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Konzertbericht: REFUSED im Columbia-Theater

in Galerie/Live/Musik

Am 17. März spielten REFUSED im ausverkauften Columbia-Theater. Wir haben uns die Hardcore-Giganten aus Schweden nicht entgehen lassen und [030]-Autor Steffen mit der Kamera hingeschickt, um ein paar verschwitzte Live-Impressionen zu sammeln.


Pünktlich um 8 beginnt ein bemerkenswerter Support. SAFI wirkt zierlich und macht sanfte Ansagen. Nachdem sie gesungen und geschrien hat, ist aber klar, dass manch einer die Vorband mit ihrer Noiserock-Krachsituation unterschätzt haben mag. Nicht umsonst haben sich REFUSED für ihre Europatour erneut für das Trio aus Leipzig und Berlin entschieden. Vor lauter Motivation muss auch direkt die BassDrum dran glauben: Durchgetreten. Aber kein Problem, das man nicht mit Panzertape lösen könnte. Dann der Haupt-Act: Nach einer Viertelstunde gleißenden weißen Lichts und einer wabernden Feedbacksirene sind REFUSED zurück auf der Bühne im ausverkauften Columbia-Theater. Mit entschlossen nach oben gereckter rechter Faust steht er da: Dennis Lyxzén, mit 43 Jahren immer noch ausdrucksstärker, agiler und politischer als alle anderen. Und in Aktion eigentlich auch viel zu schnell für das Standbild. Es gibt nicht viele Frontmänner, die nach einem Luftsprung ihr Mikrophon so weit von sich weg schleudern können, um es dann auf die Eins mit einem gezielten Zug am Kabel wieder am Mund zu haben – ohne dass es den Boden berührt. Dafür geht man auf Live-Konzerte.

Der Tanz mit dem roten Kabel

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Eigentlich zu schnell fürs Foto: REFUSED-Frontmann Dennis Lyxzén und der Tanz mit dem roten Mikrofonkabel.

»Nothing has changed!« Als wären die Schweden nie weg gewesen. Brachial, radikal, voller Druck und kräftestrotzend. ›Elektra‹ – der Opener des Comeback-Albums ›Freedom‹ – leitet den Abend ein und gibt gleichzeitig die Marschrichtung vor: »The Time Has Come. There’s No Escape.« Bereits in Lied drei hechtet Lyxzén in den tobenden Moshpit. Der Security hat seine Probleme, an ihm dran zu bleiben. Kurzzeitig erahnt man nur am roten Mikrofonkabel, das von der Bühne in die Menge hängt, wo der REFUSED-Sänger gerade ist. Begleitet vom eigenen Schattenspiel an den Wänden des Columbia-Theaters feiern die fünf schicken Schweden die Tightness, mit der sie zusammen spielen. Ein tolles Bild. Der Sound ist so, wie er sein soll. Selbst die Pressefotografen nicken im Rhythmus. »Wir leben immer noch in einer Welt des Patriarchats, in der wir Frauen unterdrücken und vergewaltigen«, erinnert der verschwitze Frontmann schließlich an die Fight-the-Power-Motivation der Band aus Umeå. »Es liegt nicht an den Frauen, das zu beenden. Es liegt an uns! – Und danach zerstören wir den Kapitalismus!« – Wenn das Musiker sagen, kann es schnell nach Plattitüde, nach alberner Anmaßung klingen. Bei REFUSED klingt es hier aber genau richtig. Die Zugaben kommen alle vom 1998er Hardcore-Meilenstein ›The Shape of Punk To Come‹. Sie werden zurecht gefeiert. REFUSED sind fantastische Entertainer und ein bombastischer Live-Act.

Text & Fotos ©: Steffen Rudnik

 

schreibt über Musik und Stadtleben, kann alle Morrissey-Songs auswendig und steht auf verzerrte Gitarre. Interessen: Popkultur, Kunst, Graphic Novels und Musiktheater.

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