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Potsdamer Platz, Bitcoin, Berlin

Häufig muss sich Deutschland den Kritikpunkt einer mangelhaft und planlos durchgeführten Digitalisierung gefallen lassen. Dass hier einiges Wahres dran ist, zeigt sich beim Blick auf die B- und C-Städte Deutschlands. Die Big-Seven-Städte aber marschieren in der Digitalisierung teilweise rasant voran. Berlin übernimmt dabei die Spitzenrolle. Vor allem im Hinblick auf den Ausbau des 5G-Netzes und die Bezahlmöglichkeiten mit der populären Kryptowährung Bitcoin ist in der Bundesrepublik aktuell kein Kraut gegen Berlin gewachsen.

Free Wifi: Über 90.000 kostenfreie Hotspots in Berlin

Beginnen wir mit dem scheinbar Wichtigsten; der Verfügbarkeit freier WLAN-Hotspots in Berlin. Im Rahmen der städtischen Initiative stellt die Berliner Stadt zusammen mit den Partnern Freifunker, mabb, EKBO und BVG über 5.000 kostenfreie Hotspots zur Verfügung. Diese sind unter den folgenden Namen auffindbar:

  • PublicWifi indoor
  • PublicWifi outdoor
  • BVG Wi-Fi
  • Free Wifi Berlin
  • Freifunk
  • godspot

Damit ist es jedoch nicht vorbei. Denn neben den offiziellen städtischen kostenfreien WLAN-Hotspots existiert eine Masse an kostenfreien Hotspots in Cafés, Geschäften, Lokalen und kulturellen sowie sonstigen Einrichtungen. Zwar ist die Nutzung eines Hotspots im Café und in bestimmten anderen Lokalen daran geknüpft, dort Kunde zu sein. Aber wer surft oder arbeitet ohne die wohlverdiente Tasse Kaffee? Freier Hotspot ist freier Hotspot. Daher tragen wir zusammen, dass die Quellenlage sich uneins ist, aber die Anzahl der insgesamt kostenfrei verfügbaren WLAN-Hotspots in Berlin wohl irgendwo zwischen 90.000 und 95.000 liegen wird. Wie steht Berlin im Vergleich zu anderen Städten Deutschlands mit dieser Anzahl dar? Es lohnt sich ein Vergleich rein unter den anderen sechs  großen Städten Hamburg, Köln, Stuttgart, Frankfurt am Main, Düsseldorf und München. Dabei weist München mit über 100.000 freien Hotspots die höchste Menge vor Berlin auf. Hamburg steht mit 65.000 bis 70.000 Free-Wifi-Hotspots hinter Berlin ebenfalls gut da. Die weiteren Städte kommen auf geringere Zahlen.

 

Berlin weist also eine gute Statistik vor; insbesondere, weil die Distanzen zwischen den Hotspots durch die gute Infrastruktur mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell überbrückt werden können. Auch das Dienstleistungsangebot ist praktisch. Sollte dir im Café beispielsweise mal der Kaffee auf den Laptop auslaufen, kannst du dir sicher sein, dass die Spezialisten für Datenrettung direkt zu dir kommen und sich der Reparatur annehmen. Surfen und Arbeiten in Berlin ist demnach flexibel an den verschiedensten Orten mit Hotspots möglich. Was für Berliner denkbar praktisch ist: Bei der Festlegung der WLAN-Hotspots durch die Stadt wird ebenfalls berücksichtigt, nicht nur klassische Touristenhotspots auszurüsten. Es wird auch ein Blick darauf geworfen, wo die heimischen Berliner häufig aufs Netz angewiesen sind und ihre Zeit verbringen. Zudem ist bei technischen Pannen eine sofortige Hilfe sichergestellt, weil es ein enormes Angebot an Dienstleistern gibt, die um eine Masse an Kunden in Berlin konkurrieren.

Ausbau des 5G-Netzes – wo ist es in Berlin und wo soll es noch kommen?

