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Kino

Berlin-Klassiker · Eine Stadt, bevor sie sich selbst erklärt

Von · · 2 Min. Lesezeit
Stilisiertes [030]-Filmplakat mit Berliner Stadt- und Bahnlinien.
Berliner Stadt- und Bahnlinien als geometrische Komposition
Illustration: [030] · stilisiertes Motiv zum Film, kein Filmstill

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In Walther Ruttmanns Berlin kommt der Zug an, dann beginnt der Arbeitstag. Aus Straßen, Maschinen, Menschen und Verkehr entsteht eine Stadt, die keinen einzelnen Helden braucht. Berlin. Die Sinfonie der Großstadt ordnet das Material nach dem Lauf eines Tages. Das Verfahren klingt einfach. Es verändert aber, worauf man beim Zuschauen achtet. Wer heute über einen Platz läuft, kennt vor allem den eigenen Weg. Ein Film, der laufend die Perspektive wechselt, macht daraus einen Ort, an dem gleichzeitig gearbeitet, gewartet und weitergefahren wird.

Welche Stadt steckt in der Sinfonie?

Ruttmanns Berlin ist auch eine Auswahl. Schon ein zeitgenössischer Text, den filmportal archiviert hat, nahm die Raserei der Bilder aufs Korn und fragte sinngemäß, wie viel davon die Stadt und wie viel die Vorstellung der Filmemacher sei. Darin liegt ein guter Grund, den Film heute wieder hervorzuholen. Man kann die Aufnahmen als Spur des Berlin der Zwanziger sehen und zugleich darauf achten, welches Berlin der Schnitt aus ihnen baut. Wer darin die eigene Stadt wiederfinden will, wird Unterschiede entdecken. Wer nach einer Erklärung sucht, warum Berlin so gerne von seinem Tempo erzählt, bekommt einen ziemlich frühen Ausgangspunkt.

Film: Berlin. Die Sinfonie der Großstadt · Deutschland 1927 · Dokumentarischer Stummfilm · Regie Walther Ruttmann. Filmdaten und Archivmaterial · Zeitgenössische Reaktion im Archiv