Gefunden - unsere Besten!
Fb. In. Tw. Be.
auto, mobilität, strasse

Dreidimensionales Drucken ist in vielen Branchen längst zum Alltag geworden. Sei es zur Fertigung von einzelnen Bauteilen oder von Prototypen – das 3D Druck Verfahren beweist ein ums andere Mal seine vielfältige Einsetzbarkeit. Diverse Unternehmen stellen mittlerweile sogar Autos mit 3D Druckern her.

Die Pioniere

Im Jahr 2014 war es die US-amerikanische Firma Local Motors, die das weltweit erste Auto per 3D Druck herstellte. Der Strati bestand aus weniger als 50 Bauteilen, wobei das Chassis und die Karosserie an einem Stück gedruckt wurden. Auf der International Manufacturing Technology Show in Chicago ließ das Team von Local Motors ein Exemplar vom Strati live in der Messehalle entstehen. Der 3D Druck dauerte 44 Stunden, anschließend bauten die Mechaniker noch Bauteile wie den Elektromotor und das Getriebe ein. Übrigens bestanden die ausgedruckten Bauteile des Strati aus Kunststoff, was der Verkehrssicherheit des Fahrzeugs nicht gerade zuträglich war. Daher verweigerten die US-Behörden dem Auto die Straßentauglichkeit. Die Pläne, den Strati binnen weniger Jahre in größeren Mengen zum Kauf anzubieten, zerschlugen sich daher auch.

Gescheiterte Finanzierung

Zumindest einen Schritt weiter ging die italienische Firma XEV Ende 2019. Sie startete eine Kickstarter-Kampagne, um die Serienproduktion ihres Elektroautos Yoyo zu finanzieren. Die potentiellen Unterstützer versuchte das Unternehmen, mit den technischen Daten des Fahrzeugs zu überzeugen. Demnach ist der Yoyo mit einem Elektromotor ausgestattet, der 7,5 kW Leistung bringt. Der Fahrer kann den Wert für 30 Sekunden auf 22 kW erhöhen. Der Akku hat eine Kapazität von 9,2 kWh, was für eine Reichweite von 150 Kilometern genügt. XEV hatte eigentlich vor, das Auto Ende 2020 für rund 8.000 Euro auf den Markt zu bringen. Nachdem die Kampagne jedoch deutlich an den angestrebten 500.000 Euro gescheitert ist, ist die Zukunft des Projekts fraglich.

Stabil mit Metall

Auch der Yoyo besteht zu großen Teilen aus Kunststoff, was sein verhältnismäßig geringes Gewicht von 750 Kilogramm erklärt. Allerdings basiert er auf einem Stahlrahmen, der nicht aus dem 3D Drucker stammt. Inzwischen ist es übrigens auch möglich, einen dreidimensionalen Metalldruck durchzuführen. Dies würde die Stabilität eines gedruckten Autos erheblich erhöhen. Allerdings würden bei einem so großen Objekt wie einem Pkw auch die Produktionskosten steigen, wenn Metall in größeren Mengen zum Einsatz kommen würde. Für kleinere Produktionen kann sich die Fertigung per 3D Druck mit Metall hingegen durchaus lohnen, wenn das gewünschte Teil beispielsweise stabiler sein soll als Kunststoff. Dienstleister wie 3D Hubs haben nicht nur den 3D Druck im Portfolio, sondern auch andere Produktionsverfahren wie das CNC-Fräsen oder den Spritzguss.