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Brillen. Gläser, Mann mit Brille

Alte Menschen sind oft mit zerkratzten und verschmierten Brillengläsern unterwegs. Sie bemerken den Verschmutzungsgrad wegen ihrer schlechten Augen meist nicht. Berufstätige mit PC-Arbeitsplatz spüren die zerkratzten Brillengläser hingegen umso mehr. Die Sicht ist behindert. Es kann zu Augenirritationen und Schwindel kommen. Die Augen ermüden schneller. Auch das Autofahren kann wegen der zerkratzten Brille mit höheren Risiken behaftet sein.

Ratsam ist, zerkratzte Brillengläser schnellstmöglich auswechseln zu lassen. Kunststoff-Brillengläser zerkratzen leichter. Bei oberflächlichen Kratzern können feine Kratzer durch Polieren entfernt werden. Für den Austausch zerkratzter Brillengläser kommen regionale Optiker infrage. Online-Neuverglasungsservices sind allerdings deutlich preiswerter. Zudem senden die meisten Optiker zerkratzte Brillen ebenfalls zum Online-Neuverglasungsservice.

Warum stellen zerkratzte Gläser ein Risiko dar?

Kratzer verändern die Lichtstreuung. Das kann beim Autofahren zu Überblendungen führen. Auch können Kratzer das Gehirn beim Auswerten von Sicht-Daten irritieren. Buchstaben wirken verzerrt oder unscharf, wenn sich Kratzer auf dem Brillenglas befinden. Neben fehlerhafter Akkommodation können sich auch Winkelverschiebungen bei entfernten Objekten ergeben. Das menschliche Auge erfasst Objekte zwar ähnlich wie Kameralinsen. Es erzeugt jedoch nur im Sichtzentrum scharfe Abbilder. Zum Rand hin wird die Sicht unschärfer. Getrübte Augenlinsen haben einen ähnlichen Effekt wie zerkratzte Brillengläser: Sie erzeugen Streulichteffekte. Die irritierten Augen ermüden schneller. Es kommt zu Sichteinbußen mit Schwindel oder Kopfschmerzen.

Wie entstehen Kratzer im Brillenglas?

Prinzipiell sind Kunststoffgläsern empfänglicher für Kratzer – insbesondere, wenn die Gläser mit ungeeigneten Brillenputztüchern gereinigt werden. Brillengläser mit Küchenhandtüchern oder Sweatshirts zu putzen, endet meist mit feinen Kratzern auf dem Glas. Staub und winzige Partikel führen dazu, dass die Brillengläser zerkratzt werden. Zudem werden Brillen oft achtlos irgendwo abgelegt. Sie landen manchmal auf der Seite der Gläser. Auch das kann Kratzer verursachen. Last not least entstehen Kratzer beim Herunterfallen einer Brille. Beschichtete Brillengläser sind weniger empfindlich gegen Verkratzung. Beschichtungen können mit Anti Scratch-, Anti Reflex-Beschichtungen, Anti-Fog sowie mit Clean Coat- oder Hard Coat-Beschichtungen vorgenommen worden sein. Beschichtungen sollen die Gläser resistenter gegenüber Beschädigungen machen. Bei Hard Coat-Beschichtungen wird beidseits eine Hartlackgrundierung mit dem Vakuum-Beschichtungsverfahren auf das Brillenglas aufgetragen. Außerdem können Brillengläser schon im Herstellungsprozess mit kratzfesten Zusätzen versehen werden. Die Brillengläser sind dann extra gehärtet, veredelt, mit Hartschichten oder einer Superentspiegelung versehen worden. Da Kunststoffgläser schneller zerkratzen, werden sie meist mit kratzfesten Beschichtungen versehen.

Politur oder Wechsel zerkratzter Brillengläser?

