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john tejada, berlin, 030 magazin

Beim 2012 Albumerfolg „The Predicting Machine“ fand man John Tejada inmitten einer Überfülle von Synthesizern hockend. Ein Klangmagier der alten Schule. Es war bereits das zweite Album auf dem Kölner Kompakt Label. In diesem Jahr ist mit »Signs Under Test« nun die rheinische Trilogie des gebürtigen Wieners mit kalifornischer Sozialisation perfekt. 

Da scheinen sich zwei gefunden zu haben. Seit 1998 veröffentlicht John Tejada seine houselastigen Technoentwürfe im Album Format. Nach ersten Gehversuchen Anfang der Nullerjahre auf dem westamerikanischen Plug Research (Flying Lotus, Dntel, Daedelus), folgten zwischen 2006 und 2008 vier weitere Langspielplatten auf seinem – Mitte der Neunziger gegründeten – Label Palette Recordings. Warum die Zeit mit der Suche nach geeigneten Partner verschwenden, wenn man sich der Qualität seines künstlerischen Outputs gewiss ist und seine Musik ohne Umwege auch eigenverantwortlich veröffentlichen kann. So viel Selbstbewusstsein muss sein. Tejada mangelt es daran nicht. Der Sohn einer Sopranistin und eines Dirigenten kann sich immerhin rühmen seine ersten musikalischen Gehversuche als Hip-Hop begeisterter Teenager in L.A. auf Ruthless Records, dem Label des früh verstorbenen NWA-Mitglieds Eazy E, veröffentlicht zu haben. Als elektronischer Musikfan kann man sich nur freuen, dass es den jungen Mann nicht im Rapgeschäft hielt, sondern 1991 in die Tiefen der Housemusik verschlug. Hierin hat es sich Tejada bis heute äußerst erfolgreich eingerichtet, diverse Hits (“Mono On Mono”, “Sweat On The Walls”) zeugen davon. Nebenbei ist er sehr erfolgreich als Musikproduzent im Werbe- und Filmbereich tätig. Bei all den vielen Beschäftigungen hat Tejada nie den Blick für andere musikalische Strömungen, außerhalb der "4th to the Floor"-Welt verloren. Kollaborationen mit Drum & Bass Künstlern wie Klute und Polar geben ebensolche genreübergreifenden Einblicke, wie Tejadas eigens gegründetes D&B -Label Sonikore Recordings. Der Herr könnte sich ansonsten langweilen. Damit es soweit aber nicht kommt, hat sich Mister Tejada 2011 bei dem Kölner Kompakt Label eine neue musikalische Heimat gesucht. Wie es dazu kam? »Das Album wurde fertiggestellt, bevor ich überhaupt wusste wohin damit«, so Tejada zu seinem Kompakt Einstand. Der Nachfolger wiederum, wurde bereits mit Kompakt als Veröffentlichungsplattform im Sinn komponiert wurde. “Ich glaube, das hat mich kreativ ein wenig befreit,” gesteht der damals Neu-Kölner. In der Folge wird auch Tejada`s Palette Recordings über den Kompakt-Vertrieb in die Welt versandt. Tejada und Kompakt. Das passt! Möge die Trilogie nicht das Ende der Zusammenarbeit sein.

 

 

ist seit 1998 in der hauptstädtischen Medienlandschaft tätig. Ab 2006 für das [030] Magazin. Seit 2016 Herausgeber und Chefredakteur.