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Der [030] Wochenrückblick vom 29. Januar – 2. Februar 2018

in Aktuell

Mit unseren Musik – und Kulturtipps seid ihr eh schon immer gut informiert. Damit ihr aber auch nicht verpasst, was es sonst noch Wichtiges in Berlin gab, liefern wir euch jeden Freitag unseren Wochenrückblick.

Hier könnt ihr alle Geschichten nachlesen, die uns in der zurückliegenden Woche beschäftigt haben, egal ob aus Politik, Kultur oder in den sozialen Netzwerken.

Haus der Statistik soll saniert werden


Wahrscheinlich ist fast jeder Berliner schon mal am verlassenen „Haus der Statistik“ vorbeigekommen, steht es doch in direkter Nähe zum Alexanderplatz und ist mit dem Schriftzug „Stop Wars“ auffällig gestaltet. Jetzt gibt es erste Pläne für die Sanierung des Gebäudes und die folgende Nutzung. Bis August soll genau verhandelt werden, wer welchen Raum in dem Bau bekommen soll. Zur Debatte stehen Räume für Künstler, soziale Einrichtungen und klassische Wohnungen. Bis zum Einzug wird es allerdings noch einige Zeit dauern, da die Fassaden in schlechtem Zustand sind, einige enthalten auch Asbest. Geplant ist, die Sanierung bis 2024 fertigzustellen, wir sind gespannt, ob dieser Plan eingehalten werden kann. Zuindest ist es positiv, dass sich die Stadt Berlin die Fläche gesichert hat und nun sinnvollen Nutzraum kreieren will. Andernfalls wäre das Gebäude wohl an den meistbietenden Investor verkauft worden. Ausführlichere Informationen zu den Plänen rund um das Gebäude findet ihr in der Berliner Zeitung.

Detektive spüren illegale Ferienwohnungen in Berlin auf

Wohung Kreuzberg, Overkill

Könnte auch die Schlange für eine Wohungsbesichtigung sein, hier stehen die Menschen allerdings für Schuhe an. © [030] Magazin

Es ist hinglänglich bekannt, dass die Wohnsituation in der Hauptstadt nicht gerade rosig aussieht. Immer mehr Menschen wollen nach Berlin kommen, besonders die begehrten Stadtteile Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg sind überlaufen. Das spiegelt sich auch bei den Touristen wider. Gerade, wer als junger Mensch übers Wochenende nach Berlin kommen möchte, sucht sich eine Bleibe in den belebten Stadtteilen aus.  Das führt dazu, dass viele Vermieter, aber auch reguläre Mieter ihre Zimmer, beispielsweise bei Airbnb, als teure Ferienwohungen anbieten, um Profit zu machen. Das verstößt in Berlin allerdings gegen das Zweckentfremdungsgesetz, das einem Missbrauch von Wohnraum entgegenwirken soll. Bisher wurden ungefähr 8.000 solcher Angebote aufgespürt, sogenannte Wohnugsdetektive arbeiten weiter an Verbesserungen beim Aufspüren dieser Angebote. Wer illegal Ferienwohnungen untervermietet, sollte das jetzt vielleicht noch einmal überdenken. Mehr Informationen zum Vorgehen der Detektive finden sich beim rbb.

Train-Surfing mit Rauchbomben

In Berlin finden immer wieder die waghalsigsten Stunts an und auf den öffentlichen Verkehrsmitteln statt. Diese Woche hat uns besonders ein Video begeistet, auf dem ein Trainsurfer seine Fahrt mit gelben und blauen Rauchbomben verschönert hat. Das Ganze ist mit hochauflösenden Aufnahmen begleitet, auch eine Drohne macht ziemlich beeindruckende Bilder vom Geschehen. Auch, wenn das Video bereits etwas älter ist, lohnt sich das Anschauen. Veröffentlicht wurde es auf dem YouTube-Kanal von Michi Leber, der etliche Parkour- und andere Urban-Exploring-Videos bietet. Natürlich ist es gefährlich Train-Surfing zu betreiben und ihr solltet nicht versuchen den Stunt nachzumachen.

Fotograf macht Videoüberwachung im öffentlichen Raum mit speziellen Aufnahmen sichtbar


Paul-Ruben Mundtthal ist ein Fotograph aus Erfurt, der sich ein sehr spezielles Projekt ins Leben gerufen hat. Mit „Beschattung“ macht er Orte sichtbar, an denen eine dauerhafte Videoüberwachung eingesetzt wird. Dafür hat er eine Infrarotkamera umgebaut und stichprobenartig in verschiedenen Städten in Deutschland Objekte fotographiert. Das unsichtbare Infrarotlicht macht deutlich, welche Objekte, welchen Überwachungsfokus haben und stellen einen spannenden Kontrast zu den Aufnahmen der Gebäude bei normalem Tageslicht dar. Auch in Berlin ist Paul-Ruben Mundthal auf solche Überwachungen gestoßen, beispielsweise am Jakob-Kaiser-Haus. Etliche seiner Bilder findet ihr auf seiner Website.

Mike Wall ist verstorben

Auch eine traurige Nachricht hat uns diese Woche bewegt. Der Berliner Produzent und DJ ist im Alter von nur 34 Jahren verstorben. Er war als Booker des Suicide Circus tätig und Labelbetreiber, unter anderem von Wall Music. Unser Beileid gilt seinem Sohn und seiner schwangeren Frau. Die benötigen jetzt Unterstützung, die ihr ihnen mittels einer Crowdfunding-Kampagne bei YouCaring geben könnt. Helft also gern der Familie von Mike Wall (Maik Marold) in der schweren Zeit, wenn ihr könnt.

Bis nächsten Freitag!

Eure [030] Redaktion

schreibt über Musik, besucht sehr viele Konzerte und kauft seine Platten am Merchandise-Stand. Interessen: Texte ins Internet schreiben, Bassgitarre und Kreisligafußball.