Wochenrückblick, 030, 2018

Der [030] Wochenrückblick vom 8. – 12. Januar 2018

in Stadtleben

Mit unseren Musik – und Kulturtipps seid ihr eh schon immer gut informiert. Damit ihr aber auch nicht verpasst, was es sonst noch Wichtiges in Berlin gab, liefern wir euch jeden Freitag unseren Wochenrückblick.

Hier könnt ihr alle Geschichten nachlesen, die uns in der zurückliegenden Woche beschäftigt haben, egal ob aus Politik, Kultur oder in den sozialen Netzwerken.

Großer Vorrat an Air Berlin-Schokoherzen bei Lindt

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Foto: © Air Berlin

Die Insolvenz der Fluggesellschaft hat anscheinend nicht nur viele Kunden überrascht, sondern betrifft auch die Schokoladenhersteller Lindt und Sprüngli. Die zeigen sich verantwortlich für die kleinen Schokoladenherzen, die Air Berlin auf jedem Flug an die Gäste verteilt hat. Die Hersteller teilten jetzt mit, dass noch ungefähr 120.000 Stück davon gelagert sind. Die Herzen sollen 2,4 Tonnen wiegen, verkaufen sich zurzeit aber wohl gut. Kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz und nach den letzten Flügen von Air Berlin waren die Herzen bereits als Sammlerobjekte mit Seltenheitswert auf ebay gehandelt worden, wie auch die B.Z. berichtete. Wer sich die essbaren Air Berlin Souveniers sichern will, hat jetzt also noch einmal die Chance dazu, ganz ohne ebay-Auktion. Mehr zu den Air Berlin-Herzen lest ihr im Artikel der Morgenpost.

BVG bringt limiterten Sneaker heraus

BVG, Schuh, Adidas
Foto: © @ overkillshop / Overkill

Anderes als die Schokoherzen von Air Berlin ist diese Ware tatsächlich noch stark limitert und wird auf ebay preislich wahrscheinlich in die Höhe schießen. Die Berliner Verkehrsbetriebe bringen zusammen mit adidas einen auf 500 Stück limitierten Sneaker heraus. Er soll 180 Euro kosten und wird ab dem 16. Januar in zwei Stores in Berlin verkauft. Die Experten von adidas haben sich von den allgegenwärtigen Sitzbezügen in den Fahrzeugen der BVG inspirieren lassen und das Muster als Element in den Sneaker eingearbeitet. Zusätzlich gilt der Schuh auch als Jahresticket in allen BVG-eigenen Linien, allerdings nur, wenn sie tatsächlich getragen werden. Daran übt der Fahrgastverband IGEB Kritik, denn dadurch würden Fahrgäste mit Handycap diskriminiert werden. Außerdem verzichte die BVG bewusst auf Einnahmen, nur für einen Marketing-Gag. Trotz aller Kritk werden die Schuhe wohl begehrt und die 500 Stück am 16.1. bereits ausverkauft sein. Eine ausführliche Zusammenfassung findet ihr bei Meedia.

Neuer Club in ehemaliger Neuköllner Bowlinghalle

arkaoda, Berlin, Club

In Neukölln hat ein neuer Club eröffnet – das arkaoda. Der Club ist nach seinem Istanbuler Schwesternclub benannt, der 1999 gegründet wurde. Die Macher der Location wollen den Geist dieses Clubs nach Berlin bringen und haben sich dafür eine alte Bowlinghalle als Ort ausgesucht, gelegen am Karl-Marx-Platz 16. Ihre Intention fassen die Betreiber folgendermaßen zusammen: „Die Idee einen Raum zu schaffen für unabhängige, musikalische und künstlerische Positionen und Entwicklungen. Nische für Konzerte, Festivals und Parties jenseits von Genre-Schranken in Zusammenarbeit und Austausch mit lokalen wie internationalen Gleichgesinnten.“ Das ganz Projekt sieht vielsversprechend aus und wird bestimmt auch einen Platz in unseren Partytipps für das Wochenende finden. Bis dahin könnt ihr auf dem arkaoda auf Facebook schon mal ein Like dalassen.

Fluchttunnel im Berliner Mauerpark entdeckt

tunnel, mauerpark
Beispiel eines Berliner Fluchttunnels. Quelle: tunnelfluchten.de

Ein Team aus Archäologen und Mauerforschern rund um den Forscher Torsten Dressler hat im Mauerpark einen alten Fluchttunnel aus der DDR entdeckt. Logischerweise liegt die Stelle in direkter Nähe zum Standort, an dem die Mauer damals Ost- und Westberlin trennte. Ebenfalls ein Teil der Entdeckung war eine massive Betonplatte, die die DDR-Bürger am Benutzen des Tunnels hindern sollte, nachdem dieser entdeckt worden war. Der Fluchttunnel soll erhalten bleiben und so ausgestellt werden, dass er begutachtet werden kann. Einen Besuch ist das durchaus wert, wenn Geschichte quasi lebendig in der direkten Nachbarschaft sichtbar wird. Ausführlichere Informationen könnt ihr dem Artikel des Berliner Kuriers entnehmen.

Berliner Landgericht erlässt einstweilige Verfügung gegen AfD-Abgeordneten

nazis, afd

Anfang Januar hatte der AfD-Abgeordnete Jens Meier den Sohn von Boris Becker, Noah Becker, auf Twitter rassistisch beleidigt. Auf dem Account von Jens Meier war zu lesen: „Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.“ Jens Meier schob das auf einen Mitarbeiter, der den Tweet abgesetzt haben soll. Das Berliner Landgericht hat jetzt eine einstweilige Verfügung erlassen, die es Jens Meier untersagt die Äußerung zu wiederholen. Zusätzlich hat Noah Becker eine Strafanzeige gestellt, die Staatanwaltschaft Berlin prüft derzeit, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Wer nachlesen will, was Noah Becker zum Rassismus ihm gegenüber zu sagen hat, kann das bei VICE tun.

Zum Abschluss das aktuelle Tocotronic Video zum Song „Electric Chair“.
Das neue Album „Die Unendlichkeit erscheint kommenden Freitag.

 

Bis nächsten Freitag!

Eure [030] Redaktion

schreibt über Musik, besucht sehr viele Konzerte und kauft seine Platten am Merchandise-Stand. Interessen: Texte ins Internet schreiben, Bassgitarre und Kreisligafußball.