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Eckstoß, Fussball

Zum ersten Mal seit Einführung der eingleisigen dritten Liga werden in Deutschland gleich drei Vereine in einer Saison die Hauptstadt repräsentieren. Neben Europapokalteilnehmer Union Berlin spielt Hertha BSC in der 1. Bundesliga und Viktoria 1889 in der 3. Liga. Mit dem Klub aus Lichterfelde kehrt ein ganz besonderer Teil deutscher Fußballgeschichte – wenn auch in veränderter Form – in den Profisport zurück.

Union Berlin erfolgreichste Berliner Mannschaft

50 Punkte und Platz 7 in der Bundesliga-Tabelle 2020/21. Das erfolgreichste Jahr in der langen Vereinsgeschichte endete für Union Berlin im Europapokal. Im zweiten Jahr „ganz oben“ qualifizierte sich die Mannschaft von Trainer Urs Fischer für die neu geschaffene Europa Conference League. Dort trifft man auf viele Exoten aus ganz Europa, freut sich aber vor allem über spannende Nächte unter Flutlicht. Der besondere Erfolg wurde überhaupt erst durch die konstant zuverlässige Zusammenarbeit des ganzen Vereins möglich – beginnend beim Präsidenten und endend bei den Fans, die sich seit jeher durch ihr großartiges Einbringen und ihre Nachbarschaftshilfe auszeichnen. Ob Schneeschieben, verschiedenste Fanaktionen für lokale Hilfsprojekte oder das berühmte Adventssingen im Stadion an der Alten Försterei – bei Union ist immer etwas los.

brandenburger tor

Fußballhauptstadt Berlin: Hier das Brandenburger Tor. – Foto: Pixabay

Nach einer Saison, die Union praktisch niemand zugetraut hatte, wird es 2021/22 nur darum gehen, eine stabile Spielzeit hinzulegen. Schon öfter kam es schließlich in der Vergangenheit vor, dass schnell nach oben gekletterte Klubs im Rahmen der Doppelbelastung Europapokal gegen den Abstieg kämpfen mussten. Mithelfen sollen dabei im kommenden Jahr laut Transfermarkt die Neuzugänge Rani Khedira, U21-Europameister Paul Jaeckel oder auch der polnische EM-Teilnehmer Tymoteusz Puchacz. Letzterer spielte zuletzt bei Lech Posen und wurde von Union für 3,5 Millionen Euro verpflichtet.

Hertha BSC als Nachzügler in der Hauptstadt

Enttäuschend war zuletzt Hertha BSC unterwegs. Statt dem geplanten Erreichen des Europapokals spielte der Traditionsklub vielmehr gegen den Abstieg. Immerhin: In der nächsten Saison wird die Hertha bei den Bundesliga Wetten Quoten bei Betway mit 201,0 (Stand 15.06.) auf die deutsche Meisterschaft eingeschätzt – noch vor dem eigentlich erfolgreicheren Union. Zuletzt liefen die vielen kostspieligen Transfers eher ins Leere. Die Frage ist deshalb, wie Hertha BSC in diesem Sommer agieren wird. Klar ist, dass unter Rückkehrer Pal Dardai wieder Stabilität eingekehrt ist, die nicht nur unter Jürgen Klinsmann arg vermisst wurde. Und dennoch: Große Hoffnung auf einen Riesensatz nach oben in der Tabelle besteht nicht. Zu sehr unter ihren Möglichkeiten blieben viele der Berliner Spieler.

Ohnehin wartet die Hertha laut FussballPortal.de seit 2002 auf einen Titel. Damals gewannen die Hauptstädter zum zweiten Mal in Folge den Ligapokal. Doch längst sind die Zeiten von Gabor Kiraly, Sebastian Deisler und Marcelinho im blau-weißen Trikot vorbei. Die neuen Stars heißen Matheus Cunha oder Lucas Tousart, die jedoch allesamt eher von einem großen Verein träumen, als bedenkenlos bei der Hertha dabei zu sein, wie die vergangene Spielzeit bewies. Wieder einmal wird die Hertha deshalb im kommenden Jahr zu einer der spannendsten Geschichten in der 1. Bundesliga.

Viktoria 1889 frisch aufgestiegen

Das Berliner Olympiastadion

Das Berliner Olympiastadion, Heimat von Hertha BSC. – Foto: Pixabay

Wer ohnehin nach dem Prinzip „Support Your Locals“ lebt, der wird sich über den Aufstieg eines Fußballklubs besonders gefreut haben. Aus Lichterfelde wurde Viktoria 1899 Berlin nach dem Abbruch der Regionalliga Ost Saison den Aufstieg zugesprochen. Offiziell wurde der Verein 2013 gegründet, als der BFC Viktoria 1889 und LFC Berlin fusionierten. Doch die Geschichte des BFC ist umso länger, wurde der Klub in der Anfangszeit des deutschen Fußballs doch gleich zweimal Meister im Land: 1907/08 und 1910/11. Dazu kamen diverse Meisterschaften vor der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes und lokale Titel, die den BFC Viktoria 1889 zum Aushängeschild der Stadt machten. Es dauerte lange Zeit, ehe sich der Verein vom Absturz nach seiner Blütezeit erholte. Erst im neuen Jahrtausend war Viktoria wieder auf dem aufstrebenden Ast.

2011 gelang die Rückkehr in die Regionalliga, wo man sich langsam aber sicher stabilisierte. Mit der Rückkehr in die Drittklassigkeit ist nun vorerst das Highlight im Veranstaltungskalender erreicht. Doch was ist im kommenden Jahr drin, wenn sich Viktoria 1889 gegen die geballte Konkurrenz um Klubs wie 1860 München oder den 1. FC Kaiserslautern erwehren muss? Es kann nur darum gehen, den Abstieg zu vermeiden. Genau dies wird über 38 Drittliga-Spieltage schwer genug. Mit den Fans im eigenen Rücken ist die Hoffnung jedoch entsprechend groß.