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Der [030] Wochenrückblick vom 6. – 10. August 2018

in Stadtleben/Wochenrückblick

Mit unseren Musik- und Kulturtipps seid ihr eh schon immer gut informiert. Damit ihr aber auch nicht verpasst, was es sonst noch Wichtiges in Berlin gab, liefern wir euch unseren Wochenrückblick.

Pläne für den Checkpoint Charlie

Selbst wenn in Berlin Sommer ist und eigentlich alle am See liegen sollten, wird in der Hauptstadt gestritten. Diese Woche stand der Checkpoint Charlie im Fokus, der mit einer neuen Bebauung ausgestattet werden soll. Dafür wurden sieben Architekturbüros ausgewählt, die ihre jeweiligen Vorschläge der Öffentlichkeit präsentiert haben. Die Vorschläge sind meist in Richtung von modernen, imposanten Gebäuden ausgefallen, die an der Friedrichstraße stehen sollen. Nicht alle zeigen sich mit diesen Vorschlägen zufrieden und bemängeln dabei vor allem, dass der historischen Bedeutung des Checkpoint Charlie Bedeutung beigemessen werden sollte. Sogar eine Vorgabe des Landesdenkmalrates gab es extra dafür, dass die Umgebung des Checkpoint Charlies gut erhalten bleibt. Das haben definitiv nicht alle Vorschläge überzeugend geschafft und es bleibt abzuwarten, ob die Stadt Berlin doch noch ihr Vorkaufsrecht nutzt, um die Gestaltung des Checkpoint Charlie in eigene Hände zu nehmen. Mehr zu den Plänen und den Gebäudevorschlägen findet ihr im Artikel der Berliner Zeitung.

Kritik an S-Bahn

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Für Streit in Berlin sorgt naturgemäß auch der Nahverkehr. Dabei ist es relativ egal, ob Heizungen im Winter ausfallen oder Klimatisierungen im Sommer nicht funktionieren – Konfliktpotential ist immer da. Der Hauptgrund sind allerdings die Verspätungen und Ausfälle von Bahnen, die jeder Berliner schon mitmachen musste. Das hat mittlerweile auch die Deutsche Bahn begriffen und versucht jetzt mit einer sogenannten „Qualitätsoffensive“ dagegen zu steuern. Ein Teil dieses Programm ist die direkte Auseinandersetzung mit der Kritik von Fahrgästen, der sich S-Bahn Chef Peter Buchner am Dienstag am Bahnhof Südkreuz stellte. Dort gab es harsche Ansagen, Berichte über die Probleme mit Verspätungen und eine ausgefallene Ringbahn, wie die Morgenpost berichtet. Die Auseinandersetzung mit den Problemen der Fahrgäste ist sicherlich wichtig und richtig. Ob es viel bringt, wenn sich der Chef für eine kurze Zeit am Bahnhof einfindet, darf dann doch bezweifelt werden.

Humboldt Universität fordert mehr Transparenz

Der nächste Konflikt hat sich an der Humboldt Universität entfacht, wo Verantwortliche der Universität nun den „Referent_innenRat“ verklagen. Der Konflikt begann bereits mit einer Anfrage des AfD im Senat, die forderte die Namen von Referenten und Referentinnen zu erhalten. Das wurde abgelehnt und auf den Datenschutz der aktiven Mitglieder dieses Rates verwiesen. Problematisch ist allerdings, dass anscheinend auch der Humboldt Universität selber die Namen der aktiven Referent_innen nicht bekannt sind. Die Universität forderte den Rat daraufhin auf, die Namen der aktuellen Mitglieder zu nennen. Die Mitglieder wollen ihre Klarnamen allerdings nicht bekannt geben und fürchten negative Konsequenzen, wenn diese öffentlich würden. Dies begründen sie auch mit der Anfrage der AfD. Eine Weitergabe der Namen nur an Verantwortliche der Hochschule lehnt die Humboldt Universität allerdings ab, da Wahlämter öffentlich seien. Die Leitung der Universität hat daher Klage eingereicht und sollte die Erfolg haben, muss der RefRat höchstwahrscheinlich die Namen der Mitglieder öffentlich machen. Eine Gegenklage prüft der Rat allerdings auch schon.

Hohe Zahl an antisemitischen Straftaten

Der Tagesspiegel hat in dieser Woche berichtet, dass die Anzahl an antisemitischen Straftaten in Berlin deutlich höher ist, als in anderen Bundesländern. Im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres gab es demnach 80 antisemitische Straftaten, fast doppelt so viele wie in Bayern, wo es mit 43 Straftaten die zweitmeisten Übergriffe gab. Ein anstisemitischer Übergriff in Berlin hatte dieses Jahr für große Aufmerksamkeit gesorgt. Dabei war ein Israeli, der eine Kippa trug, auf der Straße mit einem Gürtel angegriffen worden. Die Zahlen und auch der gewalttätige Überfall von diesem Jahr zeigen, dass Judenfeindlichkeit auch in unserer sonst so tolerant angepriesenen Hauptstadt ein sehr ernsthaftes Problem ist. Ein älterer Kommentar unseres Herausgebers Tim Schäfer ist da schon die richtige Reaktion.

Der seltsamste Radweg Berlins

Verkehr und Berlin. Ein Themenkomplex der nie ein Ende findet, was auch an den seltsamen Ideen liegt, mit denen Verkehrsteilnehmer teilweise konfrontiert werden. Das neueste Kuriosum ist ein Fahrradweg in Zehlendorf, der einigermaßen verwirrend gestaltet ist. Keine Ahnung, was sich die Planer dabei gedacht haben, der Weg soll aber auch recht schnell übermalt werden.

Bis nächsten Freitag !

Eure [030] Redaktion

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