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Von A nach B. Auf zwei kleinen Rollen. Foto: CC0/Elvert Barnes

E-Scooter: Werden sie uns helfen oder einfach nerven?
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in Mobilität/Stadt der Zukunft/Stadtleben

Wie Gutes pervertiert wird, haben die Leihräder gezeigt. Die Mechanik der globalen Wirtschaft sorgte dafür, dass Millionen Räder uns im wahrsten Sinne überrollten. 2019 der nächste Trend: die E-Scooter. Werden sie uns helfen oder nerven?

Innovation geht so: man nimmt ein Vehikel -etwa den Tretroller. Dann pusht man ihn mit neuer Technik, wie dem Elektromotor. Der ist beliebt, man kann damit wunderbar alte Technologien zu neuem Glanz verhelfen, ohne sich neue Ideen auszudenken. Wir wollen das Rad nicht neu erfinden. Was bei Autos und Fahrrädern gut ist, kann bei Spielzeugen aus den 50er-Jahren nicht schlecht sein. Tretroller mit Elektromotor, auch E-Scooter haben nur einen Haken: Sie sind in Deutschland verboten, auf öffentlichen Straßen darf man nicht fahren. Dabei haben sie das Potenzial, die Mobilität in der Stadt zu verändern. Das könnte sich Anfang 2019 ändern. Könnte: der Konjunktiv ist wichtig, denn die Politik -sprich das Verkehrsministerium- tut sich sehr schwer, einen rechtlichen Rahmen für das Verkehrsmittel zu finden. Sie wissen nicht, welcher Fahrzeugart sie es zuordnen sollen. Das hat Folgen: Erwischt die Polizei jemanden mit einem E-Scooter, droht Ärger. Schizophren, wenn man bedenkt, dass die Politik mit aller Macht die Elektromobilität in den Städten fördern will.

Spielzeug für Erwachsene

E-Scooter gelten als Mega-Trend. Als ein Milliardengeschäft. Eines mit exponentiellem Wachstum und enormen wirtschaftlichen Potenzial. Zwei Berliner Start-ups haben das erkannt, in anderen Ländern sind in sie längst erfolgreich. Die Firmen Tier Mobility und Wind Mobility haben schon 20 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Wer in das Rollergeschäft einsteigt, braucht viel Kapital. Die Flotten sind teuer, nicht nur die Anschaffung sondern Wartung – und das Aufladen. Nachts müssen Techniker die Roller einsammeln und in die Ladestationen bringen. Läuft es gut, dann sorgen die Flitzer ab nächstem Jahr für Entlastung in im Verkehr. Sie sind perfekt für Strecken, für die sich kein Fahrrad und kein Auto lohnt. Der Weg zur U-Bahn oder S-Bahn wäre ideal – der E-Tretroller ein Zubringer, der Zeit spart im hektischen Stadt-Alltag. Kling alles sehr nett, aber es lauert eine Gefahr: Wenn wir Pech haben, läuft es mit den E-Scootern wie mit den Leihrädern. Berlin sollte den Fehler nicht nochmal machen und stattdessen einen Rahmen schaffen. Für die Unternehmen, die nächstes Jahr massiv in den Markt drängen werden. Mit Milliarden-Summen. Auch die Auto-Industrie mischt mit.

Segen oder Plage?

Bevor der Roller rollt, ist die Politik gefragt. Verkehrsminister Andreas Scheuer muss liefern. Auf Instagram gibt sich der CSU-Politiker zupackend und frisch, was für jemanden aus seiner Partei schon genug Coolness ist. Statt sich in Bürokratie und Regulierungswut zu verstricken, müssen praktikable Gesetze her. Die man im Zweifel später nachbessern oder korrigieren kann. Denn in anderen Ländern fahren sie schon seit Jahren. Die E-Scooter. Gib’ Gas, äh Strom, Andi…

Hier erklärt uns der Scheuer-Andi das Thema. 

Foto: © CC0/Elvert Barnes

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