In unserer Rubrik Shortcuts stellen wir Euch regelmäßig junge Berliner Musiker vor, die den großen Sprung noch vor sich haben. Oder auch nicht. Dass weiß man leider nie so genau. An uns soll es jedenfalls nicht scheitern.

Als Teil des Berliner HipHop-Duos Deine Elstern haben wir Kobito samt seines philosophischen und gesellschaftskritischen Songwritings bereits lieben gelernt – solo macht er ebenfalls seit Jahren auf sich aufmerksam. Seine jüngste Platte 'Für einen Moment perfekt' hat ihn auf die Bühnen dieser Republik geführt. Am Samstag feiert er seinen Tourabschluss in der Berliner Heimat im Privatclub – wir wollten da aber noch was wissen…

Welcher Anekdote entspringt der Künstlername?

„Kombination aus Bild und Ton“ war der Untertitel eines alten Biologie-Films, den wir in der Schule vorgesetzt bekommen haben. Irgendwie fand ich diese seltsame Formulierung interessant und habe mir daraus das Akronym „Kobito“ gebastelt – fühlte sich richtig an und so fand die Suche nach einem Künstlernamen einen guten Abschluss, wie ich finde.

Welche drei musikalischen Legenden könnten eine Referenz zu deiner Musik sein?

Schwierige Frage.
Ich würde sagen: Musikalisch inspiriert von Sounds zwischen Wu-Tang und Future, Lyrisch beeinflusst von Schriftstellern wie Brecht und Tucholsky. Sorry, sind 4 geworden. Trotzdem: Die Aufgabe, Future und Berthold Brecht in eine Reihe zu stellen, muss man erst mal meistern.

Für wen würdest Du gerne mal als Support bei einer Show eröffnen?

Ich habe mit Supportshows gemischte Erfahrungen gemacht, weil das Publikum manchmal ganz schön ignorant auf die eigentlichen Headliner des Abends warten und einem nicht wirklich eine Chance geben. Aber Vorband für eine Crew wie Dead Prez oder sowas in der Richtung fände ich super, da die ebenfalls die Kombination zwischen echtem Hip Hop und teilweise politischen Inhalten auf die Bühne bringen – würde ich sofort machen.

Welcher One-Liner würde als Empfehlungs-Sticker auf deinem Album kleben?

"Ich hab Angst vor nichts / Weil jedes Ende auch ein Anfang ist. "

Deine Berliner Lieblingslocation?

Die Kneipe Tristeza. Oder die Lange Nacht. Oder das Laidak. Oder das About Blank. Mist, es sind einfach zu viele und ich sollte besser auf meine Gesundheit achten.

Diesen Song hätte ich selber gerne geschrieben:

„Can it be all so simple“ von Wu-Tang: Dieser Beat ist unfassbar schön produziert, die Wärme des Kontrabass (Ich wette, das ist ein echtes Instrument und nicht digital produziert), die Schwere und Trauer neben der rohen Energie der Wu-Tang Bande – absoluter Alltime-Favorite und auch textlich wirklich Hammer. Ganz einfach geschrieben, einfache Formulierungen und wenige Worte erzählen einen ganzen Lifestyle dahinter. So soll Hip Hop sein.

Und für diesen Film hätte ich sehr gerne den Soundtrack geschrieben:

Space Jam. Einfach, weil ich mich an den Moment erinnere, wie ich als 10-jähriger im Kino saß und vom Bass erwischt wurde. Das war irgendwie ein großartiger Moment, ich wusste natürlich noch nicht, was Hip Hop oder seine Peripherie so ist und wie das klingt – aber das hat mich beeindruckt und mitgerissen.

Hier trifft man Dich außerhalb der Musik mal an:

Beim Sport drinnen oder draußen, auf meiner Couch lesend oder schreibend, in einer Kneipe quatschend oder trinkend.

Dein Ausgehtipp für Wochenendabenden in der Hauptstadt?

Dahin gehen, wo die Bande feiert – oder mal schauen, wo Kai Kani, Lenki Balboa oder DJ Boogie Dan so auflegen. Am Besten natürlich alle zusammen.

Fakten:

Gründung: 2005
Genre: Christian Gangsterrap​
Mitglieder: Kobito, MisterMo (Backup MC und Produzent) und Kai Kani (DJ und Thekenlegende)​
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© Benzki