Blickt man in den Lebenslauf des 27-jährigen Franzosen Théo Pozoga alias Strip Steve, der vor gut fünf Jahren aus seiner Heimatstadt Bordeaux nach Berlin auszog, um die elektronische Welt zu erobern, stellt man schnell fest, dass in dem jungen Mann das Herz eines altersweisen Musikliebhabers steckt.

12 Jahre alt war Pozoga, als er mit dem Auflegen begann. Bereits mit seiner ersten EP „Skip School“ (2008) konnte er das Interesse von Boys Noize aka Alex Ridha wecken. Weltweite Bookings und Remixaufträge folgten. 2012 erschien das Debüt Album „Micro Mega“ auf Boysnoize Records, im Jahr darauf eine Remixversion unter anderem mit Beiträgen von KiNK, Jimmy Edgar, Funk D'Void und Boys Noize. Seitdem hat sich Strip Steve in puncto Produktion leider etwas rar gemacht. Ein guter Anlass sich das Warten auf neuen Output mit dem Input zu vertreiben, der den jungen Mann auf seinen musikalischen Weg gebracht hat.

Q-Bert –Wave Twisters

Ich habe mit 12 mit dem DJing angefangen. Q-Bert war mein Hero. Ich habe diese Platte inhaliert und versuchte dieselben Tricks immer und immer wieder nachzuahmen. Nach einer Zeit langweilte mich die Technik an sich und ich begann, erste Tracks zu erschaffen.

Company Flow- Funcrusher Plus

Eine meiner ersten Offenbarungen in der Musik. Ich wuchs damit auf, eine Menge sowohl Indie- als auch Mainstream-Rap zu hören. Gangstarr, Nas etc. Aber als ich das erste Mal Company Flow hörte, war das ein echter Schock. Ich glaube, dank dieser Atmosphären, die diese Produktionen schaffen, bin ich später zu elektronischer Musik gewandert. 

Mr Oizo – Analog Worms Attack

Der logische Link zwischen meiner Indie-Rap/Scratch-Phase und meiner elektronischen Dance-Phase. Die Platte hat viele dieser „Breaks“, die man sich gekauft hat, um darauf zu scratchen. Zudem hat sie eine Appearance von DJ Feadz. Er war einer der Ersten, die mich zum Techno brachten. Dank seiner hat sich mein Geschmack immer weiter in Richtung Ellen Allien, Sascha Funke, Modeselektor, Nathan Fake und James Holden entwickelt. 

Beach Boys – Pet Sounds

Dieses Album habe ich am meisten in meinem Leben gehört. Manchmal volle 5 Stunden am Tag auf Repeat. Alles daran ist unglaublich. Ich habe immer gezögert mal ein Rolling Stone oder ein Beatles Album aufzulegen, deren Platten ich ja auch noch von früher kenne. Aber die Beach Boys werden für immer mein größter Einfluss in der Herangehensweise von Musik sein.

Tangerine Dream – Ricochet

TD können Spannung erzeugen und Tracks strukturieren, in dem sie Rhythmus und Synthesizer übereinanderlegen. Ganz ähnlich wie beim Techno. Aber es hat dabei alles so einen dramatischen Touch, erzählt eine Geschichte, produziert Bilder in deinem Kopf, während du die Musik hörst. Ich finde, das ist die Herausforderung, wenn du keinen Text in deiner Musik hast. 

William Onyeabor – Tomorrow

Ein nigerianischer Funk-Held, der eine Menge Synthesizer benutzt, was seinen Soul Strukturen einen spacigen Touch gibt. In seiner Musik liegt eine Ehrlichkeit und Poesie. Ich probiere auch immer eine gewisse Simplizität in meiner Musik zu wahren, einige Elemente unberührt zu lassen. Zudem belasse ich es bei einem Take und damit bei seiner Unvollkommenheit. Fehler wirken menschlicher und geben dem ganzen mehr Seele.

V/A – Crydamoure presents Waves

Das ist meine französische Seite. Diese Typen hier, zusammen mit ihren Wegbereitern aus Chicago, haben mir gezeigt, wie man mit Samples rumspielt. Crydamoure hatte diesen melodischen, warmen Touch, der mich immer sehr berührte. 

Armando – One World One Future

Die Acid House Legende. Er starb so jung, erschuf aber so viel in seinem kurzen Leben. Er gründete Warehouse Records und produzierte einige der bahnbrechendsten und einflussreichsten Tracks, die je erschaffen wurden. Ich bin großer Acid House Fan und hab schon immer eine Menge Platten von Armando in meinen DJ Sets gespielt. 

Robert Owens – Bring Down The Walls

Okay, dies ist kein Album, aber es ist eine unheimlich wichtige Platte für mich. Sie kam bereits 1986 raus, wird aber nie veraltet klingen. Der Track ist sehr straight, simpel und rau. Ich spiel die Scheibe immer noch regelmäßig und die Leute flippen drauf aus. Wegen dieser Platte habe ich auch Robert Owens gefragt, ob er einem meiner Stücke auf meinem Album die Stimme leiht.

Puro Instinct – Headbangers In Ecstasy

Das erste Album der beiden Kaplan Schwestern. Es kam vor 2010 raus. Seitdem ist es auf Heavy Rotation auf meinen Reisen. Ich fand die Platte schon immer wunderschön und einzigartig. So sehr, dass ich mich entschlossen habe, die Beiden zu fragen, ob sie auf einem meiner Tracks („Astral Projection“) mit mir zusammenarbeiten wollen.

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