Filmkritik: The Prestige – Meister der Magie (2007)

in Unterhaltung

Der Gedanke an eine andere Realität, die Illusion, die uns hinters Licht führt und uns unseren Verstand in Frage stellen lässt – diese Dinge sind es, die den Zuschauer in Christopher Nolans Kunstwerk „The Prestige – die Meister der Magie“ in den Bann ziehen.

Erstklassige Schauspieler, einzigartige Effekte und ausgefeilte Details kommen in diesem scheinbar magischen Streifen zusammen. Man wird konstant von der Frage gequält „Wie macht er das nur?“, es warten gefährliche Rivalitäten, wechselnde Identitäten und Twists und Turns, die einen gebannt auf den Bildschirm schauen lassen, um bloß keins der Details zu verpassen. Regisseur Christopher Nolan, Macher von „Memento“, der „The Dark Knight“ Reihe und des oscarprämierten historischen Dramas „Dunkirk“, schrieb in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Jonathan das spannende Skript. Kaum ein anderer Regisseur hätte aus der Thematik einen solchen Klassiker kreieren können.

Die Rivalität der Magier

Der Film „The Prestige“ basiert auf dem Roman von Christopher Priest, auf Deutsch „Das Kabinett des Magiers“ aus 1995, in dem zwei Illusionisten im späten viktorianischen London im Mittelpunkt stehen. Der amerikanische Magier Robert Angier wird von keinem Geringeren als Hugh Jackman gespielt, in die Rolle seines Rivalen Alfred Borden tritt der ehemalige Batman Darsteller Christian Bale. Sie beide verfolgen nur ein Ziel: Sie wollen der beste und berühmteste Magier ihrer Zeit werden. Was zunächst als freundschaftlicher Wettstreit beginnt, wird zu einem lebensgefährlichen Duell. Der Eklat und der folgende, endlose Wunsch nach Rache werden ausgelöst, als Angiers Frau, gespielt von Piper Perabo, die bei Bordons Shows als Assistentin auf der Bühne steht, bei einem seiner waghalsigen Tricks ums Leben kommt. Beide Magier setzen im Wettstreit zunehmend einen drauf, bis alles aus dem Ruder zu laufen droht.

The Prestige, Christopher Nolan, Hugh Jackman, Christian Bale
Kennt die besten Tricks: Cristian Bale in Christopher Nolan’s ‘The Prestige – Die Meister der Magie’ – Foto: ©

Im unerbittlichen Kampf um Ruhm und Erfolg beziehen sich die Magier bei ihren Illusionen stets auf drei Akte, denn bei der Zauberei kommt es viel weniger auf den Trick selbst an, sondern auf die saubere Ausführung und Genialität: Der erste Akt eines Zaubertricks ist „The Pledge“, wo dem Zuschauer etwas scheinbar Gewöhnliches gezeigt wird. Der zweite Akt ist der „The Turn“, in dem das scheinbar Gewöhnliche etwas Ungewöhnliches tut. Der dritte Akt ist der Höhepunkt, namensgebend „The Prestige“, in dem das Gewöhnliche wiederhergestellt wird. Dies ist der Moment, in dem alles außer Balance gerät, in dem man etwas Schockierendes, Eindrucksvolles sieht. Beide ehrgeizige und getriebene Magier versuchen, denselben Trick mit unterschiedlichen Mitteln bis zum dritten Akt mit Bravour hinzulegen und das Publikum zu begeistern – ohne Rücksicht auf Verluste.

Einmaliger Nolan

Wer bereits Filme von Christopher Nolan gesehen hat, der weiß, dass eine geradlinige, chronologische Erzählung nicht sein Fachgebiet ist. Wie schon in „Memento“ aus dem Jahre 2001, der von Filmkritikern auf MoviePilot mit 8.1 aus 10 Punkten bewertet wurde, kommt auch in „The Prestige“ ein Flashback nach dem anderen, die einen tiefer in die Mysterien eindringen lassen und mit scheinbar wichtigen Details für Ablenkung von der Lösung sorgen. Im Nachhinein kann man kaum die chronologische Abfolge der Geschehnisse wiedergeben, dennoch schafft es Nolan – man könnte sagen wie ein Magier selbst – eine einleuchtende Geschichte zu schreiben, die so manch eine überraschende Enthüllung bereithält. Nicht nur der Regisseur, auch beide Schauspieler liefern erstklassig ab, wie auch die hübsche Scarlett Johansson in der Rolle der Assistentin Olivia, die wir inzwischen aus dem Universum rund um Marvel zu gut kennen.

The Prestige, Christopher Nolan, Hugh Jackman, Christian Bale
Scarlett Johannson macht auch als Assistentin eine gute Figur. – Foto: ©

Alles nur Illusion

Illusionen, Täuschungen und Tricks beeindrucken Zuschauer bereits seit jeher. Sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand führen Magier und Illusionisten ihre Zuschauer hinters Licht und versetzen sie ins Staunen. Dabei sind Magier auch heutzutage noch ausgesprochen beliebt und ziehen mit ihren immer spektakulärer werdenden Acts große Menschenmassen in ihren Bann. Ein prominentes Beispiel für einen modernen Illusionisten ist David Copperfield, der noch immer einer der erfolgreichsten und weltweit berühmtesten Magier ist. Er tourte durch die Welt und beeindruckte in Las Vegas regelmäßig im MGM mit einem Dauergastspiel. Laut Betway gehört er zu den größten Acts in Las Vegas, der mit insgesamt 8.000 Shows rund 850.000.000 US-Dollar eingebracht haben soll. Wie auch in „The Prestige“ fragt man sich hier als Zuschauer die ganze Zeit, wie das, was man gerade sieht, überhaupt möglich ist. Auch auf der Leinwand üben Magier ihre Faszination aus, wie im Mystery-Drama „The Illusionist“ mit Edward Norton, der noch im selben Jahr erschien wie Nolans Werk und dadurch etwas in den Schatten gestellt wurde. Auch der Magier-Thriller „Die Unfassbaren – Now You See Me“ von 2013 überzeugte mit jeder Menge Magie und brachte sogar 2016 einen zweiten Teil heraus. Die Geschichten der Illusionisten finden Anklang und beeindrucken nach wie vor – immerhin soll „The Prestige“ über 110 Millionen US-Dollar eingespielt haben.

Wer den Magier-Klassiker noch nicht gesehen hat, kann „The Prestige“ auf Amazon Instant Video finden.
Es warten eine Menge Wendungen, Überraschungen und vor allem eins:
Jede Menge Illusionen.

The Prestige – Meister der Magie
The Prestige, Christopher Nolan, Hugh Jackman, Christian Bale

Länge: 125 Minuten

Regie: Christopher Nolan

Darsteller:
Hugh Jackman, Christian Bale, Scarlett Johansson
Piper Perabo, Michael Caine

 

 

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