Einmal mit dem Löffel durch den Zuckertopf. Die 60er-Sound-Fetischisten machen den Tame Impala-Move und präsentieren am Montag den cleanen Pop-Zeitgeist dieser Tage.


Was Noel Gallagher wohl zum zweiten Album sagt? Mit ihrem Debüt „Sun Structures“ und jeder Menge 60er-Psychedelic – von The Byrds bis zu den Beatles – spielten sich die vom Brit-Pop-Helden protegierten Wuschelköpfe Temples aus dem Süden Englands in die Herzen der Gitarrenliebhaber. Drei Jahre später, nach ausgiebigem Touren und einer saftigen Auszeit im Heimatort Kettering, sind sie zurück und haben ihren Sound, wie es schon Kevin Parker mit „Currents" vormachte, in Zuckerwatte-Synth umgekrempelt. Vorbehaltlos tropft nun aus jeder Pore der Pop. Dagegen spricht erst mal nichts. Keyboards zirkulieren im Vordergrund und schaffen in den Tonarten springende, eingängige Melodien. »Wir wollten einen direkteren Zugang zu unserer Musik. Weniger verträumt. Und mit Live-Energie«, sagt Gitarrist James Bagshaw. Ziel erreicht. Nur klingt das Ganze eben fast schon ein bisschen zu süßlich. Also Obacht vor dem Zuckerschock.

Temples live: MO 10.4. ab 19 Uhr im Festsaal Kreuzberg