Beginner: Alles klar auf der Andrea Doria

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Die Beginner sind auf Comeback Tour. Heureka, der junggebliebene Vierziger aus dem Prenzlauer Berg springt vor Freude im Kreis.

Flashback ins Jahr 1998. „Bambule“, das zweite Album der Hamburger, war die erste deutsche Rap-Platte die kickte. Zuvor, alberner Scheiß (Fanta 4) oder politisches Kopfkino (Advanced Chemistry). Später konnte Jan Delay mit seinem ersten Soloalbum „Searching for the Jan Soul Rebels“ inhaltlich noch Einen drauf setzen, bevor er sich entschied der neue Udo Lindenberg zu werden. Die Texte seines Erstlings: visionär („Der Rote Knopf“ oder „hitler.de"). Vergangenen Sommer startete das Trio nun also, nach vielen Jahren der Ankündigungen, mit neuem Material die Rückkehr ins Rapbiz. Streetcredibilty bei den Kids holte man sich mit Gzuz von der 187 Straßenbande. Der Name des Gastes spricht sich wie Jesus im Englischen. Der Heilsbringer. Ein guter Song in dessen Video sich alte Männer treffen und darüber sinnieren, wobei Norddeutsche in der Regel nur Kopfnicken statt zu reden, trotz fortschreitendem Alter immer noch krass zu sein. Damit tut man den Beginnern natürlich Unrecht. „Adcanced Chemistry“ ist eine gute Hip-Pop-Platte. Maximal ausproduziert. Das machte „Bambule" damals so stark. Eben weil das gewisse Etwas Ende der Neunziger im deutschen Hip-Hop nicht unbedingt zu den Standards gehörte. Das hält die Platte bis heute frisch. Kein schlechtes Merkmal für die anstehende Tour. Wie das mit “Advanced Chemistry“ in knapp 12 Jahren ist, wenn Jan Udo heißt und die Beginner ihre fünfte Platte „Andrea Doria“ rausbringen? Wir werden hören!

Live am 27.3. ab 20 Uhr in der Max-Schmeling-Halle.