»Großstadtmärchen« hieß die Platte, mit der sich Oliver Koletzki 2009 aufmachte den Pophimmel ein Stück näherzukommen. Zusammen mit Bosse und Juli Holz begeisterte der DJ, Produzent, Bandleader und Stil vor Talent Labelchef mit feinfühlig, tiefergreifenden Songs, die, inspiriert durch Koletzkis Jahre der elektronischen Exkursionen, wunderbar leicht und wohltuend geerdet daher kamen. Aus der Ruhe heraus entsteht die Kraft. Schluss damit! Ab in die Vergangenheit! Da erklärt sich die Liebe des Herrn Koletzki zum Pop ganz schnell. 

The Beatles – St. Peppeŕs Lonely Hearts Club Band
Mit 5 Jahren fing ich an, die Platten und Cd's meines Vater zu hören. Er hatte jedes Beatles Album, sagte mir aber immer wieder, dass dieses das Beste sei. Ich hörte es immer und immer wieder auf dem hässlichen Teppich unseres Wohnzimmer liegend. Was "Lucy in the sky with Diamonds" bedeutete, wußte ich noch nicht.

ABBA – The Greatest Hits Vol. 2
ABBA war die Lieblingsband meiner Mama. Warum die so komische Sachen auf dem Plattencover anhatten, habe ich damals schon nicht so recht verstanden. Aber umso mehr ihre Art und Weise Hooks und einprägsame Gesangsmelodien auf den Punkt zu bringen. Das Songwriting von ABBA hat mich nachhaltig beeinflusst.

Jean Michel Jarre – Oxygène
Das war der erste Musiker, den ich so richtig cool fand. Ich saß in meinem Zimmer mit dem billigsten Plastikkeyboard der Welt und schaute im Fernsehen eines seiner Megakonzerte in Paris. Mit dieser verrückten Lightshow und er in einem Meer aus Hightechsynthesizern. In der Nacht darauf träumte ich, dass ich dort in Paris auf der Bühne zwischen all diesen Synthesizern stehen würde.

Pet Shop Boys – Always On My Mind
Dies war eines meiner ersten Single-CDs. Ich habe das Lied sehr geliebt und wollte es unbedingt auf dem Keyboard spielen können, schaffte aber nicht, es rauszuhören. Also ging ich ein Musikgeschäft und bestellte mir die Noten. Danach mussten meine Eltern sich wochenlang mein mittelmäßiges Geklimper anhören.

The Doors – The Doors
Als ich 17 Jahre alt war, nahm mich ein Freund mit ins Kino und wir schauten den Film "The Doors". Noch am gleichen Tag beschloss ich, mein Leben komplett zu verändern. Ich verkaufte mein Yamaha SY-77 Keyboard und holte mir ein gebrauchtes Fender Rhodes, tauschte meine Jeans gegen Cordschlaghosen und Zigaretten gegen Joints. Wir gründeten eine The Doors Coverband und tourten durch Norddeutschland. Den Film hab ich bis heute über 100-mal gesehen, das Album unzählige Male gehört.

Beastie Boys – Lisence to ill
Wie alle coolen Jungs, die Vorgaben skaten zu können, hörten natürlich auch wir die Beastie Boys. Zu "Fight For Your Right" und "No Sleep Till Brooklyn" pogten wir uns die Ellenbogen blau im Wintergarten der Jolly Joker Diskothek in Braunschweig. Wir mussten alle unsere Ausweise fälschen, um reinzukommen. Wenn man es geschafft hat, war die Welt in Ordnung – ein Bier kostete nur 1 Mark.

Jamiroquai – Emergency On Planet Earth
Das ist mit Sicherheit das Album, was ich am häufigsten gehört habe. An diesem Herrn war wirklich alles toll: Er konnte gut singen, spielte mehrere Instrumente, tanzte besser als Michael Jackson, seine Videos waren innovativ und er fuhr die schnellsten Autos. Vor allem aber beeindruckte mich, dass er seine Stimme wie ein Instrument benutzte. Bei diesem Album simuliert er in mehreren Lieder Blas- und Streichinstrumente.

Daft Punk – Homework
Natürlich darf dieses Album auch in meiner Sammlung nicht fehlen. Es brachte mich vom Hip-Hop zur Housemusik. Und es begleitet mich Mitte der 90er-Jahre auf meine ersten Techno-Partys. Von der Hip-Hop-Szene in Braunschweig verschmäht, zuckten wir in dunklen Räumen auf den ersten Raves zu einer Musik, die man bis dato noch nicht gehört hat. Es war eine sehr verrückte und wilde Zeit. Fast in jedem meiner Tracks kann man Daft Punk Einflüsse hören.

Dj Shadow – Endtroducing
Was mich mit ihm verbindet, ist die musikalische Arbeitsweise – das Sampling. An dem Tag, als der erste ernstzunehmende Sampler (Akai S2000) herauskam, nervte ich meinen Vater so lange, bis er mir das restliche Geld lieh. Dafür bin ich ihm bis heute sehr dankbar. Bis zum Jahre 2000 arbeitete ich ausschließlich mit dem Akai und einem Atari ST. DJ Shawdow produzierte dieses Album ausschließlich am Sampler, wofür er einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde bekam.

Bosse – Frankfurt Oder
Axel Bosse ist ein alter Homie von mir aus Braunschweig. 2009 schrieben wir zusammen das Lied "U-Bahn". Ich halte ihn, ganz ehrlich, für einen der besten Singer/Songwriter Deutschlands. Für mein Album »Großstadtmärchen 2« konnte ich ihn damals gewinnen. Mit »Karambolage« ist uns, so glaube ich bis heute, ein richtig gutes Stück Musik gelungen.

Das Album »I Am OK« ist bei Vertigo Berlin/Universal Music erschienen.