„Drømmer“ (deutscher Titel: „Träume“) ist ein norwegisches Coming-of-Age-Drama unter der Regie von Dag Johan Haugerud, das auf der 75. Berlinale 2025 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Der Film bildet den Abschluss einer Trilogie, die mit „Sex“ und „Love“ im Jahr 2024 begann, und widmet sich den komplexen Themen Jugend, Liebe und literarischer Ausdruckskraft.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 17-jährige Johanne, die sich leidenschaftlich in ihre Lehrerin verliebt. Um ihre intensiven Gefühle zu verarbeiten, beginnt sie, ihre Erlebnisse und Emotionen mit schonungsloser Ehrlichkeit niederzuschreiben. Diese Aufzeichnungen werden zufällig von ihrer Mutter und Großmutter entdeckt. Obwohl sie zunächst schockiert über die intimen Details sind, erkennen sie bald den literarischen Wert von Johannes Texten. Dies führt zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung innerhalb der Familie über Themen wie Liebe, Identität und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion.
Wie wir es fanden
„Drømmer“ besticht durch seine feinfühlige und nuancierte Darstellung der inneren Welt einer Jugendlichen, die sich in einer Phase des emotionalen Aufruhrs befindet. Haugerud gelingt es, die Intensität erster Liebe und die damit verbundenen Verwirrungen authentisch einzufangen. Die Entscheidung, die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, verleiht dem Film eine besondere Tiefe und ermöglicht es dem Publikum, die unterschiedlichen emotionalen Ebenen der Charaktere nachzuvollziehen. Die schauspielerische Leistung der jungen Hauptdarstellerin ist bemerkenswert. Sie verkörpert Johanne mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit, die ihre innere Zerrissenheit greifbar macht.

Auch die Darstellerinnen der Mutter und Großmutter liefern überzeugende Performances, die die Generationenkonflikte und unterschiedlichen Sichtweisen auf Liebe und Moral eindrucksvoll darstellen. Visuell überzeugt der Film durch eine poetische Bildsprache, die die Stimmung und Emotionen der Protagonistin widerspiegelt. Die Kameraarbeit fängt sowohl die Intimität der persönlichen Momente als auch die Weite der norwegischen Landschaft ein, was dem Film eine besondere Atmosphäre verleiht. Einige Kritiker bemängeln jedoch, dass der Einstieg in den Film durch lange Monologe und eine langsame Erzählweise etwas zäh wirkt. Doch sobald die Handlung an Fahrt aufnimmt, entfaltet sich eine tiefgründige und berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt.
Was bleibt?
„Drømmer“ ist ein einfühlsames und künstlerisch anspruchsvolles Werk, das die Komplexität jugendlicher Emotionen und die Kraft des Schreibens thematisiert. Der Film fordert das Publikum heraus, sich mit Fragen der Identität, Moral und der subjektiven Natur von Realität auseinanderzusetzen. Mit seiner gelungenen Mischung aus intensiver Charakterstudie und ästhetischer Bildgestaltung verdient „Drømmer“ die Anerkennung, die ihm auf der Berlinale zuteilwurde.