Déjà-vu mit London Grammars anmutigem Emo-Pop – leider ohne große Überraschungen.

London Grammar, Truth is a Beautiful Things, Album, Review, recension, Kiritik, 030 Magazin Berlin, Indiepop, Electropop, London, BandOkay, wir sind ehrlich: Auch im ausgelassenen Sommergeschehen ist einem manchmal nach Taschentüchern und ultimativer Melancholie. Das zweite Album von London Grammar mag als Soundtrack dazu funktionieren. Vier Jahre nach dem Debüt ist die dreiköpfige Band aus Nottingham mit der gleichen existenziellen Angst zurück, die das 22 Millionen Mal verkaufte „If You Wait“ ausmachte. Im Zentrum stehen immer noch Hannah Reids voluminöses Contralto, Lyrics rund um Gut und Böse, Wahrheit und Lüge und theatralische Melodien, die große Emotionen transportieren – alles vorsichtig gespickt mit zarten Gitarren- und Synthie-Flächen. Bleibt nur eine Frage: Warum braucht man vier Jahre für ein Album, das Motive wiederholt? Überzeugende Dynamiken gibt es durchaus, zum Beispiel wenn sich auf dem von Streichern dominierten „Hell to the Liars“ die spartanische Arrangements langsam aufbauschen. Davon abgesehen tritt  „Truth is a Beautiful Thing“ jedoch auf einer einzigen, altbewährten Note herum. Ein Déjà-vu, das durchaus berühren kann, aber eben auch nicht viel Neues bereithält.

VÖ: 9.6. / Island (Universal Music)
Online erhältlich: iTunes / Amazon