Die 75. Internationalen Filmfestspiele Berlin, die vom 13. bis 23. Februar 2025 stattfanden, boten ein vielfältiges Programm und markierten einen bedeutenden Wendepunkt unter der neuen Leitung von Tricia Tuttle. Mit 19 Filmen im Wettbewerb und zahlreichen prominenten Gästen wie Timothée Chalamet, Jessica Chastain und Margaret Qualley präsentierte das Festival eine beeindruckende Bandbreite des zeitgenössischen Kinos.
Gewinner des Festivals
Der prestigeträchtige Goldene Bär wurde an das norwegische Drama „Drømmer“ (Träume) von Johan Haugerud verliehen. Dieser Film bildet den Abschluss seiner Trilogie, die mit „Sex“ und „Love“ im Jahr 2024 begann. „Drømmer“ erzählt die Geschichte einer Jugendlichen, die sich in ihre Lehrerin verliebt und ihre Erlebnisse niederschreibt, was bei ihrer Mutter und Großmutter zu tiefgreifenden Reflexionen führt. Der Film wurde für seine Mischung aus Zärtlichkeit, Humor und der Reflexion über die Grenzen zwischen Realität und Fiktion gelobt.

Drømmer | Dreams (Sex Love) von Dag Johan Haugerud. Foto ©: Agnete Brun
Der Große Preis der Jury ging an „O último azul“ von Gabriel Mascaro, während „El mensaje“ des argentinischen Regisseurs Iván Fund mit dem Silbernen Bären der Jury ausgezeichnet wurde. Die Schauspielpreise erhielten Rose Byrne für ihre Rolle in „If I Had Legs I’d Kick You“ und Andrew Scott für seine Darstellung in „Blue Moon“. Das beste Drehbuch schrieb Radu Jude für „Kontinental ’25“, und Lucile Hadžihalilović wurde für ihre herausragende künstlerische Leistung in „La torre de hielo“ geehrt. Der Dokumentarfilm „Holding Liat“ von Brandon Kramer gewann in seiner Kategorie. Zudem erhielt der spanische Film „Sorda“ von Eva Libertad den Panorama-Publikumspreis.
Herausragende Filme
„Blue Moon“ von Richard Linklater wurde als eines der Highlights des Festivals gefeiert. Ethan Hawke lieferte in diesem Film eine herausragende Performance, die von Kritikern als seine bisher beste bezeichnet wurde. Ein weiteres bemerkenswertes Werk war „La torre de hielo“ von Lucile Hadžihalilović, das das Publikum mit seiner fesselnden Erzählweise und visuellen Pracht beeindruckte. Der Film wurde als „makelloses Märchen“ beschrieben und hob sich durch seine künstlerische Finesse hervor.

„Kontinental ’25“ von Radu Jude bot eine moderne neorealistische Darstellung Rumäniens und wurde für seine tiefgründige Analyse der gesellschaftlichen Zustände zwischen Postkommunismus und Hyperkapitalismus gelobt. Der Film folgt einer Gerichtsvollzieherin, die mit moralischen Dilemmata konfrontiert ist, und zeichnet ein eindringliches Bild der sozialen Verhältnisse.
Enttäuschungen und Kontroversen

Trotz der insgesamt positiven Resonanz gab es auch Filme, die die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Einige Beiträge wurden als weniger überzeugend wahrgenommen und konnten weder Kritiker noch Publikum nachhaltig beeindrucken. Konkrete Titel dieser Filme wurden in den verfügbaren Quellen jedoch nicht explizit genannt. Die neue Festivaldirektorin Tricia Tuttle (Foto) setzte klare Akzente gegen rechtsextreme Tendenzen und betonte die politische Verantwortung des Festivals. Dies spiegelte sich auch in der Eröffnungsrede des Jury-Präsidenten Todd Haynes wider, der eine deutliche Anti-Trump-Botschaft vermittelte. Diese politische Positionierung wurde von vielen begrüßt, führte jedoch auch zu Diskussionen über die Rolle von Filmfestivals als Plattform für politische Statements.
Was bleibt?
Die Berlinale 2025 präsentierte sich als ein Festival des Übergangs und der Erneuerung. Unter der Leitung von Tricia Tuttle wurde ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Programm geboten, das sowohl etablierte Filmemacher als auch neue Talente ins Rampenlicht rückte. Die ausgezeichneten Filme zeichneten sich durch innovative Erzählweisen und tiefgründige Themen aus, während die politische Haltung des Festivals für Gesprächsstoff sorgte. Insgesamt bleibt die 75. Berlinale als ein gelungenes Jubiläum in Erinnerung, das die Bedeutung des Kinos als kulturelle und gesellschaftliche Kraft eindrucksvoll unter Beweis stellte.