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Lasterstadt Berlin – Glücksspiel und Spielsucht auf der Tagesordnung?

Berlin gilt für Touristen als schillernde Metropole, die eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, Kultur und gesellschaftlichem Leben zu bieten hat.

In den großen Straßen inmitten der Berliner Museumsinsel ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, dass die Metropole durchaus ebenso mit den Schattenseiten einer Hauptstadt zu kämpfen hat: Wachsende Kriminalität, Spiel- und Drogensucht.

Viele Wegen treiben die Menschen in eine Sucht

Menschen werden meist nicht ohne Grund süchtig nach Genussmitteln oder Spielerlebnissen und Wetten. Oftmals ebnet eine persönliche Krise, welche mit existentiellen Verlustängsten einhergeht, den Weg in eine Sucht. Die aktuellen Zahlen sind dabei alarmierend und sprechen dafür, dass die Suchterkrankungen in den kommenden Jahren noch ansteigen. In Deutschland sind mehr als 20 Millionen Menschen Raucher, über drei Millionen Menschen sind süchtig nach Alkohol und rund 200.000 Menschen sind heroinabhängig.

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Auch Spielsucht zählt als Suchterkrankung

Auch das Glücksspiel kann Menschen in eine Sucht führen. Die Hauptmotivation, um mit dem Glücksspiel oder einem Wetteinsatz zu beginnen, liegt nahezu ausschließlich darin, Geld zu gewinnen. Die Grenzen zwischen einem vernünftigen, regelmäßigen Glücksspiel und einem problematischen Spielverhalten verlaufen oftmals schleichend ineinander und treffen hierbei Menschen aus allen sozialen Schichten und Altersklassen – insgesamt sind jedoch eher Männer betroffen, besonders solche mit einem eher niedrigen Bildungsstand und einem Migrationshintergrund. Spielsucht und die Sucht nach Sportwetten unterscheiden sich dabei wenig voneinander, da dieselben Mechanismen greifen. Während das „sozialen Spielen“, das im Freundes- und Bekanntenkreis eintrifft, als normal gilt und meist den situativen Begrenzungen unterliegt, so wird das Spielen oftmals problematisch, wenn es abseits der sozialen Kontakte eintritt. Dabei geht ein riskantes Spielverhalten oftmals mit einer erhöhten Anzahl der Spiele einher. Ein hauptsächliches Merkmal, das Spielsucht charakterisiert, ist dabei, die erlittenen Verluste durch ein neues Spiel wieder ausgleichen zu wollen.

Spielsucht fördert die Nachfrage an Sportwettlokalen und Spielstätten in Berlin

Schätzungsweise 50.000 Berliner sind spielsüchtig. Viele von ihnen haben ausreichend Möglichkeiten, ihre Spielsucht auszuleben, denn in einigen Berliner Stadtteilen gibt es Hunderte von Spielhallen. Im Gegensatz zu anderen Glücksspielen verschärft sich hier die Situation der Menschen, die süchtig nach Glücksspielen sind: Bis zu 3,7 % der Glücksspieler sind süchtig nach dem Gewinn aus einem Geldspielautomaten. Auch hier gelten die Menschen als besonders gefährdet, welche aus ärmeren sozialen Schichten stammen, einen niedrigen Bildungsstand haben oder Migranten sind. Die Berliner Stadt versucht, dem Problem mit einer verschärften Gesetzeslage zu begegnen und brachte 2016 ein Gesetz auf den Weg, das die Spielhallen und Wettbüros mit härteren Auflagen mehr einschränkte.

