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»Mainstream? Uninteressant!« – Chase & Status

in Interviews/Musik

Angefangen haben Chase & Status vor zehn Jahren als Drum & Bass-DJ-Team. Mit ihrer Band und einem Bass Music-Crossover sind Saul Milton alias Chase und Will Kennard alias Status in Großbritannien mittlerweile gefeierte Festival-Headliner. In den USA produzierten sie Songs für Rihanna, remixten Jay Z. und Snoop Dogg verwendete ihren Dubstep-Track »Eastern Jam« für seinen Hit »Snoop Dogg Millionaire«.

Das zweite Album »No More Idoles« schoss mit einem Crossover aus Bass Music, Hip-Hop, Rock-Gitarren und Rave-Sounds direkt auf Platz 2 der UK-Charts. Bei ihren Konzerten bringen Chase & Status das Publikum zum Austicken, wie zu den Drum & Bass-Hochzeiten in den Neunzigern. Im Interview erklären Saul Milton (Chase) und Will Kennard (Status) warum. 

Nach eurer Drum & Bass Underground-Vergangenheit ist das zweite Album auf einem Major Label erschienen und featured auch andere Styles. Zielen Chase & Status jetzt auf den Mainstream ab? 

Saul Milton: Nein, der Mainstream interessiert uns überhaupt nicht. Mit dem Erfolg der Drum & Bass-Band Pendulum und unserem Top Ten-Hit »End Credit« vor zwei Jahren hat sich die kommerzielle Welt in England für Breakbeats wieder geöffnet. Und Dubstep wird inzwischen überall gespielt. Bass Music wird immer beliebter, so wird es zwangsläufig auch kommerzieller. Aber es existieren gleichzeitig immer noch sehr starke Underground-Szenen in UK und es ist doch gut, wenn hier ein Crossover stattfindet. 

Besteht nicht die Gefahr, dass ihr damit eure Glaubwürdigkeit in der Szene verliert?

Saul Milton: Nicht wirklich. Einige der Tracks auf dem Album sind pure Underground Drum & Bass Tunes, die auch von den Szene-DJs rauf und runter gespielt werden. Wir machen unsere Musik nicht, um in die Charts zu kommen, sondern weil wir sie lieben. Wir sind jetzt 30 Jahre alt und wollen nicht das machen, was wir schon vor zehn Jahren gemacht haben. Wir lassen uns in keine Schublade stecken, wollen uns weiterentwickeln und das Album zeigt, wo wir gerade musikalisch stehen. 

Der Song »End Credits« mit Plan B. war auch der Titeltrack des englischen Kinofilms »Harry Brown« mit Michael Caine, der  2009 offensichtlich die Unruhen in England vorweggenommen hat.  

Saul Milton: Gangs sind überall auf der Welt ein Problem, in England ist das nur etwas Ausgeprägter. 

Will Kennard: »Harry Brown« ist einer der ersten britischen Kinofilme, der ein paar schockierende Szenen zum Thema Waffen und Gangs zeigt. Besonders in der Eingangssequenz, wo eine Mutter im Park von Jugendlichen im Drogenrausch auf einem Motorrad  erschossen wird und diese dann auf der Flucht in einem krassen Unfall sterben. Als wir den Film das erste Mal sahen, dachten wir: Oh Shit, wo sind wir denn hier gelandet. 

Das Interview mit Chase & Status führte Stefan im Oktober 2011