[030] Kurzkritik: Point Break

in Kino/Neustarts/Reviews

Wenn irgendwann am Anfang nur einer der hübschen, gut trainierten Extremsportler eine blaue Dose mit zwei roten Stieren getrunken hätte, die Vermutung läge nahe, dieser Film wäre nur aus einem Grund produziert worden: um zu zeigen was mit etwas Flügel-verleihendem Substrat so alles möglich ist.

Point Break ist ein Actionthriller, der definitiv mehr Action als Thriller ist. Es geht um den jungen Motorcrosser Johnny Utah (Luke Bracey), der als frischgebackener FBI-Agent in seinem ersten Fall eine Gruppe spiritueller Multiextremsportler jagt, die versuchen den internationalen Finanzmarkt zu zerstören, um der Welt so etwas zurückzugeben, dabei aber über Leichen gehen. Mann könnte meinen, solch ein Film wäre nur für ihn gemacht, so testosteronstrotzend kommen die 154 Minuten daher. Da geht`s beim Motocross richtig ab, da wird sich Fight-Club-mäßig auf die Fresse gehauen, gesurft, gesnowboardet, geschossen und gefeiert. Während es für das männliche Geschlecht aber nur die attraktive Samsara (Teresa Palmer) zu beglotzen gibt, dürfte sich Madame zwischen all den athletischen, zwar mit Pseudo-Tattoos überzogenen, aber dennoch prächtigen Naturburschen gar nicht entscheiden können. Allen voran Édgar Ramírez, der in Das Bourne Ultimatum einen auf Bourne angesetzten Killer spielte, und hier den Anführer der Gruppe mimt. Da Point Break neben den USA und China auch in Deutschland gedreht wurde, dürften ein paar deutsche Schauspieler in der Besetzung eigentlich nicht überraschen. Trotzdem habe ich mich ganz besonders über Clemens Schick gefreut, der hierzulande, neben seiner kleinen Rolle als Le Chiffre Handlanger in dem James Bond Film Casino Royale, eher für kleinere Arthouse-Produktionen wie Hotel Desire bekannt ist. Um eines geht es in der Neuverfilmung des Neunziger-Hits „Gefährliche Brandung“ (damals mit Keanu Reeves und Patrick Swayze besetzt) aber sicher nicht: die Story. Dafür aber um Action, gewaltige Naturaufnahmen, Stunts – denn die nehmen einen so mit, dass man sich bis zur letzten Frequenz an seinen Armlehnen festkrallt. 

Foto ©: Warner Bros. Pictures

Point Break läuft ab dem 21. Januar in den deutschen Kinos.