Die Berliner Sportwetten und Wettbüros als Glücksspiele

Zahlreiche der Berliner, die spielsüchtig sind, sind süchtig danach, Sportwetten abzugeben. Besonders bei den 18- bis 20-jährigen ist die Bereitschaft gestiegen, an (illegalen) Sportwetten teilzunehmen und dabei sehr hohe Einsätze abzugeben. In Berlin fördern die multikulturellen Viertel und die hohe Anzahl der Wettbüros den Entschluss, regelmäßig zu wetten und von einem vernünftigen Wetteinsatz abzusehen. Es gibt wiederum einige Maßnahmen, welche die Wettlokalitäten selbst treffen können, um dem Suchtverhalten im eigenen Wettlokal Einhalt zu gebieten:

  • Jugendschutz einhalten: Die verschiedenen Sportwettenanbieter, zu denen mehr Informationen auf dieser Seite verzeichnet sind, sollten auf den Jugendschutz achten und Minderjährige konsequent vom Glücksspiel ausschließen. Ebenso können diese der Spielsucht entgegenwirken, indem sie keine Einsätze im Auftrag eines Minderjährigen annehmen.
  • Gäste im Augen behalten: Sportwettbüros handeln verantwortungsbewusst, indem sie in manchen Fällen den finanziellen Nutzen hintenanstellen und gezielt darauf achten, wann die Wettenden an der Grenze zur Spielsucht stehen.

Was kann der Spieler selbst tun, um nicht süchtig zu werden?

Gerade in einer Metropole wie Berlin werden die Menschen durch Events, Werbung oder Bekanntschaften oftmals dazu verleitet, an Glücksspielen und Sportwetten teilzunehmen. Ein verantwortungsvoller und reflektierter Umgang hilft dabei, nicht süchtig zu werden. Das Glücksspiel oder die Sportwette sollte dabei stets als ein interessantes, aber nicht lebensbestimmendes Hobby gelten. Dem Spieler kann es dabei bereits eine Hilfe sein, im Vorfeld des Spiels oder der Sportwette ein festes Limit für den Einsatz zu setzen, das dieser dann strikt einhält. Ebenso kann es hilfreich sein, die Dauer des Spiels genau festzulegen. Sollte das Geld verloren gehen, dann ist dies ein Umstand, der nicht dadurch kompensiert werden sollte, den Verlust um jeden Preis wieder wettzumachen. Es kann ebenfalls sinnvoll sein, Geld für die bevorstehenden Glücksspiele und Sportwetten zurückzulegen und separat von den restlichen Ausgaben zu lagern. So besteht gar nicht erst die Gefahr, dass die anstehenden Mietzahlungen oder andere wichtige Ausgaben von den Einsätzen im Wett- oder Glücksspielbereich betroffen sind.

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In schwierigen Suchtfällen helfen Suchtberatungen und Selbsthilfegruppen

In Berlin gibt es zahlreiche Einrichtungen, die verschiedene Hilfen zu den unterschiedlichsten Suchterkrankungen anbieten. Als ein Ansprechpartner für Hilfen bei einer Glücksspielsucht gilt der Caritasverband in der Wartenburgstraße 8. Angehörige und Betroffen können sich zudem an die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Charité Berlin wenden. Zusätzlich dazu verfügt jeder Berliner Bezirk über lokale Suchtberatungsstellen. Diese gewährleisten eine gebietsübergreifende, ganzheitliche Beratung der Betroffenen und Angehörigen in und um Berlin.

Wie dramatisch ist die Situation in Berlin und ist die Metropole wirklich eine Lasterstadt?

Insgesamt betrachtet ist das Berliner Recht bemüht, die Spielsucht im Zaun zu halten und die Spielhallen zu regulieren. Aber auch die (seriösen) Spielhallenbesitzer, Wettbüroanbieter oder Clubveranstalter sind meist nicht daran interessiert, dass Gäste und Kunden übermäßig viel trinken oder illegale Spiele praktizieren. Wer negativ auffällt, schadet schließlich dem Geschäft. Dem Konsum von Illegalen Substanzen und dem Partytreiben kann kein endgültiger Riegel vorgeschoben werden – doch die Stadt versucht, einen Mittelweg zu finden und mit gezielten Maßnahmen in allen Bereichen eine Regulierung des Konsums oder des Spielverhaltens herbeizuführen. So steht insgesamt betrachtet eine gezielte Prävention und der Abbau von Ballungszonen für Drogen-, Alkohol- und Spielsucht im Vordergrund.