Vom stilprägenden Mastermind zum Elder Statesman des French Touch. Etienne de Crécy hat bereits einiges hinter sich. Die legendäre Motorbass Kollaboration mit La Funk Mob aka Phillip Zdar, deren Platte »Pansoul« in jedem anständigen Vinylregal stehen sollte oder den State of the Art Sampler »Superdiscount«, der Künstlern wie AIR den Weg in den Mainstream eröffnete. Wer sich ein eigenes Bild machen will, dem sei die Platte »My Contribution to the Global Warming – Unreleased Tracks from 2006-2011« ans Herz gelegt. Dieses Werk bietet, neben den genannten Klassikern, einen ganz guten Eindruck seines Schaffens abseits der Hits. 

Iron Maiden – The Number Of The Beast
Iron Maiden gehören zu meinen ersten musikalischen Erinnerungen. Bei dieser Musik kamen die ersten Gefühle für Musik bei mir rüber. Ich liebte Hardrock nur wegen Eddie, dem Character auf allen Iron Maiden Coverartworks. Für mich war das, neben der Intensität der Musik, auch die erste Feststellung, wie gut man die Menschen mit einem guten Artwork erreichen kann. In Zeiten von CDs und später MP3 ist das ja leider eine wenig untergegangen.

The Clash – London Calling
Klar, wer jeden der die Musik von The Clash gehört hat, und das waren damals alle Jugendlichen, die etwas auf sich hielten, ist nicht nur einfach Musik, es ist außerdem die Frisur und die Art wie man sich kleidet. Attitüde im coolsten Sinne. Auch hier wieder ein Entdeckungsmoment, den ich einer Gitarrenband zu verdanken habe. 

Joy Division – Love Will Tear Us Apart
Als dieser Song durch das Land und die Radiostationen zog, stand ich sozusagen in meiner vollsten Teenagerblütezeit. Ich fast nur New Wave und versuchte ähnlich ästhetisch auszuschauen wie diese Band. Stil par excellence. Leider war das gerade auch die Zeit, in der mir die Akne das Leben zur Hölle machte. Und der Schminktyp war ich nun nicht gerade.

Violent Femmes – Violent Femmes
Die Violent Femmes erinnern mich immer daran, dass ich ursprünglich angefangen habe Bass zu spielen und mit Freunden in einer Band spielte. Das ist heutzutage als Solokünstler eher selten. Damals, als ich hinter meinem Bass klemmte und mit den Jungs jammte, wurde mir bewusst, wie cool das Leben eventuell einmal sein könnte. Bis heute hat sich das bestätigt.

A Tribe Called Quest – People's Instinctive Travels And The Paths Of Rhythm
Irgendwann kam ich an einen Job als Tonassistent in einem Aufnahmestudio ran. Dort lernte ich Philippe Zdar kennen. Durch ihn kam ich erstmals mit Hip-Hop in Kontakt. Durch die Samples wiederum, die im Hip-Hop benutzt wurden, entdeckte ich Jazz und Soul. Spätestens da wurde mir klar, dass Musik Schwarz ist. Oder anders ausgedrückt: »I discovered that music is black«.

Speedy J – Pull Over
Das erinnert mich an meine ersten Raves in Paris und meinen ersten Kontakt mit Techno. Wow, diese Musik verdeutlichte mir recht intensiv, dass man Musik auf mehreren Bewusstseinsebenen hören kann. Eine ganz wichtige Erfahrung für mein späteres musikalisches Schaffen.

John Coltraine – Blue Train
Die Erfahrungen und Erinnerungen mit Techno waren dann wiederum so strapaziös, dass ich anschließend immer zwingend eine Pause brauchte. Jazz war da die willkommene Abwechslung.

Stevie Wonder – You are the Sunshine of my Life
Das Lied wird mich immer an Marie erinnern. Marie wurde dann auch zu meiner Frau. Durch sie wurde mir bewusst, was Liebe ist. Das Lied ist das schönste mir bekannte Liebeslied. Eine Ode an die Zweisamkeit.

The Strokes – Is this it
Ich spiele fast jedes Wochenende in Clubs, wo hauptsächlich elektronische Musik läuft. Während der Woche, zu Hause, liebe ich es Rock zu hören. Vor allem die Art von Rock, wie sie The Strokes machen finde ich sehr cool. Dieses Lied hat mir den Rock zurückgebracht. Was leider dazu führte, dass ich insgesamt feststellen musste, dass ich nicht mehr so jung bin, wie ich mich fühle.

The Tallest Man On Earth – Shallow Grave
Klingt ein wenig bescheuert, aber durch dieses Lied entdeckte ich erst richtig, wie man ein zünftiges Nickerchen macht. Ganz wichtig im Alter. 

Foto ©: Etienne De Crécy/Promo