Brille, Gläser, Frau mit Brille

Foto: Pixabay

Wenn eine Politur des zerkratzten Glases mit speziellen Politurpasten nicht mehr hilft, ist das Auswechseln der Brillengläser unvermeidlich. Das Polieren sollte man tunlichst dem Optiker überlassen. Ein eigenhändiger Versuch lohnt jedoch mit alten Hausmittel wie Zahnpasta, Backpulverpaste oder Autopolitur, Baby-Öl oder Silberpolitur. Mit Zahnpasta lassen sich kleine Kratzer im Brillenglas manchmal entfernen. Sind die Kratzer haarfein, funktioniert auch Baby-Öl. Zerkratzte Gläser an Spiegelsonnenbrillen können oft mit Silberpolitur zu alter Sichtschärfe gebracht werden. Bei zerkratzten Kunststoffgläsern kann ein Versuch mit Autopolitur gemacht werden. Das klappt aber nur bei minimalen und oberflächlichen Beschädigungen. Eine Alternative ist ein Brei aus Backpulver. Dieser sollte ohne Druck auf das zerkratzte Brillenglas aufgetragen und dann mit einem weichen Tuch wegpoliert werden.

Unschöne Kratzer auf Brillenglas vermeiden

Wenn die Brille nicht getragen wird, sollte sie in einem Brillenetui aufbewahrt werden. Es ist wichtig, Brillen niemals so abzulegen, dass sie herunterfallen können oder auf der Gläserseite zu liegen kommen. Das Putzen der Gläser mit groben Tüchern ist zu vermeiden. Was Brillengläsern schadet, ist der Kontakt mit Strandsand und Salzwasser. Auch direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden. Direkte UV-Strahlung kann die schützende Beschichtung stellenweise zerstören. Jeder Brillenträger sollte sich bewusst sein, dass er bei jedem Anfassen der Brille Fettablagerungen und Staubpartikel über die Hände überträgt. Durch permanentes Tragen lagern sich Schmutz- und Fettpartikel am Rahmen und auf dem Glas ab. Fettcremes, Gesichtslotionen, Rasierwasser oder Talg sorgen nach und nach für die Einbettung von Staubpartikeln. Diese können scharfkantig sein. Wenn die verschmierten Brillengläser unsachgemäß mit einem groben Ruch gesäubert werden, entstehen durch die Schmutzanlagerungen unweigerlich Kratzer im Glas.

Wie werden Brillengläser fachgerecht gereinigt?

Die richtige Pflege von Brillengläsern ist gar nicht schwer. Ideal ist ein weiches Brillenputztuch. Die Brillengläser werden gegebenenfalls einmal unter fließendes warmes Wasser gehalten und anschließend poliert. Ungeeignet zum Putzen einer Brille sich Baumwolltaschentücher, Krepppapier-Tücher, Papiertaschentücher, Küchenhandtücher oder T-Shirts. Bei solchen Hilfsmitteln sind Schmirgeleffekte nicht auszuschließen. Entweder liegen diese im Material selbst, oder sie entstehen durch Staubeinlagerungen am Material. Feine und weiche Mikrofasertücher sind hingegen zur Brillenreinigung geeignet. Vor dem Putzen sollten aber sämtliche Staubpartikel vom Rahmen und vom Glas entfernt worden sein. Ein spezielles Brillenpflegemittel kann genutzt werden. Brillengläser sind sehr empfindlich. Ihre Lebensdauer kann mit einer regelmäßigen Reinigung verlängert werden. Aggressive Reinigungsmittel sollten beim Putzen der Brillengläser vermieden werden. Da eine neue Brille in den meisten Fällen selbst bezahlt werden muss, ist der Schutz der Gläser sinnvoll. Bei unveränderter Sehstärke kann eine Lesebrille jahrelang getragen werden. Wenn eine neue Brille fällig ist, könnte eine Brille mit „Lotuseffekt“ Sinn machen. Diese spezielle Beschichtung sorgt dafür, dass die Brille verschmutzungsresistenter wird.

Titelfoto: Pixabay