Die Mischung macht`s. Die britische Indie-Band The Foals kann ihre elektronischen Einflüsse nicht verbergen. Warum auch? Man kommt nicht umhin der Band einen recht akzeptablen Musikgeschmack zu attestieren. Zwar fehlen die Ausbrecher – Songs für die man sich im Alter schämen könnte – aber warum den knappen Platz verschwenden. Überhaupt: Knapp. Kaum hatte sich die Band 2005 gegründet, schaffte es das Quintett binnen kurzer Zeit ins Bloc Party Vorprogramm. Eine Freundschaft zwischen beiden Bands entsteht, die 2008 ihren Buddy Höhepunkt in gemeinsamen Festival Faustkämpfen gegen bornierte Alt-Punkern erreicht. Gegenseitig füreinander einstehen, dass gehört für The Foals zum guten Ton. 

Luomo – Vocalcity
Für mich ist es das perfekte Techno-Album. Von Anfang bis Ende. Dieses Album hat mich durchs Studium gebracht und es fällt mir leicht zu behaupten: dieses Album ist einzig und allein für meine Liebe zur  elektronischen Musik verantwortlich.

Swans – Swans Are Dead (Live "95-"97)
Dieses Werk ist verantwortlich für den lautesten Sound den meine Anlage jemals hervorbrachte. Unser Sänger Yannis kam eines Abends mit einer Flasche Rum vorbei, noch bevor The Foals überhaupt existierten. Play gedrückt und es krachte was das Zeug hält. Ein gutes Gefühl.

Monolake – Plumbicon Versions
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wann ich unserem Sänger Yannis diese Platte das erste Mal vorgespielt habe, aber es hatte sofort seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Auf eine eigenartig indirekte Weise nahm sie bis heute großen Einfluss auf die instrumentelle Struktur des Foals Sounds. Die B-Seite unserer ersten Single hatte sogar den Arbeitstitel „Plumbicon“ als sie noch ein instrumentales Etwas war. Das war bevor wir sie schließlich aufnahmen. Sollte irgendjemand anderes eine noch größere Ähnlichkeit schaffen, dann haben sie auf jeden Fall einen Preis verdient dafür.

Devo – (I Can"t Get Me No) Satisfaction

Ich bin kein großer Rolling Stones Fan. Tatsächlich denke ich, dass sie genau zwei gute Songs haben. Devo haben ihre Sache weitaus besser gemacht. Yannis hatte eine VHS Compilation von Devo Videos gefunden und als wir in Brighton lebten, hat er sich diese immer und immer wieder angeschaut. Das hatte schon etwas Beängstigendes. Offensichtlich konnte er nicht genug davon bekommen.

Liars – They Threw Us All in a Trench
Ich habe das erste Liars Album geliebt, wie eigentlich jeder den ich zu der Zeit kannte. Am intensivsten beeindruckte mich damals der letzte Song "The Dust that makes the mud" mit diesem endlosen Loop und einem absolut bedrückenden Vibe. Heute muss ich allerdings gestehen: es war keine Liebe. Eher Verwunderung und Faszination über diesen sehr eigenwilligen Sound.

Jürgen Paape – So Weit Wie Noch Nie
Unterwegs in irgendeiner schrottigen Rostlaube haben wir uns das unheimlich oft auf unseren ersten Tourneen angehört. Niemand von uns hatte eine Ahnung was der Text aussagte. Ist das wichtig? Es ist so unbeschreiblich bewegend und schön.

Carl Craig – The Climax
Das ist eine der ersten 12inches die ich jemals gekauft habe. Ich habe sie zu meinen Eltern schicken lassen, wo ich damals wohnte. Als ich das Paket öffnete war es mir super peinlich das auf der hell-rosa Hülle groß „THE CLIMAX“ stand. Es sah aus wie ein Porno. Meine Eltern sind sehr konservativ und religiös, man kann sich ungefähr vorstellen wie das ablief.

Oliver Huntemann – La Boum
Jedes Mal wenn ich irgendwo auflege, kommt unser Schlagzeuger Walter zu mir und sagt: “ Edwin, Edwin, du musst „La Boum“ spielen”. Ausnahmslos, ohne Rücksicht darauf, welche Art Party oder Crowd am Start ist. Es ist hymnischer Techno und entweder räumt es die Tanzfläche leer oder bewirkt multiple Aneurysmen – manchmal auch Beides.

Chic – I want your Love (Boris Werner Edit)

Ich kam das erste Mal richtig mit Chic in Berührung nachdem Yannis einige Second Hand Platten mit nach Hause brachte. Diese Version habe ich das erste Mal in der Panorama Bar gehört. Auf dem Höhepunkt des Tracks öffneten sie die Jalousien – einfach magisch. Seitdem sind wir unzertrennlich.

Evelyn Champagne King – I"m In Love
In einem anderen Leben bin ich ein professioneller Hochzeits- DJ und spiele das hier fünf Mal in jedem Set. Immer direkt hintereinander und jeder hat garantiert die beste Zeit seines Lebens.

Das Album »What Went Down« ist bei Warner Music erschienen.