[030] Kurzkritik: Die 5. Welle

in Kino/Neustarts/Reviews

Dystopien haben seit langem Hochkonjunktur im Jugendkino des frühen 21. Jahrhunderts. Eigentlich könnte man meinen, dass das Thema langsam mal durch ist. Aber weit gefehlt. Nachdem die gelungene »Tribute von Panem« – Reihe im vergangenem Jahr ihr Ende fand, sind die Studios verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Cashcow, welche die pubertierenden Massen in die Kinos zieht. Vermeintliche Flops wie »Die Bestimmung – Divergent« (2014) mit Shailene Woodley bleiben da nicht aus. Nach der Fortsetzung »Die Bestimmung – Insurgent” (2015) folgt in diesem Jahr der finale dritte Teil der Romanadaption von Veronica Roth. Es gibt also wieder Bedarf. Diese Lücke soll nun »Die 5. Welle« füllen. Die noch recht frische Buchvorlage des amerikanischen Schriftstellers Rick Yancey ist 2014 erschienen und fand schnell eine treue Leserschar. Der zweite Band »Das unendliche Meer« erschien hierzulande vergangenes Frühjahr im Goldmann Verlag. Man kann also schon von einer recht fixen Umsetzung sprechen. Ob es dem Film geschadet hat? Vorab ein paar Zeilen zum Inhalt: In diesem SciFi-Thriller haben vier außerirdische Angriffswellen von zunehmend todbringenden Ausmaßen den Großteil der Erde zerstört. Vor einer Kulisse aus Angst und Misstrauen ist Cassie (Chloë Grace Moretz; Hit-Girl aus den »Kickass« – Filmen) auf der Flucht und versucht verzweifelt, ihren kleinen Bruder zu retten. Während sie sich auf die unvermeidliche und absolut tödliche fünfte Welle vorbereitet, verbündet sie sich mit einem jungen Mann, der ihre letzte Hoffnung sein könnte – falls sie ihm trauen kann. Soweit so gut. [030] Autor Friedrich sah sich motiviert genug, der Invasion "Heranwachsene gegen Aliens" eine Chance zu geben. Seine Einschätzung: Die Außerirdischen, die sich in Rick Yanceys Roman „Die 5. Welle“ über die Erde hermachen, kommen mit bösen Absichten und noch böserem Repertoire: Elektroimpuls, Strom kaputt: erste Welle. Erdbeben & Co., ganz dicke: zweite Welle. Eine hochgezüchtete Vogelgrippe: dritte Welle. So weit so fies und in J. Blakesons Verfilmung auch durchaus gefällig ausgemalt. Dann aber laufen die Dinge aus dem Ruder. Man muss SciFi nicht zwingend mit Logik kommen, aber was hier im vierten und fünften Akt steigt, ist so hanebüchen, so konfus inszeniert, dass man aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskommt. Auch der Cast, mit Liev Schreiber, Maria Bello und Ron Livingston gar nicht mal übel besetzt, kauft die Story nicht und sucht vermutlich bereits nach einem Ausweg aus den Verträgen fürs Sequel. Unser Tipp: Lieber das Buch lesen!

Keine Lust zu lesen? Hier gibt es »Die 5. Welle« – als Hörbuch!