ICON ROOM – Das Netzwerk, welches gemeinsam mit dem Prince Charles, nur ein Haus weiter eine tourende Veranstaltungsreihe, den sogenannten ICON ROOM debütiert. DJs, Live Acts, lecker Essen und eine Dosis Street Art sollen hier eine Party-Fusion eingehen. Und da man neue Konzept idealerweise mit einem Knall vorstellt, holt man den deutschen HipHop-Act der Stunde ins Boot – oder ins Atelier im Aufbauhaus: Bonez MC und RAF Camora.

Die 187 Strassenbande hat den alten HipHop-Traum vom Bordstein zur Skyline letztes Jahr definitiv geschafft. Schon vorher hatten die Hamburger eine Fanbase, deren Treue an Militanz grenzt. Die Fusion mit RAF Camora zahlte sich für alle Beteiligten aus. Der nach Berlin zugezogene Workaholic kann sich seither vor Feature- und Produktions-Fragen nicht mehr retten – jeder will seine Hooks. Das Camp des Kollegen Bonez MC kann jetzt zwei Platin-Singles und mehrere ausverkaufte Touren in die Lebensläufe aufnehmen.

Dancehall auf Deutsch

Ganz nebenbei etablierten sie Inselpop in der deutschen Sprechgesangsmusik. Nachdem es schon auf Gzuz' Album mit "9mm" und auch auf "High & Hungrig 2" mit "Blättchen und Ganja" und "Rum Cola" Tracks gab, die stark in Richtung Dancehall schielen und jedes Mal die einprägsame tiefe Singstimme von Bonez MC für die Hooks verantwortlich zeichnete, war es Zeit für den Rundumschlag. Da es nur einen Mann im relevanten Deutschrapgeschäft gibt, der noch länger bekanntermaßen dancehallaffin ist als die Jungs aus Hamburg, war der nächste Schritt eigentlich Schicksal: RAF Camora und Bonez MC tun sich zusammen und produzieren für Camoras Album den Song "Geschichte". Der in der Schweiz geborene und in Wien aufgewachsene Wahlberliner Camora hat unter dem Alter Ego RAF 3.0 zwei Alben im Katalog, die ihrerseits stark mit Rhythmik, Melodik und Produktionstechniken jamaikanischer Popmusik spielten und konnte sogar mal einen Gastbeitrag von Konshens ergattern.

Palmen aus Platin

Das Ergebnis ist sehr eingäng und clubtauglich, was den unglaublichen Erfolg des Kollabo-Albums "Palmen aus Plastik" erklären könnte. Trotzdem kann schwer den Pop-Ausverkauf vorwerfen: Dass Dancehall auf Deutsch so gut funktionieren würde, konnte wirklich niemand sicher vorhersagen. Bonez und RAF eignen sich gut dafür, den karibischen Style hierzulande zu etablieren, denn sie teilen mit den Artists aus Jamaika etwas, das Künstlern wie TRETTMANN oder Kaas fehlt und ein elementarer Teil des Dancehall Universums ist: Die Skreet [sic!] Credibility. RAF und Bonez können auf Grund ihres Straßenrap-Hintergrunds ihr übliches Textkonzept problemlos weiterfahren, während ein Kaas auf dem sozialkritischen „Jamaica Jamaica“ eher den orientalistischen Reporter mimen muss. Außerdem besitzen sie ein natürliches Faible für ähnliche Themen wie sie Vybz Kartel, Mavado und Co. besingen. Die da wären: Sex, Weed und Gewalt. Was will man mehr. Dem können wir uns am Samstag im Atelier im Aufbauhaus hingeben. In die Location passen knapp 400 Leute. Es wird vermutlich zu langen Schlangen auf dem Moritzplatz kommen.

Wir verlosen 3×2 Bändchen, mit denen Ihr am Samstag nicht anstehen müsst. Mailt an verlosungen@berlin030.de!

Icon Room Berlin – Bonez MC & RAF Camora (live)
mit Harris, DJ Batman
Prinzenstraße 84.2
10969 Berlin