Priorität liegt beim Ausbau des 5G-Netzes auf der Innenstadt und den touristischen Hotspots. – Pixabay.com © scholty1970 CCO Public Domain

Ein wichtiger Punkt auf der Agenda des Staates im Zuge der Digitalisierung ist der Ausbau des 5G-Netzes. Seit Sommer 2019 ist 5G in Berlin online, allerdings nur in ausgewählten Flächen. Die Deutsche Telekom AG als Anbieter übernimmt die Vorreiterrolle beim Ausbau des Netzes. Vodafone und Telefónica wirken ebenfalls kräftig mit. Aktuell ist das 5G-Netz beispielsweise im Technologiepark Adlershof, der aufgrund seines Stellenwerts für die Technologie eine naheliegende Adresse war. In Zukunft ist es das Ziel, touristische Hotspots mit 5G-Netz abzudecken. Die Bezirke Schöneberg, Mitte und Kreuzberg wurden ebenfalls schon ausgebaut. Der Kurfürstendamm, Charlottenburg und die Messe Berlin werden noch einen weiteren Ausbau erfahren. Die zunehmende Abdeckung mit dem 5G-Netz macht es mitunter möglich, das Angebot von Kulturstätten an virtuellen Programmen aufzustocken. Datenintensive Anwendungen wie Virtual Reality und Augmented Reality, um die Ausstellungen vom Sofa aus zu besuchen, sind vor allem zur jetzigen Zeit gefragter denn je. Dass die Kulturstätten diese teilweise anbieten, ist ebenfalls ein Zeichen für den zunehmenden Digitalisierungsgrad Berlins.

Der Bitcoin ist in Berlin zum Teil angekommen

Bitcoin, Währung, Krypto

Foto: Pixabay

Von Berlin oder einer anderen Stadt in Deutschland zu erwarten, dass Bitcoins in einer Vielzahl an Locations zum Bezahlen angeboten wird, wäre zu viel verlangt. So fristet die Kryptowährung nach wie vor ihr Dasein hauptsächlich im Internet. Immerhin findet sich ein kleines Angebot an Orten mit Bitcoin-Bezahlmöglichkeiten in Berlin: Quer durch die Stadt verteilt gibt es regelmäßig ein Café, eine Bar, ein Geschäft oder eine andere Art von Einrichtung, in der mit Bitcoins gezahlt werden kann. Lange Zeit, bis sie geschlossen wurde, galt die Burger-Bar Room 77 als der Inbegriff des Wandels: Der Inhaber akzeptierte nicht nur die Zahlung per Bitcoin, sondern hielt auch Stammtische ab, in denen er über die Kryptowährung informierte. Bereits seit 2011 war eine Bezahlung mit Bitcoin möglich. Der Inhaber war demnach ein richtiger Frühstarter, denn 2011 steckte der Bitcoin noch in den Kinderschuhen. Nach Aussagen des Inhabers war es Ziel, die Währung durch die Bezahlmöglichkeit im „Room 77“ populär zu machen. Weil er dieses Ziel nun zum Teil erreicht sehe, schloss er die Bar im Oktober.

An Orten, an denen sich aktuell mit Bitcoin bezahlen lässt, mangelt es dennoch nicht:

  • Restaurants: Friedel Richter (Torstraße, 10115 Berlin); Mamas Banh (Hufelandstraße, 10407 Berlin); Patiti Patati (Samariterstraße, 10247 Berlin)
  • Bars / Kneipen: Fabelhaft (Schoenleinstraße, 10967 Berlin); Rollberger Brauerei (Am Sudhaus, 12053 Berlin)
  • Cafés: Floor’s (Schoenleinstraße, 10967 Berlin); Leuchtstoff (Siegfriedstraße, 12051 Berlin); Tres Cabezeas (Schlesische Straße, 10997 Berlin)
  • Geschäfte: Legacy BLN (Graffiti, Designer-Kleidung, Künstlerbedarf in Yorckstraße, 10965 Berlin); Otherland Buchhandlung (Buchhandlung mit Spezialisierung auf Science-Fiction, Fantasy und Horror in Bergmannstraße, 10961 Berlin); Urban Garden24 (alles rund um den Garten in Otto-Suhr-Allee, 10585 Berlin)

Dass zwei Lokale aus der Liste mit Bitcoin-Akzeptanz in einer Straße, der Schoenleinstraße, anzutreffen sind, ist kein Zufall. Der Graefe-Kiez gilt mittlerweile als Bitcoin-Kiez. Schon solche Bezeichnungen zeigen, dass in einigen Stadtteilen Berlins die Bitcoins womöglich auf dem Weg zu einem akzeptierten Zahlungsmittel sind. Im Großteil der Stadtteile bleibt eine Zahlung mit Bitcoin Ausnahme; immerhin eine Ausnahme, die in anderen Städten Deutschlands kaum anzutreffen ist. Berlin ist daher die Bitcoin-Hochburg Deutschlands.