Hertha BSC, Stadion, Neubau
Frischer Wind. Foto ©: Muns / Wikipedia (CC BY 3.0)

Viel Wind und kein Bock auf Horst. | Hertha BSC

in Fussball/Stadtleben

Hertha BSC startet in die Zukunft. Die Sommerpause neigt sich dem Ende zu und am liebsten möchte man sich lieber gestern als morgen vom „Graue-Maus“-Image verabschieden. Meint [030]-Autor Johannes Boldt.

Alles nur Spaß

Die Mannschaft trifft sich seit Anfang der Woche wieder zum Training trifft. Sie bereitet sich akribisch auf die neue Spielzeit vor. Die Bilder der ersten Trainingseinheiten vermitteln den Eindruck: man hat Spaß. Doch eines ist noch deutlicher, als in den letzten Jahren. Die Mannschaft und der Verein vermitteln tatsächlich so etwas wie einen neuen Glanz.

Hertha, Berlin
Zumindest europäisch spielt man 125 Jahre nach Vereinsgründung.

Voll motiviert

Die Motivation scheint größer denn je. Mit Ante Covic hat nach fast fünf Jahren ein neuer Trainer das Ruder übernommen. Der Verein wird mit neuen Spielern verstärkt, einige kehrten dem Verein aber den Rücken. Es klingt paradox: Gerade die Abgänge der beiden Vereinslegenden Pal Dardai und Fabian Lustenberger lassen den Verein irgendwie neuer, sogar moderner wirken.

Mit Lars Windhorst ist man den wohl größten Schritt in die Zukunft gegangen.

Der Verein arbeitet am großen Imagewandel. Er sucht nach einem neuen Gesicht und tragenden Säulen für die nächsten Jahre. Mit Lars Windhorst ist man den wohl größten Schritt in die Zukunft gegangen. Das „Wunderkind“ der Wirtschaft, der als 16-jähriger Jungunternehmer nicht nur Altkanzler Helmut Kohl sondern auch gierige chinesische Wirtschaftsgurus beeindruckte, steigt bei Hertha ein. Und zwar mit seiner Investmentfirma Tennor Holding B.V.. Die übernimmt 49,9 %.

Größter Deal

Einige Medien schreiben vom größten Investorendeal der Bundesligageschichte. Hertha BSC stehen für die verkauften Anteile 250 Millionen Euro zu. Windhorst spricht über Hertha BSC schon von einem „Big City Club“, der sich in den nächsten Jahren mit den größten Vereinen aus London oder Madrid messen kann. Doch zunächst heißt es: Ball flach halten. Schließlich muss erst der riesige Schuldenberg abgezahlt werden, ehe man sich mit astronomischen Transfers im internationalen Geschäft festsetzt.

In den Sand gesetzt

Auffällig ist, dass in der sonst so kritischen Fanszene der Deal mit Windhorst, weniger kritisch aufgenommen wurde, als zunächst erwartet. Der hatte in seiner Karriere schon einige Projekte in den Sand gesetzt. Im Gegenteil: der unerwartete Geldregen wird von einem großen Teil der Szene positiv angenommen. Man ist gespannt, was der Finanzboom bringt.

Das Image der Grauen Maus haben die meisten Fans satt.

In Berlin scheint man den Trend des Business-Fußball verstanden zu haben. Das Image der Grauen Maus haben die meisten Fans satt, wiederkehrende Einbrüche in der Rückrunde möchte keiner mehr haben –  ein dauerhaft gefülltes Stadion ist nicht nur der Wunsch des Vereins, sondern auch der Fans. Womit wir bei einem weiteren Problem wären.

Dicke Luft

Windhorst konnte für einen großen Schritt sorgen, doch die Probleme der letzten Saison wurden auch mit in die neue getragen. Weiter gibt es keine Einigung mit dem engstirnigen Berliner Senat in der Stadionfrage. Die Luft zwischen der Vereinsführungen um Michael Preetz und der Hertha-Fanszene ist so dick wie nie zuvor. Aktionen wie Bannersperren und Hymnenänderungen sind noch nicht vergessen.

Der nächste Fehltritt

Wir können uns sicher sein: der nächste Fehltritt der Vereinsführung sorgt mehr für Gegen- als für Aufwind. Viel Wind – und der Verein macht sich “zum Horst”.

Foto ©: Muns / Wikipedia (CC BY 3.0)

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