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© P. Wolflingseder

Der [030] Wochenrückblick vom 14. – 18. Mai 2018

in Stadtleben/Wochenrückblick

Mit unseren Musik- und Kulturtipps seid ihr eh schon immer gut informiert. Damit ihr aber auch nicht verpasst, was es sonst noch Wichtiges in Berlin gab, liefern wir euch unseren Wochenrückblick.

Zahl der Drogentoten sinkt leicht

Drogenkonsum und Berlin sind zwei eng verknüpfte Themen, das zeigen auch aktuelle Zahlen. Anfang dieser Woche stellte Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, aktuelle Statistiken zu den tödlichen Folgen des Drogenkonsums vor. Die gesamte Anzahl an Drogentoten in Deutschland ist dabei leicht gesunken, 1272 Drogentote sind allerdings kein Grund zufrieden zu sein. Aus Berlin kamen dabei 168 Tote, womit Berlin den höchsten Schnitt von Drogentoten pro 100.000 Einwohnern erreicht. Das zeigt, dass besonders hier in der Hauptstadt Drogenprobleme immer noch eine große Rolle spielen. Marlene Mortler will mit präventiven Maßnahmen gegen den übermäßigen Konsum von Drogen, wie Alkohol, Tabak oder Cannabis vorgehen. Ihre Position zu Cannabis sollte sie dabei vielleicht ein wenig anpassen, zuletzt schienen ihre Argumente gegen die Droge eher fragwürdig.

Kadterschmiede darf bleiben

Die Rigaer Straße war in dieser Woche wieder vermehrt Thema. Das lag einerseits an angezündeten Autos und den”Chaostagen”, die von der linksautonomen Szene ausgerufen wurden, andererseits auch an einem Gerichtsverfahren, das klären sollte, ob die besetzte Kneipe “Kadterschmiede” bleiben darf. Das zuständige Landgericht Berlin kam dabei zu dem Schluss, dass das besetzte Gebäude vorerst nicht geräumt werden muss. Die Entscheidung hat allerding wenig damit zu tun, ob die eigentliche Nutzung des Lokals legal ist. Der Einspruch der Kläger wurde schlicht als unzulässig eingestuft, die Verhandlug war damit bereits zu Ende. Eine Berufung ist trotzdem möglich, der Streit dauert daher wahrscheinlich weiter an. Mehr zum Gerichtsverfahren könnt ihr beim Tagesspiegel nachlesen.

Queeres Leben in Brandenburg

Am Donnerstag den 17. Mai war der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie. Auch in einer modernen deutschen Gesellschaft ist ein solcher Tag sehr wichtig, um das Bewusstsein zu erhalten, dass es immer noch viele Vorurteile und Ausgrenzungen gegen Menschen gibt, allein wegen ihrer sexuellen Orientierung. Berlin als bunte Hauptstadt ist dabei sicherlich ein Ort, an dem viele Menschen akzeptiert werden, egal welche sexuelle Orientierung sie haben. Der rbb hat in dieser Woche allerdings einen Blick nach Brandenburg geworfen, wo eine freie sexuelle Orientierung nicht so einfach möglich ist. Im Artikel kommt ein schwuler Feuerwehrmann zu Wort, es wird über die mangelnde Akzeptanz der queeren Szene im ländlichen Raum berichtet und darüber, wie in Cottbus sogar die Regenbogenfahne zum CSD verboten wurde. Ein sehr interessanter Einblick, der zeigt, dass unsere Gemeinschaft noch lange nicht so offen ist, wie man es als Berliner vielleicht vermuten würde. Den Artikel findet ihr hier zum Nachlesen.

Berlin solidarisiert sich mit der georgischen Clubszene

Ebenso wie die sexuelle Orientierung ist auch das Clubleben in Berlin sehr frei und vor allem vielfältig. In anderen Länder muss für die Existienz dieser Art von Kultur deutlich mehr gekämpft werden, wie sich aktuell in Georgien zeigt. Dort gab es Polizeirazzien in verschiedenen Clubs unter dem Vorwand, dort Drogenhändler hochnehmen zu wollen. Die Einsatzkräft waren dabei teilweise schwer bewaffnet, die Drohgebärde offensichtlich. In Georgien ist es nun zu Protesten vor dem Parlament gekommen und auch Berlin zeigt sich solidarisch. Einen Bericht des Leipziger DJs Vincent Neumann, der in Georgien war und eigentlich auflegen sollte, könnt ihr bei Das Filter nachlesen.

Interview mit Regisseur von Babylon Berlin

030, Berlin, Magazin, Film
Foto: © Promo

Die deutsche Serie Babylon Berlin ist voll eingeschlagen. Neben viel Gesprächsstoff,für den die Serie gesorgt hat, ist das vor allem aus den vielzähligen Preisen abzulesen, die abgeräumt wurden. Im Herbst wird die Serie auch im Free-TV, genauer in der ARD, laufen. Wir haben uns mit dem Regisseur der Serie, Henk Handloegten, unterhalten und ihn gefragt, wie der Erfolg der Serie zu erklären ist und ob mit einer Fortsetzung zu rechnen ist. All das könnt ihr hier im Interview nachlesen.

Bis nächsten Freitag !

Eure [030] Redaktion

schreibt über Musik, besucht sehr viele Konzerte und kauft seine Platten am Merchandise-Stand. Interessen: Texte ins Internet schreiben, Bassgitarre und Kreisligafußball.