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Von wegen BER: Nicht mal beim ZOB klappt es. Der [030] Wochenrückblick

in Unterhaltung

Mit unseren Musik- und Kulturtipps seid ihr eh schon immer gut informiert. Damit ihr aber auch nicht verpasst, was es sonst noch wichtiges in Berlin gab, liefern wir euch unseren Wochenrückblick.

Teures Fahrvergnügen

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Foto: © Wikimedia Commons

Nein, hier geht es nicht ums Schwarzfahren. Das gibt es zwar immer noch und wird auch ziemlich teuer bestraft, reicht von der Summe allerdings nicht an die Kosten für neue S-Bahnen heran. Die kauft sich Berlin und will dafür mehr als drei Milliarden Euro in die Hand nehmen. Schritt für Schritt werden damit mehr als 1300 Wagen gekauft, die ab 2026 getestet werden sollen. Der Senat geht diesen Schritt auch, damit sich Berlin nicht abhängig von verschiedenen Unternehmen machen muss, die für einen flüssigen Bahnverkehr sorgen können. Mit der guten Verhandlungsposition von einer großen Anzahl an neuen Wagen kann dann ein fairer Kompromiss gefunden werden, wenn es darum geht, wer den S-Bahn Verkehr in Zukunft regeln wird. Keine schlechte Idee also, solange die enorme Summe der Landesregierung nicht doch Schwierigkeiten bei den Plänen zum Sparen macht.

Wo in Berlin Steuergeld verschwendet wird

Der Bund der Steuerzahler bringt jedes Jahr ein “Schwarzbuch” heraus, in dem Fälle aufgelistet sind, wo Steuergeld verschwendet wurde. Auch Berlin trifft es dabei regelmäßig, einige skurrile Fälle liefert daher auch dieses Mal das Schwarzbuch. Besonders eine Fahrstrecke in Pankow sticht dabei heraus. Auf einer Fahrbahn von 700 Metern befinden sich tatsächlich 44 Schilder, die anzeigen, in welcher Richtung vorbeigefahren werden muss. Das erscheint übertreiben und hat einige tausend Euro gekostet, die an anderer Stelle wahrscheinlich besser investiert gewesen wären. Auch Umbauten sind ein beliebtes Thema für das Schwarzbuch, der ZOB hat es in diesem Jahr geschafft, dort aufgenommen zu werden. Aus Kosten von circa 14 Millionen sind mittlerweile 37 geworden und der Umbau dauert generell zu lange. Das ist alles nicht sehr schön, aber nur zur Erinnerung sollten die Zahlen vielleicht in Relation gesetzt werden. Der Cum-Ex Skandal, bei dem mit Steuern getrickst wurde, hat einen Schaden von circa 55 Milliarden Euro verursacht. Darüber wird viel zu wenig diskutiert.

Durchsuchungen bei Greenpeace

Es ist vier Monate her, dass Greenpeace den Großen Stern in eine große Sonne verwandelt hat. Indem sie großflächig gelbe Farbe auf der Fahrbahn verteilt haben. Die Protestaktion sollte für die Nutzung von Solarenergie und gegen Kohle als Energielieferant werben und hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Einige äußerten sich allerdings kritisch zu der Aktion, warfen Greenpeace eine Gefährdung des Straßenverkehrs vor und bemängelten, dass die Reinigung durch die Stadt sehr zeit- und kostenaufwändig gewesen sei. Die Polizei hat im Anschluss an die Aktion Anzeigen erhalten, denen sie nun mit einer großen Durchsuchungswelle nachgekommen sind. In mehreren Bundesländern wurden Räume von Greenpeace durchsucht, die Umweltorganisation kritisierte das Vorgehen scharf. Jetzt müssen die weiteren Ermittlungen abgewartet werden, die höchstwahrscheinlich zeigen, ob die Farbe tatsächlich umweltfreundlich war und ob sie der Auslöser für Stürze mit Fahrrädern war.

Rocco und seine Brüder haben keinen Bock auf Primark

Mit einer neuen Kunst- und Protestaktion haben Rocco und seine Brüder auf die Ausbeutung von Näher*innen aufmerksam gemacht, die für große Bekleidungskonzerne in Europa arbeiten müssen. Primark gilt als eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie die Ausbeutung von Arbeitskräften in fremden Ländern zu einem billigen Verkaufspreis führen kann. Gleichzeitig zeigt unser Konsumverhalten, wie egal diese Thematik den meisten Menschen hierzulande ist. In der Aktion wurde aus Primark ein “RIPmark”, um auf die tödliche Unfälle in Fabriken aufmerksam zu machen. Dazu wurden Einkaufstüten im Stile von Grabsteinen vor einer Berliner Primark-Filiale aufgestellt, um Passanten mit der Thematik zu konfrontieren. Da ist man mit einem lvbet anmeldecode wesentlich besser aufgestellt. Aber schaut euch die gesamte Aktion im Video an und reflektiert euer Einkaufsverhalten, wenn ihr das nächste Mal auf der Suche nach Schnäppchen seid, solange ihr es euch leisten könnt, auch fair hergestellte Produkte zu kaufen.

Bilder zum Halluzinieren

Jumpinkmonkey, Farb Trip
Der Künstler und seine “Babys”. Bild: © Kim Schöpf

Wir haben einen Künstler getroffen, der unter dem Pseudonym “Jumpinmonkey” agiert und Bilder zeichnet, die sich erst durch intensives Betrachten vollständig erschließen. Aktuell stellt er einige Werke in der Ausstellung “Farb Trip” aus, unsere Autorin Kim hat ihn zum Interview getroffen. Dabei geht es um sein Pseudonym, die Wahl der Farben und seinen künstlerischen Hang zum Surrealen. Lest euch das Gespräch hier durch und schaut am besten in der Ausstellung vorbei.

Bis nächsten Freitag!

Eure [030] Redaktion

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