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Geschmack und Frische Dank Schockfrost | Interview mit Christian Berg, Inhaber von Kälte-Berlin

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Christian Berg hat mit über 25 Jahren Berufserfahrung tiefgreifende Kenntnisse im Bereich der professionellen Kältetechnik. Wir sprachen mit dem Inhaber von Kälte-Berlin über seine Leidenschaft für die Kühle, den Vorteil von Schockfrost und den Supermarktrend zur Tiefkühlinsel.

Sie liefern vor allem Kühltechnik für gewerbliche Anbieter. Um welche Arten von Geräten geht es da?

Eine Antwort auf diese Frage fällt nicht leicht, da wir über 6000 Geräte im Sortiment haben und das gesamte Spektrum der gewerblichen Kühlgeräte anbieten.  Die wichtigsten Produkte sind aber sicherlich Abfallkühler, Eisbereiter, Getränketheken, Kühlregale, Kühlzellen, Kühlschränke und als sehr wichtiger Bereich die Laborkühlmöbel.

In der Gastronomie werden Kühlschränke stark genutzt. Wie wichtig ist da die Wartung?

Jedes Kühlgerät mit einem Ventilator vor dem Wärmetauscher muss unbedingt regelmäßig gereinigt werden. Abhängig von der Umgebung (staubhaltige Luft) sollte eine halbjährliche Wartung vorgenommen werden. Dadurch wird die Effizienz des Kühlgerätes (Stromverbrauch) und die Lebensdauer vom Gerät sichergestellt. Persönlich habe ich unzählige Verdichter erneuert, die durch einen verdreckten Wärmetauscher den Dienst eingestellt haben. Bei Kühlgeräten ohne externen Ventilator vor dem Wärmetauscher (bei Haushaltsgeräten üblich) sollten die Türdichtung und der interne Kondensatablauf überprüft werden.  Damit sind die wichtigsten Punkte einer Wartung erledigt.

Sie haben auch Schockfroster im Angebot. Können Sie erklären, wozu man die braucht?

Nur durch eine schnelle Abkühlung von frischen Produkten wird sichergestellt, dass die Zellflüssigkeit kleine Eiskristalle bildet und dadurch die Zellwände nicht beschädigt werden. Nur durch diesen Prozess des Schockfrostens bleiben Geschmack, Frische, Vitamingehalt und Nährwert erhalten. Viele Studien haben belegt, dass tiefgekühlte Produkte vitaminreicher sind, als frische Produkte vom örtlichen Markt. Wer also als Gastronom Produkte bevorraten will, sollte der Qualität wegen unbedingt einen Schockfroster einsetzen. Ein weiterer Einsatzzweck hat sich durch den Online-Versand von Medikamenten und Lebensmitteln gebildet. Da beim Versand die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf, werden dem Paket Kühlakkus beigefügt. In einer normalen Tiefkühltruhe würde der Abkühlprozess einen sehr langen Zeitraum in Anspruch nehmen, in einem Schockfroster ist bei ausreichender Dimensionierung der Abkühlprozess nach maximal 4 Stunden erreicht.

In Supermärkten werden heute oftmals nicht mehr Großanlagen eingesetzt, sondern steckerfertige Tiefkühlinseln. Warum ist das so? 

Kosten und Flexibilität sind die magischen Worte. Lohnkosten in Deutschland sind einer der teuersten Faktoren bei einem Produkt. Die Installation einer Kälteanlage in einem Supermarkt ist sehr kostenintensiv und zeitaufwendig. Auch das Thema Kältemittelverlust spielt eine große Rolle. Sollte in einer großen „Verbundanlage“ eine Leckage auftreten, ist häufig die gesamte Kühlung oder Tiefkühlung eines Marktes betroffen. Der dadurch entstehende Warenschaden und die Kosten für die Beseitigung der Leckage und das Wiederbefüllen mit Kältemittel sind ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

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Klagelied eines Kühlschranks: ‘Huh, wie ist mir bitter kalt, ich könnt erfrieren bald’. – Foto: © Pixabay

Steckerfertige Tiefkühlinseln werden per Spedition angeliefert, aufgestellt und können sofort in Betrieb genommen werden. Sollte solch ein Gerät ausfallen, können die enthaltenen Produkte auf die weiteren Truhen aufgeteilt werden.  Auch bei der Neugestaltung der Laufwege ist man mit steckerfertigen Lösungen flexibler. Es müssen keine Rohre verlegt werden, die Truhen können intern verschoben werden, theoretisch muss nicht einmal die Ware entnommen werden.

