BAAM, Kunst, Berlin
Foto: Presse

BAAM: Die Kunstmesse, die Berlin wieder näher zusammenrückt | 4. – 7. 12. im Kühlhaus

In Berlin redet man oft davon, dass Kunst elitär geworden sei – etwas für die mit den richtigen Kontakten, den richtigen Konten und den richtigen Codes. Und dann kommt BAAM um die Ecke und zeigt, wie falsch diese Vorstellung ist. Vom 4. bis 7. Dezember feiert der zehnte Berlin Artists Art Market im Kühlhaus seine Ausgabe – ein Ort, der sich seit 2021 zu einem der unprätentiösesten, offensten Kunstformate der Stadt entwickelt hat.

Gegründet wurde BAAM von Sofia Nordmann und José Contreras Aguad, mit einer simplen Idee: Kunst gehört nicht ins Glasvitrinenmuseum der Auserwählten, sondern zurück dahin, wo sie herkommt – ins Leben von Menschen, die etwas fühlen wollen und kein Vermögen dafür zahlen können.

Ein Marktplatz statt ein Mausoleum

Wer BAAM besucht, merkt sofort: Hier wird nicht geflüstert. Hier wird gelacht, diskutiert, geguckt, kurz überlegt – und gekauft. Über 200 Künstler:innen zeigen mehrere tausend Arbeiten aus Malerei, Fotografie, Illustration, Druck oder Skulptur. Die Preisspanne? 50 bis 5000 Euro. Also nichts, was nur für Sammler:innen mit Seidenschal funktioniert. Was das auslöst, zeigt sich an den Wänden: Die Werke dürfen direkt abgenommen werden. Kasse. Fertig. Und kaum ist ein Stück verkauft, hängt ein neues an derselben Stelle. Das Ergebnis: Eine Ausstellung, die ständig in Bewegung ist. Kein Rundgang gleicht dem anderen – eher fühlt es sich an wie ein kreatives Festival, bei dem die Wände selbst mitatmen.

Wo Berlin-Kreative endlich wieder sichtbar werden

BAAM, Kunst, Berlin
Die Stille vor dem Sturm: BAAM lädt zum künstlerischen Rundgang. – Foto: Presse

Für die Kunstszene der Stadt – insbesondere für jene, die nicht aus Akademie- oder Galerie-Kreisen stammen – ist BAAM ein echter Lebensretter. Keine hohen Teilnahmegebühren, keine zehnseitigen Bewerbungsprozesse, keine verschlossenen Türen. Viele junge Künstler:innen, Quereinsteiger*innen oder Kreative, die sich sonst im Produktionsstress zwischen Nebenjob und Atelier verlieren, bekommen hier eine Plattform, die sich nicht nach Hürden, sondern nach Einladung anfühlt. „BAAM wurde während der Pandemie gegründet, um Berliner Künstlern zu helfen. So können selbst Studenten sich mal ein originales Kunstwerk leisten“, sagt Alla Aloe. Ein Satz, der das Konzept ziemlich gut auf den Punkt bringt: Kunst muss nicht teuer sein, um wertvoll zu sein.

Eintritt frei in die Welt der Originale

Die Messe richtet sich nicht nur an Szene-Menschen. Sie ist – und das ist vielleicht ihr größter Charme – ein Ort, an dem sich einfach jede:r wohlfühlt. Familien, Studierende, neugierige Spaziergänger:innen, Kunstfans mit großem oder kleinem Budget. Es geht nicht um Prestige, nicht um Marktwerte, nicht um die große Geste. Es geht um dieses unmittelbare Gefühl, das Kunst auslösen kann, wenn man ihr ohne Filter begegnet. Ein Werk, das man spontan mitnimmt, weil es einen im richtigen Moment trifft – und nicht, weil jemand behauptet, es könnte irgendwann im Wert steigen.

Ein soziales Kunstprojekt – und ein Stück Berlin

Wer schon einmal durch die BAAM-Hallen gelaufen ist, weiß: Man bleibt selten allein. Überall entstehen Gespräche – zwischen Künstler:innen und Besucher:innen, zwischen Fremden, die plötzlich gemeinsam vor einem Bild stehen und darüber lachen, diskutieren oder schweigen. BAAM ist weniger Messe, mehr Community. Eine temporäre Zuflucht für alle, die an die Verbindung zwischen Kreativität und Alltag glauben. Mit der zehnten Ausgabe im Dezember setzt Berlin ein Zeichen, das gerade jetzt wichtig ist: Kunst gehört nicht in exklusive Räume, sie gehört in die Stadt. Zu den Menschen. Und zu all denen, die sich davon inspirieren lassen wollen – egal, wie viel sie im Portemonnaie haben. BAAM zeigt: Berlin bleibt Kunsthauptstadt, nicht weil es glänzt, sondern weil es Räume schafft, in denen Vielfalt zugelassen wird. Und weil hier, im Kühlhaus, Kunst wieder das sein darf, was sie immer war: für alle da.

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