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Foto: © Lou Drago

Gefangen im Hirn und Jetzt: Wie Musik uns das Leben zurückholt | Workshop im Gropius Bau

in Musik/Stadtleben

Musik macht die Zeit hörbar.

Musik ohne Nachdenken: geht das überhaupt? Es ist sogar eine Art der Meditation. Das lehren uns Isabel Margarita Lewis und Lou Drago im Gropius Bau. 

Weg mit dem Hirn

Ganz still steht unser Hirn nie so wirklich: Unterbewusst vergleichen wir immer Szenarien, tagträumen oder machen Pläne. Sogar wenn wir Musik hören, versuchen wir immer zu erahnen, was als nächstes auf uns zukommt. Abschalten und einfach nichts tun, außer zuhören: das kann kaum jemand. Es sei denn er ist ein Nachfahre von Buddha. Und selbst der hätte es schwer. Aber jetzt mal ehrlich: Wie kommt das eigentlich, dass wir einfach nicht zur Ruhe kommen und sogar bei Musik immer mit den Gedanken woanders sind. Ist doch schade eigentlich um die schönen Melodien, die da an uns vorbeirauschen. Im Normalfall läuft das bei uns im Gehirn nämlich dummerweise so ab: Wir freuen uns, wenn wir in einem Lied ein Wort oder eine Zeile erahnt haben. Wir versuchen es immer und immer wieder und strengen unser Gehirn im Dauerzustand an. Nervig. Wenn dann auch noch ein Refrain oder ein Abschnitt immer wieder auftauchen, passiert etwas, das wir aus unserem Alltag sehr gut kennen, wenn sich etwas ständig wiederholt. Wenn eine Zeile oder ein Abschnitt so oft auftauchen, dass unsere Erinnerung überflüssig wird: Na? Genau: Es entsteht Langeweile.

Mit Rammstein ins Licht

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Ommmmmmmmmmmmm. Foto: © Nickolai Kashirin

Langeweile beim Musikhören kann man aber vermeiden. Nämlich mit einer ganz neuen Sichtweise, die der Zuhörer fein trainieren kann. Statt Musik als wiederkehrendes Muster zu begreifen, entdeckt man die Gegenwart der Musik und kann sich so aus dem konstanten Gedankenstrom lösen. Abgefahren. Die Zeit scheint auf einmal still zu stehen, man fühlt sich gefangen. Gefangen in der Gegenwart. Vielleicht die einzige Gefangenschaft, die man sich wünschen sollte. Einfach im Hier und Jetzt sein ist für viele ein erstrebenswertes Ziel. Doch fällt es so schwer. Da kommt jetzt der Gropius Bau ins Spiel, fast am Ende dieses Textes, aber besser spät als nie, verkünden wir: In dem Workshop von Isabel Margarita Lewis und Lou Drago sollen die Teilnehmer diese andere Art des Musikhörens und Meditierens kennenlernen. Eine Art der Meditation, welche das Denken vermeidet, um eine Zeit lang die Last des Egos und andere Ängste zu verringern. Gleichzeitig funktioniert der Workshop als Experiment, denn welche Musikrichtung sich am besten für den Ausstieg aus der Zeit eignet, ist noch Spekulation. Sind es die Beatles oder doch eher Rammstein? Vielleicht – und das wäre ziemlich furchtbar – ist es aber auch Heino. Nein, soweit wollen wir jetzt nicht gehen an dieser Stelle. Heino kann es auf keinen Fall sein. Zurück zum Workshop und damit zum Ende dieser kleinen spirituellen Exkursion. Das Feedback des Publikums ist sehr willkommen! Suspending Time ist übrigens ein Workshop der Ausstellungsreihe „Welt ohne Außen“ des Gropius Baus. Wie schön.

Mehr Infos zum Workshop gibt’s übrigens hier

Suspending Time: Workshop
Martin Gropius Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin 
bis 3. August 

Foto: © Lou Drago

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