Die ersten Monate eines Start-ups sind aufregend, chaotisch und vollgepackt mit To-dos. Zwischen Kundengesprächen, Produktentwicklung und der Suche nach Investoren bleibt die Bürosicherheit oft auf der Strecke. Verständlich – aber riskant. Denn ein kleiner Brand, ein Stolperunfall oder ein Datenleck können junge Unternehmen schnell aus der Bahn werfen.
Wer in Berlin gründet, hat Glück: Die Stadt bietet nicht nur eine lebendige Start-up-Szene, sondern auch gute Beratungsangebote. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Basics, bevor das Chaos des Alltags überhandnimmt. Die gute Nachricht: Sicherheit muss weder kompliziert noch teuer sein.
Brandschutz – mehr als nur ein Feuerlöscher
Brandschutz klingt erstmal nach Bürokratie, gehört aber zu den Pflichtthemen. Rauchmelder sind in Berlin ohnehin vorgeschrieben, auch in Gewerberäumen. Mindestens ein Feuerlöscher sollte griffbereit stehen – idealerweise ein 6-Liter-Schaumlöscher, der für die meisten Bürobrände geeignet ist. Wichtig: Jemand im Team sollte wissen, wie man ihn bedient. Ein kurzer Check alle paar Monate schadet nicht. Flucht- und Rettungswege müssen frei bleiben. Das klingt selbstverständlich, aber in engen Start-up-Büros stapeln sich schnell Kartons oder Werbeaufsteller genau dort, wo sie nicht hingehören. Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Einmal im Monat einen “Fluchtwege-Freitag” einplanen, an dem gemeinsam aufgeräumt wird. Das Team bleibt sensibilisiert und die Wege bleiben frei. Für eine umfassende Beratung lohnt sich der Blick zu Experten, die sich mit Arbeitssicherheit in Berlin auskennen und speziell junge Unternehmen unterstützen können.
Elektrische Sicherheit – Mehrfachstecker sind keine Lösung
Start-ups leben von Technik: Laptops, Monitore, Drucker, Server, Kaffeemaschinen. Die elektrische Infrastruktur vieler Altbauten ist dafür aber nicht ausgelegt. Mehrfachstecker an Mehrfachsteckern sind keine clevere Lösung, sondern ein Sicherheitsrisiko. Besser: Einen Elektriker beauftragen, der zusätzliche Steckdosen verlegt und die Verkabelung prüft. Kabel sollten niemals unter Teppichen verlaufen oder über Laufwege gespannt werden. Wer schon mal über ein Ladekabel gestolpert ist, weiß: Das endet selten gut. Kabelkanäle oder -brücken sind günstig und verhindern Stolperfallen. Regelmäßige Sichtkontrollen helfen, beschädigte Kabel rechtzeitig zu erkennen.
Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung
Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, müde Augen – typische Bürokrankheiten treffen auch Start-ups. Wer täglich zehn Stunden am Schreibtisch verbringt, braucht vernünftige Möbel. Das bedeutet nicht, gleich Designer-Stühle zu kaufen. Aber höhenverstellbare Schreibtische und ergonomische Stühle zahlen sich aus. Gebrauchte Büromöbel von aufgelösten Firmen sind oft eine gute Alternative. Beleuchtung wird häufig unterschätzt. Tageslicht ist ideal, aber nicht immer ausreichend. Schreibtischlampen mit warmweißem Licht reduzieren die Belastung für die Augen. Auch die Bildschirmhöhe spielt eine Rolle: Der obere Rand sollte etwa auf Augenhöhe liegen.
Erste Hilfe und Notfallplanung
Ein Verbandskasten gehört zur Grundausstattung – auch wenn hoffentlich nie etwas Ernstes passiert. Mindestens eine Person im Team sollte einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben. Die Berliner Stadtkultur kennt viele Anlaufstellen für Gründende, auch für solche praktischen Themen gibt es Unterstützung über Stadtleben. Notfallnummern sollten sichtbar ausgehängt werden: Feuerwehr, Polizei, Giftnotruf, aber auch interne Kontakte wie der Vermieter oder ein Notfall-Techniker. In kritischen Momenten zählt jede Sekunde, da hilft es, nicht erst googeln zu müssen.
Datensicherheit nicht vergessen
Neben der physischen Sicherheit spielt Datenschutz eine zentrale Rolle. Gesetzliche Vorgaben wie das Arbeitssicherheitsgesetz regeln viele Aspekte der betrieblichen Sicherheit, aber auch der Umgang mit sensiblen Daten gehört dazu. Regelmäßige Backups sind Pflicht, verschlüsselte Festplatten eine gute Idee. Zugangskontrolle zum Büro schützt nicht nur vor Diebstahl, sondern auch vor unbefugtem Datenzugriff. Elektronische Türschlösser mit Protokollierung oder simple Zahlenschlösser – je nach Budget und Sicherheitsbedarf. Sensible Dokumente sollten in abschließbaren Schränken aufbewahrt werden.
Die Sicherheits-Checkliste zum Abhaken
Eine einfache Checkliste hilft, nichts zu übersehen:
Brandschutz: Rauchmelder installiert? Feuerlöscher vorhanden und geprüft? Flucht- und Rettungswege frei?
Elektrik: Kabel ordentlich verlegt? Keine Mehrfachstecker-Kaskaden? Regelmäßige Prüfung durch Fachpersonal?
Arbeitsplätze: Ergonomische Möbel vorhanden? Beleuchtung ausreichend? Bildschirmhöhe angepasst?
Erste Hilfe: Verbandskasten gefüllt? Erste-Hilfe-Beauftragte benannt? Notfallnummern sichtbar?
Datenschutz: Backup-Strategie etabliert? Zugangskontrolle geregelt? Sensible Daten geschützt?
Sicherheit als Routine etablieren
Das Wichtigste: Sicherheit darf kein einmaliges Projekt sein. Wer regelmäßige Check-ups in den Kalender einträgt – etwa vierteljährlich – bleibt auf dem Laufenden. Das Team sollte wissen, wo Feuerlöscher und Verbandskasten stehen und was im Notfall zu tun ist. Ein kurzes Safety-Briefing bei neuen Teammitgliedern gehört dazu. Start-ups leben von Agilität und Kreativität. Aber auch das beste Geschäftsmodell nützt nichts, wenn ein vermeidbarer Unfall das Team ausbremst. Mit ein bisschen Vorbereitung und einer soliden Checkliste lassen sich die wichtigsten Risiken minimieren – und das Team kann sich wieder den wirklich spannenden Herausforderungen widmen.