Die Türen der Kühlschränke im Supermarkt oder auch in kleinen Imbissen oder „Spätis“ werden ständig geöffnet und geschlossen. Verbraucht das nicht sehr viel Strom?

Ein häufiges Öffnen der Türen hat einen erhöhten Stromverbrauch zur Folge. Man muss den Herstellern von Kühlschränken allerdings zu Gute halten, dass vermehrt Ausführungen mit Dreh- oder Schiebetüren eingesetzt werden. Allein dadurch sind Einsparungen von 20% bis 30% im Vergleich zu offenen Kühlschränken möglich. Daher sollte nach Möglichkeit immer auf ein Gerät mit Türen zurückgegriffen werden, auch wenn die Marktforschung festgestellt haben will, dass durch Türen die Verkaufszahlen rückläufig wären.

Heute ist die Umweltverträglichkeit ein wichtiges Thema. Was tun die Hersteller, um den Energieverbrauch zu reduzieren?

Das Thema Verwendung von Türen bei Kühlschränken und Kühlregalen hatten wir schon als einen der größten Einsparpotentiale erwähnt. Durch die Verwendung der Kältemittel R290 und R600 konnte teilweise der Energieverbrauch deutlich reduziert werden. Auch die Isolierung der Kühlgeräte wurde teilweise drastisch vergrößert, bei einigen Herstellern ist eine Isolierstärke von 90mm vorzufinden. Auch der Einsatz von Energiesparventilatoren führt zu einer Reduzierung der Energiekosten. Ein weiterer Faktor ist die sogenannte Heißgasabtauung bei Tiefkühlgeräten. Wurde früher die Eisbildung durch eine Elektroheizung am Verdampfer abgebaut, nutzt man heute eine Umkehrung vom Kältekreislauf, bei welchem heißes Kältemittel durch den Verdampfer strömt und dadurch eine sehr schnelle Enteisung herbeigeführt wird.

Was kann man im privaten Haushalt beachten, um die Umwelt zu schonen? Haben Sie einen Tipp für uns?

Man sollte gerade beim Tiefkühler darauf achten, dass eine übermäßige Eisbildung vermieden wird und daher das Gerät regelmäßig abtauen. Eis ist ein sehr schlechter Wärmeträger, dadurch wird die Leistung eines Tiefkühlers stark vermindert.  Auch Dichtungen sollten regelmäßig geprüft und bei einem Defekt ausgewechselt werden. Undichte Dichtungen führen zu einem verstärkten Vereisen und erhöhtem Energieverbrauch. Weiterhin sind viele Tiefkühler und Kühlschränke zu tief eingestellt, -18°C beim Tiefkühler und +6°C bei einem Kühlschrank reichen in der Regel vollkommen aus.

Wo gibt man eigentlich Geräte ab, die nicht mehr funktionieren?

In Deutschland können Kühlgeräte zum Beispiel über die Firma Remondis entsorgt werden. Wir arbeiten mit der Firma Eureka zusammen, über welche bei Neulieferungen defekte oder Altgeräte ebenfalls kostenpflichtig entsorgt werden können. Allgemein ist aber zu erwähnen, dass eine kostenlose Entsorgung im gewerblichen Bereich nicht vorgesehen ist.

Weitere Informationen zum Thema Schockfroster unter:
www.kaelte-berlin.com

ist unsere Frau für das gesunde Miteinander zwischen unserem Magazin und der Konsumwelt. Schreibt aber auch über Mode, Musik und das Leben.

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