Bahn oder S-Bahn wäre ideal – der E-Tretroller ein Zubringer, der Zeit spart im hektischen Stadt-Alltag. Kling alles sehr nett, aber es lauert eine Gefahr: Wenn wir Pech haben, läuft es mit den E-Scootern wie mit den Leihrädern. Berlin sollte den Fehler nicht nochmal machen und stattdessen einen vernünftigen Rahmen schaffen. Für die Unternehmen, die nächstes Jahr massiv in den Markt drängen werden. Mit Milliarden-Summen. Auch die Auto-Industrie mischt mit.

Segen oder Plage?

Bevor der Roller rollt, ist die Politik gefragt. Verkehrsminister Andreas Scheuer muss liefern. Statt sich in Bürokratie und Regulierungswut zu verstricken, müssen praktikable Gesetze her. Die man im Zweifel später nachbessern oder korrigieren kann. Denn in anderen Ländern fahren sie schon seit Jahren. Gib’ Gas, äh Strom, Andi…

Hier erklärt uns der Scheuer-Andi das Thema. 

Foto: © CC0/Elvert Barnes

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