279 Veranstaltungen an 56 Spielstätten. Beim ersten Performing Arts Festival Berlin präsentiert sich ab heute die freie Theaterszene der Stadt in ihrer ganzen Vielfalt – unprätentiös und abseits des etablierten Theaterbusiness.

Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele freie Theatergruppen wie in Berlin. Schade nur, dass man davon im täglichen Feuilleton herzlich wenig mitbekommt. Um den Fokus von den großen  Staats- und Stadttheatern auf die freie Künstlerszene zu lenken, geht vom 23. bis 29. Mai das Performing Arts Festival in die erste Runde. Initiiert vom Ballhaus Ost, Theaterdiscounter, Hebbel am Ufer und den Sophiensælen, stellen sich in über 120 Produktionen Newcomer neben Stars wie Gob Squad oder Bridge Markland dem Berliner Publikum vor. Klingt nach einem schweißtreibenden Theatermarathon, ist es auch – doch der Blick auf den Rand der Szene lohnt sich.

Wohin am Besten?

Im Gegensatz zur Vorläuferversion 100º-Festival, führt das diesjährige Programm in nahezu alle Berliner Produktionshäuser und Spielstätten. Fernab vom herkömmlichen Theatergestühl bringen die Performances dabei immer wieder an ungewöhnliche Orte. So lädt die Gruppe Écoleflaneurs zum Flanieren und Lesen am Kotti, Schauspieler Max Howitz führt in seiner Privatwohnung die Ein-Mann-Performance „All Tag“ vor und mit „Walking with Ghosts“ geht es auf einen Spaziergang ins ehemalige Stummfilmkino Delphi in Weißensee. Richtig interaktiv wird’s mit „HERA“ – die Stadt der Zukunft von Rolf Kasteleiner und die Kompanie Lapama in der ehemaligen Willner Brauerei. Irgendwo zwischen Theater und Computerrollenspiel wandern Besucher wie ein griechischer Held durch verschiedene Level von Raum zu Raum und setzen damit das Schauspiel selber in Bewegung. Ziel ist es, am Ende ins Level der Unsterblichkeit zu gelangen. Die Konsequenzen und Gefahren der Technokratie trägt dabei jeder für sich selbst. Und wem das alles zu viel ist, der kann sich ganz geschmeidig auf Touren wie „Radikal Performance“ von den teilnehmenden KünstlerInnen durch die Räume und Stücke des Festivals führen lassen.

Das komplette Performing Arts-Programm