Spielkarten, Glücksspielsucht
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Spielsucht in Berlin

in Casino/Unterhaltung

Bei Personen, die nach Glück, Erfolg und Gewinn süchtig werden, ist das körpereigene Belohnungssystem außer Kontrolle. Allein in Berlin sind rund 37.000 Menschen von einer Glücksspielsucht betroffen. Die Tendenz ist steigend. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Casinos in der Stadt stetig zu.

Zahlreiche Glücksspielsüchtige in Berlin

In der Hauptstadt Deutschlands gibt es sehr viele Glücksspielsüchtige. Einige von ihnen sind sich ihrer Krankheit bewusst und nehmen an den Selbsthilfegruppetreffen des Vereins Glücksspiel-Sucht-Hilfe e.V.teil, um ihr Problem in den Griff zu bekommen. Mindestens einmal wöchentlich kommen bei solchen Treffen Menschen zusammen, die entweder spielsüchtig sind oder es früher einmal waren. Fünf derartige Selbsthilfegruppen bietet der Verein regelmäßig an. Offiziell sollen in Berlin 37.000 Menschen unter Spielsucht leiden – wobei die Dunkelziffer nicht berücksichtigt ist. Und es werden immer mehr, was auch an der steigenden Anzahl an Spielhallen in Berlin liegt. Denn: Je mehr Casinos es gibt, desto mehr gefährdete Menschen geraten in Versuchung.

Wer ist gefährdet?

Viele Menschen sind gefährdet:

  • Jugendliche
  • Menschen mit impulsivem Charakter
  • Personen mit einem Mangel an Selbstwertgefühl
  • Arbeitslose
  • Einsame Menschen
  • Personen, die gerade einen nahestehenden Angehörigen verloren haben
Würfel, Glücksspielsucht
Glücksspiele sind nicht immer Fun. Sie können in den Abgrund führen. – Foto: © Pixabay

Nicht jeder, der sich auf dieser Liste wiederfindet, ist aber wirklich spielsuchtgefährdet. Manche Menschen werden abhängig, andere nicht. Warum das so ist, weiß man aktuell noch nicht. Fest steht, dass Glücksspiele im Berliner Nachtlebeneine wichtige Rolle spielen. Viele Menschen betreten aus Traurigkeit, Einsamkeit oder Frust das erste Mal eine Spielhalle und finden so einen abgeschotteten Ort, an dem sie ihre Probleme vergessen können. Häufig kommen sie dann immer wieder und gleiten Stück für Stück in die Sucht. Betroffene sind der Meinung, es könne helfen, wenn die Anzahl an Spielcasinos in der Hauptstadt reduziert werde. Doch nicht nur in den Berliner Spielhallen können Spielsüchtige um Geld zocken, sondern auch online. So gibt es zum Beispiel den Frutinator Slot, aber auch Poker, Blackjack und Roulette sind beliebte Online-Glücksspiele, die auch von Süchtigen gern gezockt werden. Das Problem dabei: Die Online Casinos haben immer geöffnet. Was für gesunde Spieler ein Vorteil ist, kann für Spielsüchtige eine Gefahr darstellen. Wenn die Spielhalle schließt, wird eben online weiter gezockt.

Wie entsteht eine Glücksspielsucht und wie wird sie behandelt?

Bei einer Sucht handelt es sich um ein antrainiertes Verhalten. Das Belohnungssystem im Gehirn funktioniert nicht mehr richtig und wird vom Suchtmittel außer Gefecht gesetzt. Es kommt im Gehirn zu neuronalen Veränderungen, sodass Betroffene irgendwann nur noch durch das Spielen glücklich werden – weil nur noch im Falle eines Gewinns Dopamin freigesetzt wird. Bei gesunden Menschen reicht ein Spaziergang an der frischen Luft oder ein gutes Essen, um Dopamin auszuschütten. Aber auch beim Gewinnen schüttet das Gehirn der Suchtkranken mit der Zeit immer weniger Dopamin aus. Irgendwann macht nichts mehr Spaß. Auch Schulden sind keine Seltenheit. Oft werden Spielsüchtige daher früher oder später depressiv. Wenn Selbsthilfegruppen nicht mehr helfen, muss oft eine richtige Therapie durchgeführt werden. Das Gehirn kann in der Therapie lernen, Dopamin auch wieder in anderen Situationen zu produzieren. Zudem ist es empfehlenswert, mit dem Therapeuten eine Spielhalle aufzusuchen, um zu lernen, den Drang auszuhalten.

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